Alzheimer-Therapie, Donanemab-Infusionen

Alzheimer-Therapie: Donanemab-Infusionen ab Juli ambulant verfĂĽgbar

13.06.2026 - 13:10:53 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 vergĂĽtet der EBM die ambulante Donanemab-Infusion mit 18,73 Euro unter strengen Auflagen.

Donanemab-Therapie: Neue EBM-VergĂĽtung ab Juli 2026
Alzheimer-Therapie - Ärzte und Forscher analysieren digitale Gehirnscans und Datenvisualisierungen in einem modernen Labor, das Innovation in der Diagnostik darstellt. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 1. Juli 2026 können Fachärzte die Infusionstherapie mit Donanemab (Kisunla) ambulant abrechnen. Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) sieht dafür die Gebührenordnungsposition 02103 vor – bewertet mit 18,73 Euro.

Die Vergütung ist an strenge Auflagen geknüpft. Ärzte müssen Erfahrung in der Alzheimer-Therapie nachweisen, Zugriff auf MRT-Untersuchungen haben und eine Amyloid-Beta-Pathologie beim Patienten bestätigen. Die Behandlung ist auf maximal 18 Monate begrenzt, wird aber extrabudgetär vergütet. Ziel ist ein strukturierter Zugang zu modernen Antikörper-Therapien in der vertragsärztlichen Versorgung.

Digitale Tests erkennen Demenz frĂĽher

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Regelmäßige Online-Gedächtnistests sind jährlichen Klinikuntersuchungen überlegen. Das belegt eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in der Fachzeitschrift npj digital medicine.

202 Erwachsene über 52 Jahre nutzten eine App des Anbieters neotiv. Ergebnis: Die digitale Methode erfasste beginnende kognitive Veränderungen präziser als die klassische Klinikdiagnostik. Die Durchhaltequote lag nach 30 Wochen bei beachtlichen 73 Prozent.

Auf internationalen Workshops – etwa Mitte Juni in Vietnam – forderten Experten zudem einen flächendeckenden Einsatz von Screening-Tests wie der MMSE-Skala oder dem VnCA-Toolkit. Die alternde Bevölkerung macht solche Instrumente dringend notwendig.

Was die Forschung derzeit antreibt

Die Alzheimer-Forschung diversifiziert sich. Laut dem aktuellen Pipeline-Report von Jeffrey Cummings befinden sich 158 Wirkstoffe in 192 klinischen Studien mit ĂĽber 54.000 Teilnehmern.

Der Fokus auf Amyloid-Ablagerungen – lange Zeit dominant – macht nur noch 20 Prozent der Pipeline aus. Neue Schwerpunkte:
- Neurotransmitter-Rezeptoren (24 Prozent)
- Tau-EiweiĂźe (20 Prozent)
- EntzĂĽndungsprozesse (18 Prozent)

Ein wichtiger Trend ist das Repurposing: Rund 35 Prozent der untersuchten Substanzen sind bereits zugelassene Medikamente, die für neue Einsatzgebiete getestet werden – darunter auch Metformin. Acht Phase-3-Studien sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden.

Prävention könnte Hunderttausende Fälle verhindern

Die Wissenschaftsakademien Leopoldina und Acatech drängen auf eine datengestützte Demenzprävention. Der Hintergrund: Etwa 36 Prozent der Demenzfälle in Deutschland gehen auf zwölf vermeidbare Risikofaktoren zurück – darunter Schwerhörigkeit und Bluthochdruck.

Eine Reduktion dieser Faktoren um 15 Prozent könnte bis 2050 rund 170.000 Erkrankungen verhindern. Das zeigen aktuelle Schätzungen.

Parallel rĂĽcken spezialisierte Krankheitsbilder in den Fokus:

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Neurologische Notfälle: Bei Bewusstseinsstörungen wie der Wernicke-Enzephalopathie bleibt die Früherkennung schwierig. Die klassische Symptom-Trias tritt nur in etwa 10 Prozent der Fälle auf. Die prämortale Diagnosequote wird daher oft unterschätzt.

Kognition bei Begleiterkrankungen: Die Universitätsklinik Ulm zeigt: Rund 30 Prozent der ALS-Patienten haben kognitive Beeinträchtigungen, die systematisch erfasst werden müssen. Bei MS-Patienten gilt die Hirnatrophie als wesentlicher Indikator für den kognitiven Status.

Die Entwicklungen zeichnen ein klares Bild: Weg von der rein symptomatischen Behandlung, hin zur frĂĽhzeitigen, technologisch gestĂĽtzten Diagnostik und breiteren therapeutischen Strategien.

de | wissenschaft | 69533431 |