Amazon baut 7,65-Gigawatt-Gaskraftwerk für KI-Rechenzentren
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 00:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amazon finanziert ein privates Gaskraftwerk mit einer Leistung von 7,65 Gigawatt in Texas, um seine KI-Rechenzentren direkt mit Strom zu versorgen – der größte Einzelemitteur des Landes.
Der Technologieriese umgeht damit die öffentlichen Stromnetze und reagiert auf den enormen Energiehunger künstlicher Intelligenz. Die Anlage namens „GW Ranch" entsteht im Pecos County und wird von 35 Turbinen angetrieben. Laut Umweltgenehmigungen darf das Kraftwerk jährlich bis zu 33 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen – doppelt so viel wie die schmutzigsten Kohlekraftwerke der USA.
Klimaziele versus KI-Boom
Der Schritt offenbart einen wachsenden Widerspruch: Einerseits bekennt sich Amazon offiziell zur Klimaneutralität bis 2040, andererseits investiert der Konzern massiv in fossile Energie. Die Zahlen der vergangenen Jahre sprechen eine deutliche Sprache: Die Gesamtemissionen des Unternehmens stiegen 2025 um 16 Prozent auf 81 Millionen Tonnen.
Amazon verweist darauf, dass die Kosten für das private Kraftwerk nicht auf die Stromrechnungen der texanischen Verbraucher umgelegt werden. Zudem betreibe man im Bundesstaat rund 40 kohlenstofffreie Projekte mit einer Gesamtkapazität von zehn Gigawatt. Der Bauherr Pacifico Energy ergänzt das Projekt um 750 Megawatt Solarenergie und 1,8 Gigawatt Batteriespeicher.
Der Trend zur Eigenstromversorgung
Die Entwicklung in Texas steht exemplarisch für einen Paradigmenwechsel in der Tech-Branche. Immer mehr „Hyperscaler" – also Betreiber massiver Rechenzentren – bauen ihre eigene Stromerzeugung auf. Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie umgehen lange Wartezeiten bei Netzanschlüssen und sichern sich eine stabile Versorgung für ihre energieintensiven KI-Systeme.
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Branchenbeobachter sprechen von einem regelrechten Wettlauf. Aktuell planen Technologieunternehmen private Kraftwerkskapazitäten von bis zu 97 Gigawatt. Die damit verbundenen Emissionen könnten jährlich 200 Millionen Tonnen CO2 übersteigen.
Behörden schalten sich ein
Das Ausmaß der Projekte hat inzwischen die Regulierungsbehörden auf den Plan gerufen. Texas hat die Genehmigung neuer Rechenzentren vorübergehend ausgesetzt, um die Auswirkungen auf Energielandschaft und Umwelt zu prüfen. Auch außerhalb des Bundesstaats zeichnet sich eine Dynamik ab: In Ohio ist mit 9,2 Gigawatt ein noch größeres Kraftwerk in der Diskussion.
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Die Frage, wie sich der Energiehunger der KI-Industrie mit Klimaschutzzielen vereinbaren lässt, dürfte die Debatte in den kommenden Monaten weiter bestimmen. Für Amazon steht viel auf dem Spiel – schließlich beobachtet die Öffentlichkeit genau, ob der Konzern seinen selbst gesteckten Klimazielen treu bleibt.
