AMD-Anthropic-Deal: 2 Gigawatt MI450-GPUs für KI-Infrastruktur
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 01:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AMD hat Ende Juli eine weitreichende Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic angekündigt. Im Kern des Abkommens steht der Einsatz von bis zu 2 Gigawatt AMD-Instinct-MI450-GPUs in sogenannten Helios-Systemen.
Die erste Gigawatt-Auslieferung ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Der Deal geht über eine reine Lieferbeziehung hinaus: AMD und Anthropic vereinbarten zudem eine mehrjährige Engineering-Kooperation zur Optimierung der Claude-KI-Workloads auf AMD-Hardware.
Milliardenschwere Dimensionen auf beiden Seiten
Finanziell hat die Vereinbarung erhebliches Gewicht. Sie umfasst nach Angaben aus dem Umfeld des Abkommens AI-Server-Verkäufe im Wert von mehreren zig Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig investiert AMD selbst bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic – ein Zeichen dafür, wie eng Chiphersteller und KI-Anbieter inzwischen wirtschaftlich miteinander verflochten sind.
Konkret werden die Helios-Komponenten ab September 2026 verfügbar sein. Anthropic reiht sich dabei neben OpenAI und Meta als Großkunde ein: Während OpenAI und Meta jeweils 1 Gigawatt an Kapazität zugesagt haben, hat Anthropic ebenfalls 1 Gigawatt fest vereinbart und strebt eine Erweiterung auf 2 Gigawatt an.
AMD finanziert Wachstum über Rekordanleihe
Um das erwartete Wachstum im Server- und Data-Center-Geschäft zu stemmen, hat AMD Mitte August eine Anleiheemission über bis zu 5 Milliarden US-Dollar angekündigt – verteilt auf vier Tranchen mit Laufzeiten zwischen drei und zehn Jahren. Es handelt sich um die größte Investment-Grade-Anleihe in der Firmengeschichte, deren Abschluss für den 17. August 2026 vorgesehen war.
Letztlich wurde die Emission mit einem Volumen von 4,75 Milliarden US-Dollar abgeschlossen – ebenfalls die größte Dollar-Anleihe des Unternehmens. Die längste Tranche wurde mit einem Aufschlag von 90 Basispunkten gegenüber US-Staatsanleihen platziert, nach anderen Angaben lag der Anfangszins für die längste Laufzeit bei 1,15 Prozentpunkten über Treasuries.
Der Erlös soll für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, darunter die Rückzahlung von Anleihen im Volumen von 875 Millionen US-Dollar, die im September 2026 fällig werden. Zum Vergleich: Die bislang letzte Anleihe des Unternehmens stammte von März 2025 mit einem Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar.
Die Ankündigung kam an der Börse gut an – die AMD-Aktie legte um 2 Prozent zu. Am 13. August notierte das Papier bei 488,02 US-Dollar (plus 1,05 Prozent), was einer Marktkapitalisierung von 809,81 Milliarden US-Dollar entspricht. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 133 Prozent zugelegt.
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Wachstumserwartungen im Server-Geschäft
AMD rechnet im zweiten Halbjahr 2026 mit einem Umsatzwachstum im Server-Geschäft von über 80 Prozent, für 2027 mit über 70 Prozent. Der Ausblick für 2027 soll demnach 20 Prozent über dem Wachstum des gesamten Server-Marktes von 2025 liegen.
Im Data-Center-Geschäft wird für 2027 sogar ein Wachstum von über 100 Prozent erwartet. Im zweiten Quartal 2026 erzielte AMD einen Rekordumsatz von 11,54 Milliarden US-Dollar, wobei das Data-Center-Segment 58 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte und sich damit mehr als verdoppelte.
Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert AMD einen Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten erwarten laut Bloomberg für das Gesamtjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 47 Prozent auf über 51 Milliarden US-Dollar.
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Engagement in Großbritannien
Neben dem Anthropic-Deal hat AMD auch seine Aktivitäten im Vereinigten Königreich ausgebaut. Das Unternehmen kündigte eine Unterstützung von bis zu 5 Millionen britischen Pfund für das BOLD-Labor der Universität Oxford an, inklusive einer Absichtserklärung zur Bereitstellung von Rechenressourcen für die ersten 18 Monate. Dies ist Teil einer britischen Regierungsförderung von 60 Millionen Pfund über sechs Jahre. Bereits im Juni hatte AMD eine investition von 2 Milliarden Pfund in die KI-Infrastruktur Großbritanniens angekündigt.
Anthropics wachsender Kapitalbedarf
Der Deal mit AMD reiht sich in eine Reihe von Infrastruktur-Investitionen ein, mit denen Anthropic seinen steigenden Rechenbedarf deckt. Neben AMD hat sich das Unternehmen unter anderem TPU-Kapazitäten von Google und Broadcom ab 2027 gesichert.
Investoren zufolge könnte Anthropic beim für Oktober 2026 geplanten Börsengang mit 2 Billionen US-Dollar oder mehr bewertet werden – doppelt so hoch wie ursprünglich mit 1 Billion US-Dollar veranschlagt. Neben AMDs Investition von 5 Milliarden US-Dollar hat auch Amazon Investitionen von bis zu 25 Milliarden US-Dollar in Anthropic zugesagt.
