AMD, Speicherverschlüsselung

AMD deaktiviert Speicherverschlüsselung in Consumer-Ryzen-CPUs

16.06.2026 - 01:05:42 | boerse-global.de

AMD entfernt TSME-Speicherverschlüsselung aus Ryzen-Consumer-CPUs. Sicherheitsbewusste Nutzer und Krypto-Anleger sind betroffen.

AMD deaktiviert Speicherverschlüsselung in Consumer-Ryzen-CPUs
AMD - A stylized, close-up image of a CPU chip with glowing circuit lines, symbolizing data security and advanced computing. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Chiphersteller AMD hat seine Transparent Secure Memory Encryption (TSME) auf professionelle Prozessoren beschränkt. Die Funktion fehlt nun in zahlreichen Consumer-CPUs der Ryzen-Serie – ein herber Rückschlag für sicherheitsbewusste Anwender.

Sicherheitslücke im Consumer-Bereich

Mitte Juni 2026 entdeckten Forscher die Änderung: TSME, auch unter dem Namen Memory Guard bekannt, wurde bei mehreren aktuellen Ryzen-Modellen deaktiviert. Betroffen sind unter anderem der Ryzen 7 9700X und der Ryzen 9800X3D. Obwohl die Siliziumstruktur dieser Prozessoren die Verschlüsselungstechnologie grundsätzlich unterstützt, ist sie nun blockiert.

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Die Deaktivierung erfolgte auf unterschiedliche Weise. Bei einigen Plattformen reichte ein AGESA-Firmware-Update 1.2.7.0, das die Funktion per Flag ausschaltet. Beim Ryzen AI Max+ 395 hingegen wurde die Funktion offenbar direkt auf Hardware-Ebene entfernt. Während professionelle Modelle wie der Ryzen 945 weiterhin TSME bieten, müssen Consumer darauf verzichten.

Bruch mit früheren Standards

Die Entscheidung markiert eine Kehrtwende. Noch 2020 bestätigte ein AMD-Ingenieur, dass TSME auf Consumer-Prozessoren wie dem Ryzen 3700X unterstützt werde. Jetzt erklärte AMD offiziell, die Funktion sei ausschließlich für die PRO-Serie vorgesehen. Eine Begründung für den Strategiewechsel blieb das Unternehmen schuldig.

Dabei ist TSME keineswegs überflüssig: Die Technologie schützt den Arbeitsspeicher vor physischen Angriffen wie Cold-Boot-Attacken, bei denen Angreifer Daten aus RAM-Modulen extrahieren. Der Leistungsverlust liegt bei unter fünf Prozent – ein vertretbarer Preis für mehr Sicherheit. Besonders für Kryptowährungsnutzer, die private Schlüssel und Validator-Knoten schützen müssen, ist der Verlust schmerzhaft.

Wettbewerber zieht vorbei

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Während AMD die Sicherheitsfunktion zurückfährt, bietet Intel weiterhin Total Memory Encryption auf bestimmten Prozessorlinien an. Branchenbeobachter sehen darin einen Wettbewerbsvorteil für den Konkurrenten – zumindest im Bereich der Hardware-Sicherheit.

Separater Sicherheitsvorfall

In einer weiteren Entwicklung Mitte Juni 2026 geriet AMD wegen seiner Vulnerability-Disclosure-Praktiken in die Kritik. Ein Forscher namens Paul meldete eine Remote-Code-Execution-Lücke in AMDs AutoUpdate-Software. Obwohl das Unternehmen am 12. Juni einen Patch veröffentlichte – nach 124 Tagen Bearbeitungszeit – verweigerte es die Zahlung einer Bug-Bounty-Prämie von 10.000 US-Dollar (rund 9.300 Euro). Der Grund: Der verwendete Man-in-the-Middle-Angriff sei von den Richtlinien des Programms ausgeschlossen. Betroffene Nutzer sollten die Software neu installieren, um den Patch zu aktivieren.

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