AMD, Legacy-CPUs

AMD reaktiviert Legacy-CPUs: Zen+ und Zen-2 für Sparfüchse

Veröffentlicht am: 30.06.2026 um 04:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AMD bringt ältere Zen+- und Zen-2-Prozessoren zurück, um preisbewusste Käufer anzusprechen. Die Aktie fällt trotzdem.
Nahaufnahme eines Computerprozessorchips mit komplexer Schaltkreisstruktur, der blaues und rotes Licht auf einer dunklen Oberfläche reflektiert. Illustration mit AI erstellt.

Die Prozessoren mit zwei bis acht Kernen sind speziell für preisbewusste Käufer gedacht. Trotz veralteter Technik erfüllen sie moderne Grundanforderungen: DDR4-Support und volle Windows-11-Kompatibilität sind an Bord.

Lieferengpässe zwingen zum Umdenken

Die Entscheidung fällt in eine schwierige Zeit für die gesamte PC-Branche. Bereits Anfang Juni hatte MSI-Chef Xu Xiang das laufende Jahr als eines der herausforderndsten für den Sektor bezeichnet. AMD habe sich zuletzt auf Server-CPUs konzentriert, während Nvidia die Gaming-GPU-Produktion um bis zu 30 Prozent gedrosselt habe. Die Folge: anhaltende Engpässe und monatliche Preisschwankungen bei Speicherbausteinen.

Mit der Neuauflage alter Zen-Architekturen zielt AMD gezielt auf preissensible Verbraucher. Der Schritt reiht sich ein in eine Serie von Budget-Angeboten: Erst kürzlich wurde die Ryzen-7-5800X3D-10-Years-Anniversary-Edition für rund 360 Euro neu getestet. Und Gigabyte senkte den Preis seines Aero-X16-Gaming-Laptops mit Ryzen AI 7 350 und RTX 5060 auf 1.100 Euro.

High-End der anderen Seite

Während AMD das Einstiegssegment bedient, rüsten die Partner gleichzeitig für die Spitzenklasse auf. MSI kündigte heute das MEG X870E UNIFY-X MAX an – ein Mainboard für extremes Übertakten, ausgelegt für den kommenden Zen-5-basierten Ryzen 9 9950X3D2 mit 3D-V-Cache.

Erst vorgestern erschien zudem das MSI PRO B550M-P, ein microATX-Board exklusiv bei Amazon. Es unterstützt die Ryzen-5000-, 4000G- und 3000er-Serien und bietet HDMI 2.1 sowie zwei M.2-Steckplätze. Die perfekte Basis für die DDR4-Systeme, die AMDs Legacy-Offensive anvisiert.

Anzeige

Sie wollen von den günstigen Legacy-CPUs profitieren? In diesem Bauplan finden Sie eine Checkliste der besten Modelle, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihr DDR4-System und 5 Tipps für Windows-11-Kompatibilität. Kostenlosen Bauplan jetzt sichern

Der Enthusiasten-Markt kennt derweil keine Preisgrenzen: Ein neues AMD-EXPO-ULL-DDR5-6000-32GB-Kit kostet rund 1.100 Euro – ein Aufschlag von 80 Prozent gegenüber Standard-DDR5-Riegeln. Der Gegensatz zwischen günstiger Legacy-Hardware und High-End-Komponenten könnte kaum größer sein.

Gaming-Ökosystem wächst

Auch im Gaming-Sektor tut sich einiges. Meta PCs brachte am Wochenende den Steamroller-Gaming-PC auf den Markt – ein aufrüstbarer Konsolen-Alternative mit SteamOS 3 statt Windows. Ausgestattet mit Ryzen 5 9600X und Radeon RX 7600 spart das Linux-basierte System die Windows-Lizenzkosten von rund 100 Euro.

Software-seitig veröffentlichte AMD Ende Juni FSR 4.1.1 für die RX-7000-Serie. Branchenleaks zum kommenden Grand Theft Auto VI deuten darauf hin, dass der Titel auf der Basis-PS5 FSR 4 nutzen wird, auf dem Pro-Modell dagegen PSSR 2.0. Die PS5 Pro verfügt über Custom-Hardware mit 200 TB/s Durchsatz, die Basis-Konsole setzt mangels dedizierter INT8-Unterstützung auf FP16 fürs Upscaling.

Anzeige

Lieferengpässe und Preisschwankungen machen den PC-Kauf schwer. AMD reaktiviert alte Zen-CPUs – dieser Leitfaden zeigt, wie Sie mit Zen+ oder Zen-2 einen günstigen, Windows-11-kompatiblen Rechner bauen. Spar-PC-Bauplan anfordern

Börse reagiert verhalten

Trotz der technischen Neuigkeiten gab die AMD-Aktie gestern um 3,6 Prozent auf rund 503 Euro nach. Marktbeobachter führen den Rückgang auf branchenweite Gewinnmitnahmen nach den jüngsten KI-getriebenen Kursgewinnen zurück – auch wenn das Data-Center-Geschäft von AMD weiterhin robust dasteht.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 69656657 |