Amsterdam-Test: XPENG passiert enge Baustellen in einem Zug, Tesla rangiert zweimal
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 11. September 2026 fand in Amsterdam der weltweit erste direkte Vergleichstest zwischen dem Fahrassistenzsystem NGP mit VLA 2.0 des chinesischen Herstellers XPENG und Teslas System FSD V14 auf einer identischen Teststrecke statt.
Begleitet wurde die Erprobungsfahrt von einem Den Haager Korrespondenten der Nachrichtenagentur Xinhua sowie dem deutschen Tesla-Fahrer und Content-Creator André Scheidler. Beide Fahrassistenzsysteme traten unter anspruchsvollen europäischen Verkehrsbedingungen gegeneinander an.
Bewährungsprobe im europäischen Stadtverkehr
Die gewählte Teststrecke im urbanen Raum von Amsterdam konfrontierte die Systeme mit komplexen Situationen. Das Streckenprofil umfasste dichten Mischverkehr aus Fußgängern und Fahrzeugen, Straßenbahnen, Baustellen, ein hohes Fahrradaufkommen, enge Altstadtstraßen, Kreisverkehre sowie spezielle Vorfahrtsregeln.
Beide Systeme operieren rein visuell über Echtzeit-Wahrnehmung und kommen ohne hochauflösende HD-Karten aus. Sie befinden sich regulatorisch in der Assistenzphase, weshalb eine ständige Überwachung durch den Fahrer vorgeschrieben bleibt.
Tesla verfügt in den Niederlanden über einen strukturellen Vorsprung: Das Land erlaubte als erster Staat in Europa den Einsatz von FSD, wo das System bereits in Serienfahrzeugen läuft. Insgesamt ist Teslas FSD V14 in sechs europäischen Ländern verfügbar, jedoch noch nicht in Deutschland.
XPENG hingegen steht mit VLA 2.0 noch am Beginn lokaler Tests in den Niederlanden, zeigte auf der Route jedoch bereits eine ausgeprägte Fähigkeit zur Anpassung an die örtlichen Straßenstrukturen und Verkehrsregeln.
Detaillierte Leistungsbilanz auf engen Straßen
Im Gesamturteil erwiesen sich beide Systeme als weitgehend gleichwertig, agierten stabil und flüssig. Scheidler urteilte, dass beide Plattformen sehr vergleichbar seien. Bei Manövern auf besonders engen Straßenabschnitten verzeichnete das XPENG-System leichte Vorteile.
Beim weltweit ersten direkten Vergleichstest in Amsterdam passierte das XPENG-System enge Baustellen in einem Zug, während Teslas FSD V14 zweimal rückwärts rangieren musste. Wer wissen will, was hinter diesen Unterschieden steckt, findet in diesem kostenlosen Report den direkten Systemvergleich und eine Checkliste für enge Straßen. Jetzt kostenlosen Vergleichs-Report anfordern
Beim Ausweichen vor parkenden Fahrzeugen sowie bei der Durchfahrt einer beengten Baustelle berechnete XPENG den verfügbaren Raum vorab und passierte die Engstellen jeweils in einem einzigen Zug. Teslas FSD benötigte in beiden Szenarien jeweils zwei Rangiervorgänge im Rückwärtsgang.
Bei der Umfahrung schutzbedürftiger Verkehrsteilnehmer reduzierte VLA 2.0 in Version 6.3.0 das Tempo kontrolliert von 9 auf 5 km/h, ohne dass eine Notbremsung ausgelöst werden musste. Eine enge Brücke passierte XPENG mit 18 km/h, während das Tesla-System die Stelle mit 16 km/h durchfuhr.
An einer Baustelle steuerte XPENG direkter durch das Areal, wohingegen Tesla zwei Lenkradbestätigungen verlangte. Scheidler zog den Vergleich, dass XPENG wie ein Fahrer mit 20 Jahren Erfahrung agiere. Der begleitende Xinhua-Korrespondent merkte an, dass zwischen menschlichem und automatisiertem Fahrstil kaum noch ein Unterschied spürbar gewesen sei.
Technische Reife und europäischer Zeitplan
XPENG setzte für den Test einen L03-Prototyp ein, gesteuert von einem Mitarbeiter der Münchener Niederlassung des Herstellers. Während der Fahrt registrierte das System lediglich drei manuelle Eingriffe: einen Spurwechsel infolge einer Baustelle, das Umfahren eines blockierenden Autos sowie das Schließen einer Lücke zu einem Arbeitsfahrzeug.
Radfahrer wurden früher erkannt als vom menschlichen Beobachter wahrgenommen. XPENG stützt sich architektonisch auf ein direktes Ende-zu-Ende-Modell, das visuelle Eingaben ohne Umwege in Aktionsbefehle umsetzt und im Training durch ein virtuelles Weltmodell ergänzt wird. Eingaben werden über Onboard-Rechenleistung ohne Cloud-Latenz verarbeitet.
Tesla fährt in sechs europäischen Ländern — in Deutschland noch nicht. XPENG startet mit VLA 2.0 gerade erst in lokale Tests. Wer vor der Kaufentscheidung wissen will, wann welches System hierzulande verfügbar sein soll, bekommt in diesem kostenlosen Report den Update-Fahrplan und die wichtigsten offenen Fragen. Update-Fahrplan jetzt sichern
Bereits im Juli 2026 absolvierte XPENG in München die Lokalisierungsabnahme mit demselben, ursprünglich auf chinesischen Verkehrsdaten trainierten Modell ohne gesondertes europäisches Zusatztraining. Im August 2026 folgte ein Modell-Upgrade mit einer 3,5-fachen Erhöhung der On-Device-Parameter.
Während XOS 6.3.0 und VLA Lite bereits offiziell ausgerollt sind, ist die Einführung nach dem DCAS-Regelwerk für Ende 2026 vorgesehen. Der vollständige europäische Marktstart von VLA 2.0 wird für das Jahr 2027 erwartet.
