AnÀmie im Alter: Demenzrisiko laut Langzeitstudie um 66 Prozent erhöht
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 07:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Blutarmut im fortgeschrittenen Lebensalter steht in engem Zusammenhang mit dem spÀteren Auftreten kognitiver Erkrankungen. Wie aus einer in der Fachzeitschrift JAMA Network Open publizierten Untersuchung hervorgeht, ist eine AnÀmie bei Àlteren Menschen mit einem um 66 % erhöhten Demenzrisiko verbunden.
Wissenschaftler untersuchten im Rahmen einer Langzeitbeobachtung, wie sich der Mangel an roten Blutkörperchen sowie spezifische neurologische Biomarker auf die Gehirngesundheit auswirken.
ZehnjÀhrige Beobachtung schwedischer Senioren
Die Datenbasis der Untersuchung bildet die schwedische Nationalstudie Kungsholmen Aging and Care. FĂŒr die Erhebung wurden 2.282 Teilnehmer ab einem Alter von 60 Jahren aus Stockholm ĂŒber einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg begleitet. Zu Beginn der Datenerfassung erfassten die Forscher den HĂ€moglobin- beziehungsweise AnĂ€miestatus der Probanden.
Im Verlauf des zehnjÀhrigen Beobachtungszeitraums entwickelten 362 der beobachteten Personen eine Demenz. Die Auswertung ergab, dass das Vorliegen einer AnÀmie bereits zu Studienbeginn mit dem um 66 % gesteigerten Demenzrisiko einherging.
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Zusammenspiel mit Nervenverletzungsmarkern
Neben dem allgemeinen Blutbild analysierten die Forscher auch spezifische Biomarker im Blut. Ein besonderes Augenmerk galt dem Neurofilament Light Chain (NfL), der als Indikator fĂŒr Verletzungen und SchĂ€digungen von Nervenzellen dient. Lag bei den Teilnehmern eine Kombination aus AnĂ€mie und einem erhöhten NfL-Spiegel vor, stieg das Demenzrisiko demnach auf das rund 3,5-Fache an.
DarĂŒber hinaus bezog die Untersuchung weitere Marker wie p-tau217 und das saure Gliafaserprotein (GFAP) in die Analysen ein, um tiefere Einblicke in neurodegenerative Prozesse und HirnverĂ€nderungen zu gewinnen.
Mögliche Ursachen und methodische Grenzen
Als zentraler biologischer Mechanismus hinter der beobachteten Verbindung wird eine chronische Sauerstoffunterversorgung des Gehirns diskutiert. Ein Mangel an funktionsfĂ€higen roten Blutkörperchen oder HĂ€moglobin kann dazu fĂŒhren, dass empfindliche Hirnareale ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume hinweg nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, was degenerative Prozesse begĂŒnstigen könnte.
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Gleichzeitig weisen die Autoren auf methodische EinschrĂ€nkungen hin: Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, liefert die Untersuchung keinen direkten KausalitĂ€tsnachweis. Ob die AnĂ€mie Demenzerkrankungen direkt verursacht oder vielmehr ein Begleitsymptom ĂŒbergeordneter Alterungsprozesse darstellt, bleibt damit offen.
Zudem beschrĂ€nkte sich die Datenerhebung auf einen einzelnen geografischen Standort in Stockholm, was eine uneingeschrĂ€nkte Ăbertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen limitiert. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig die frĂŒhzeitige Beachtung von Blutwerten im Alter fĂŒr die neurologische PrĂ€vention sein kann.
