Android 16: Gemini-Fehler ermöglicht SMS-Versand ohne PIN
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 22:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die KI-App Gemini ist das Problem.
Umgehung des Sperrbildschirms
Die integrierte KI-Anwendung Gemini kann unter bestimmten Bedingungen SMS- oder WhatsApp-Nachrichten versenden, ohne dass das Smartphone entsperrt ist. Ein physischer Zugriff auf das Gerät reicht aus: Eine spezielle Multi-Touch-Geste auf dem Sperrbildschirm umgeht die Sicherheitsabfrage.
Google bestätigte den Fehler und arbeitet an einem Korrektur-Update. Es soll noch in dieser Woche verteilt werden. Als Übergangslösung können Nutzer den Zugriff der KI auf den Sperrbildschirm in den Systemeinstellungen manuell deaktivieren. Seit dem 19. Juli rollt bereits ein erster Patch aus.
Xiaomi patcht 41 Modelle
Parallel startete Xiaomi eine umfangreiche Update-Kampagne. Der Juli-Sicherheitspatch wird für 41 Modelle der Marken Xiaomi, Redmi und Poco ausgerollt. Das Update schließt rund 60 Sicherheitslücken – fünd davon gelten als kritisch. Angreifer könnten über manipulierte Bilddateien Schadcode auf den Geräten ausführen.
Zu den betroffenen Geräten zählen Flaggschiffe wie das Xiaomi 14 Ultra, Tablets wie das Pad 7 Pro sowie zahlreiche Redmi- und Poco-Modelle.
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Neue Generation von Banking-Trojanern
Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Der Banking-Trojaner Hook v3 verfügt über 107 verschiedene Fernkommandos. Die Software blendet gefälschte Overlays für NFC-Zahlungen und Kreditkarten-Eingaben ein, um Finanzdaten abzugreifen. Zudem kann sie den Sperrbildschirm umgehen und Ransomware-Funktionen ausführen.
Ein weiterer Bedrohungsfaktor ist der Remote Access Trojaner CrystalX RAT. Die Spyware wird als Dienstleistung in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten angeboten. Sie stiehlt Systeminformationen, Browser-Zugangsdaten und Krypto-Wallets. Besonders perfide: Das Programm zeichnet den Bildschirminhalt auf und aktiviert unbemerkt Mikrofon und Webcam.
Phishing-Boom: Quishing +146 Prozent
Die Betrugszahlen explodieren. Im ersten Halbjahr 2026 stieg sogenanntes Quishing – manipulierte QR-Codes für Phishing-Zwecke – um 146 Prozent. Smishing-Angriffe via SMS legten im zweiten Quartal um 162 Prozent zu.
Einen Erfolg melden das Bundeskriminalamt und US-Ermittler: Sie zerschlugen die Infrastruktur des Phishing-Dienstes "Kratos". Über 200 Server wurden unschädlich gemacht, die täuschend echte Kopien von Authentifizierungsseiten erstellten. Der Dienst wurde an über 1.800 Täter vermietet, die monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen durchführten. Ein mutmaßlicher Entwickler wurde in Indonesien festgenommen.
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EU zwingt Google zur Öffnung
Doch nicht nur technische Schwachstellen bereiten Google Kopfzerbrechen. Die EU-Kommission verpflichtet das Unternehmen auf Basis des Digital Markets Act (DMA), Android bis Juli 2027 für konkurrierende KI-Assistenten zu öffnen. Alternative Anbieter sollen umfassenden Zugriff auf elf Systemfunktionen erhalten – darunter die Steuerung über den Home-Button, Wischgesten und das Weckwort.
Google und Apple warnen vor Datenschutz- und Sicherheitsrisiken durch die tiefe Systemintegration dritter Anbieter. Die Umsetzung soll schrittweise mit den kommenden Android-Versionen erfolgen.
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