Android, Schwachstellen

Android Juni: 124 Schwachstellen gestopft, kritische Lücke bereits aktiv

28.06.2026 - 16:14:39 | boerse-global.de

Das Juni-Update für Android behebt 124 Sicherheitslücken, darunter eine bereits attackierte Schwachstelle. Neue Malware und Phishing-Wellen bedrohen Nutzer.

Android-Update Juni 2026: 124 Lücken geschlossen, eine aktiv ausgenutzt
Android - Nahaufnahme eines Smartphones, dessen Bildschirm eine Banking-App mit überlagertem Binärcode und einem unheimlichen Schein zeigt. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Darunter eine kritische Lücke, die bereits aktiv ausgenutzt wurde.

Kritische Lücken und neue Malware

Besonders brisant: Die Schwachstelle CVE-2025-48595 wurde nach Branchenberichten bereits für Angriffe genutzt. Eine weitere Lücke (CVE-2026-0059) betrifft die Bluetooth-Schnittstelle und könnte Schadcode aus der Ferne ermöglichen.

Parallel dazu verbreiten sich zwei neue Malware-Stämme in Europa. Die Banking-Malware „NFCShare“ ist seit Mitte Mai vermehrt im Umlauf. Sie zielt auf Kunden italienischer und spanischer Banken wie Intesa Sanpaolo und CaixaBank ab. Die Besonderheit: Die Software liest Kreditkartendaten direkt über die NFC-Schnittstelle infizierter Smartphones aus.

Die Ransomware „DroidLock“ verschärft die Lage zusätzlich. Sie nutzt die Accessibility-Rechte von Android aus, um PIN-Codes oder biometrische Sperren zu ändern. Das Gerät wird für den Besitzer unbrauchbar – die Täter fordern Lösegeld.

Betrugswellen treffen auch die Schweiz

Neben technischen Angriffen setzen Kriminelle weiter auf menschliche Schwachstellen. Die Verbraucherzentrale warnt vor einer Phishing-Welle mit gefälschten ELSTER-E-Mails. Die Empfänger werden auf gefälschte Anmeldeseiten gelockt, um Zugangsdaten abzugreifen.

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Wie erfolgreich solche Methoden sind, zeigen Vorfälle aus dem Kanton St. Gallen. Ende Juni wurden zwei Senioren Opfer von Telefon- und Onlinebetrug. In einem Fall installierten Täter eine vermeintliche Antiviren-Software auf dem PC einer 77-Jährigen – und erlangten Zugriff auf ihr E-Banking. Sie lösten Überweisungen über 96.000 Franken aus. Ein Teil der Summe konnte gestoppt werden. In einem weiteren Fall übergab ein Geschädigter 80.000 Franken an einen Kurier.

IT-Experte Daniel Schnebel betont: „Menschliche Fehler wie schwache Passwörter oder das unkritische Anklicken von Links bleiben die größten Sicherheitsrisiken.“ Er empfiehlt regelmäßige Updates, Backups und zwingend die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

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Ransomware-Angriffe in Europa um 55 Prozent gestiegen

Die Zahlen untermauern den Trend. Ein Marktbericht von Black Kite zeigt: In den ersten vier Monaten 2026 stieg die Zahl der Ransomware-Angriffe in Europa um 55,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Deutschland ist das am häufigsten betroffene Land, gefolgt vom Vereinigten Königreich und Frankreich. Besonders die Fertigungsindustrie gerät zunehmend ins Visier.

KI als neuer Verbündeter

Auf der Verteidigungsseite gibt es Fortschritte durch künstliche Intelligenz. OpenAI veröffentlichte Ende Juni die Modellreihe GPT-5.6 mit den Varianten Terra, Luna und Sol. Das leistungsfähigste Modell Sol zeigt in Benchmarks hohe Effizienz bei der Analyse von Programmiercodes. Der Ressourcenverbrauch bei Cybersicherheitsaufgaben soll deutlich gesunken sein – das könnte künftige Schutzmechanismen schneller und kosteneffizienter machen.

Trotz aller Technologie bleibt die klassische Strafverfolgung gefragt. Im Kreis Paderborn wurde Anfang April ein Geldabholer bei einem Telefonbetrug überrascht. In Bad Oeynhausen läuft derzeit ein Prozess gegen einen 26-Jährigen wegen Geldwäsche. Er soll sein Konto für Betrüger zur Verfügung gestellt haben, die sich per Messenger als Verwandte ihrer Opfer ausgaben.

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