Android-Malware, NFC-Angriffe

Android-Malware: NFC-Angriffe springen um 188 Prozent

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaspersky meldet 188 Prozent mehr NFC-Angriffe auf Android. KI-Phishing und neue Sicherheitsstandards prägen den Kampf gegen Cyberkriminalität.

Kaspersky warnt: Neue Android-Malware WindRelay und SpyNote bedrohen NFC-Zahlungen
Eine Person hält eine Bankkarte nah an die Rückseite eines Smartphones, um eine kontaktlose Transaktion durchzuführen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsexperten von Kaspersky haben eine neue Bedrohung identifiziert, die gezielt Nutzer von Android-Smartphones angreift. Durch die Kombination der Malware WindRelay mit dem Fernzugriffstrojaner SpyNote (RAT) ist es Cyberkriminellen möglich, NFC-Relay-Angriffe durchzuführen. Dabei werden kontaktlose Kartendaten in Echtzeit von den Geräten der Opfer abgefangen und weitergeleitet.

Die Vorgehensweise der Angreifer stützt sich maßgeblich auf Social Engineering. Die Täter geben sich als Vertreter von Bankinstituten aus, um die Zielpersonen zur Installation der schädlichen Software zu bewegen. Sobald das Gerät infiziert ist, fordern die Angreifer das Opfer dazu auf, seine physische Bankkarte an das Smartphone zu halten. In diesem Moment werden die NFC-Daten live an die Angreifer übertragen, die damit unautorisierte Transaktionen ausführen können.

Drastischer Anstieg mobiler Cyberkriminalität

Die Relevanz dieser Bedrohung wird durch aktuelle Zahlen untermauert. Kaspersky meldet für die ersten vier Monate des Jahres 2026 einen Anstieg der NFC-basierten Angriffe auf Android-Systeme um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Professionalisierung und Skalierbarkeit mobiler Angriffsszenarien.

Einen wesentlichen Treiber für diese Effizienzsteigerung stellt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) dar. Eine Feldstudie von USENIX mit 7.741 Teilnehmern belegt, dass KI-generiertes, personalisiertes Phishing eine 2,4-fach höhere Klickrate erzielt als herkömmliche, generische Phishing-Versuche. Die Kosten für solche hochgradig individualisierten Angriffe liegen laut der Studie bei lediglich etwa 0,03 US-Dollar pro E-Mail. Branchenanalysten von Gartner gehen davon aus, dass KI-gestütztes Phishing insgesamt fünfmal effektiver ist als manuelle Methoden.

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Wirtschaftliche Folgen und steigende Sicherheitsinvestitionen

Die Zunahme komplexer Hacking-Vorfälle, die unter anderem Plattformen von OpenAI, Anthropic und Meta betreffen, zwingt Unternehmen zu massiven Investitionen. Gartner prognostiziert für das Jahr 2026 einen Anstieg der weltweiten Cybersecurity-Ausgaben um 12,5 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 240 Milliarden US-Dollar.

Besonders deutlich zeigt sich der Kostendruck bei Finanzplattformen. Betreiber der indischen UPI-Plattformen warnen vor steigenden Sicherheitsaufwendungen durch neue KI-Bedrohungen wie „Mythos Preview“ von Anthropic. Die Ausgaben für Sicherheit machen dort mittlerweile mehr als 20 Prozent der Betriebskosten aus, was etwa 10 bis 20 Paisa pro Transaktion entspricht. Im Juli 2026 verzeichnete das UPI-System 2.366 Crore Transaktionen, wobei die Sicherheitskosten allein in diesem Monat die Marke von 350 Crore Rupien überschritten.

Strategien zur Abwehr und neue Industriestandards

Um den neuen Bedrohungslagen zu begegnen, setzen Finanzdienstleister weltweit auf technologische Aufrüstung. In Bahrain hat STC Pay eine erweiterte In-App-Authentifizierung eingeführt, die biometrische Verifizierung, dynamische Einmalpasswörter (OTPs) und Multi-Faktor-Authentifizierung umfasst. Solche Maßnahmen entsprechen den verschärften Fintech-Sicherheitsvorgaben der bahrainischen Aufsichtsbehörden.

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Auch das globale Zahlungsnetzwerk Swift reagiert mit einem neuen Rahmenwerk für grenzüberschreitende Zahlungen, an dem rund 60 Banken in 25 Ländern beteiligt sind, darunter die Bank of America und JPMorgan Chase. Das System zielt auf kleinere Transaktionen ab und bietet Abwicklungen nahezu in Echtzeit bei festen Gebühren, wobei auch tokenisierte Einlagen als Option vorgesehen sind.

Gleichzeitig verschärfen Aufsichtsbehörden die Anforderungen an die Reaktionsgeschwindigkeit der Banken. Die Central Bank of Kenya (CBK) verlangt mittlerweile die Lösung von Kundenbeschwerden innerhalb von sieben Tagen. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Vorfällen wie bei der Standard Chartered Bank Kenya, wo Kunden aufgrund technischer Fehlercodes zeitweise komplett vom mobilen Banking ausgeschlossen waren.

Experten empfehlen zur Prävention von KI-gestützten Angriffen eine Reduzierung der öffentlichen Verlinkbarkeit von Mitarbeiterprofilen, verstärkte Schulungsprogramme sowie strengere technische Isolationsmaßnahmen innerhalb der IT-Infrastrukturen.

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de | wissenschaft | 69941035 |