Android-SicherheitslĂŒcke: 43,6 Prozent der GerĂ€te ohne regulĂ€ren Patch
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk hat am 29. Oktober 2026 Details zu einer kritischen Schwachstelle namens âSMS of Deathâ veröffentlicht. Die unter der Kennung CVE-2026-58882 gefĂŒhrte LĂŒcke erlaubt es Angreifern, Android-Smartphones der Versionen 12 bis 17 ohne jegliche Interaktion der Nutzer zum Absturz zu bringen.
Die prÀparierten Nachrichten nutzen die veraltete WAP-Push-Technik, tauchen nicht im normalen Posteingang auf und bleiben auf dem Display vollstÀndig unsichtbar.
PufferĂŒberlauf im Telefonie-Dienst
Die Ursache des Fehlers liegt tief im Android-System. Laut Blaszczyk fĂŒhrt ein ungeprĂŒfter LĂ€ngenwert in der Funktion WapPushOverSms.decodeWapPdu dazu, dass eine Ganzzahl auf einen Wert von rund minus 2,1 Milliarden kippt. Die dadurch ausgelöste NegativeArraySizeException bringt den zentralen Telefonie-Prozess com.android.phone unvermittelt zum Absturz.
In durchgefĂŒhrten Versuchsreihen lieĂ sich der Angriff zu 100 Prozent reproduzieren. Betroffen waren unter anderem das Google Pixel 9 mit Firmware-Stand von April 2026 sowie mehrere Modelle der Galaxy- und A-Serie von Samsung.
Pro empfangener Nachricht verliert das Mobiltelefon fĂŒr etwa eine bis zwei Sekunden die Netzverbindung. Laufende Telefonate, einschlieĂlich abgesetzter Notrufe, brechen dabei unmittelbar ab. In Tests fĂŒhrte bereits eine einzelne SMS zu wiederkehrenden AusfĂ€llen ĂŒber einen Zeitraum von bis zu einer Woche.
Endlosschleifen und Datenverlust
Wird ein GerĂ€t massiv attackiert, droht der vollstĂ€ndige Systemstillstand. Blaszczyk stellte fest, dass rund 20 manipulierte Nachrichten ein TestgerĂ€t ĂŒber lĂ€ngere Zeit unbrauchbar machten. Etwa 30 schnell aufeinanderfolgende Nachrichten fĂŒhrten dazu, dass die SMS-Datenbank korrumpierte und das Smartphone bei jedem Startvorgang abstĂŒrzte.
Millionen Android-Nutzer sind tĂ€glich Hackern schutzlos ausgeliefert â ohne es zu wissen. Ein veraltetes Smartphone ist wie eine offene HaustĂŒr fĂŒr Cyberkriminelle, doch dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie sich effektiv schĂŒtzen. Android-Sicherheitsreport jetzt kostenlos herunterladen
Ohne entsprechende Fehlerbehebung startet das betroffene Telefon nach einem erfolgreichen Angriff etwa alle 90 Sekunden neu. Greift das integrierte Schutzsystem RescueParty ein, leitet es das Smartphone in den Wiederherstellungsmodus weiter und fordert die Nutzer auf, sÀmtliche GerÀtedaten zu löschen.
Patch-Situation und Empfehlungen
Google stellt Sicherheitsupdates fĂŒr die Android-Versionen 14 bis 17 bereit, spĂ€testens seit Anfang Oktober 2026. Dieser Fix sorgt dafĂŒr, dass das Betriebssystem eine der 20 potenziell schĂ€dlichen Nachrichten erkennt und umgehend entfernt. WĂ€hrend hauseigene Pixel-Modelle die Aktualisierung unmittelbar erhalten, kann die Verteilung bei Herstellern wie Samsung oder Xiaomi Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.
FĂŒr Ă€ltere Plattformen gestaltet sich die Lage kritischer: Da Google den Support fĂŒr Android 13 im FrĂŒhjahr 2026 eingestellt hat, ist fĂŒr Android 12 und 13 kein regulĂ€rer Patch zu erwarten. Eine SchlieĂung der LĂŒcke bliebe dort einzelnen Herstellern ĂŒberlassen. Laut einer Auswertung der Android-Versionsverteilung laufen 43,6 Prozent der erfassten GerĂ€te weiterhin mit Android 13 oder Ă€lteren Versionen.
Wer sein Android-Smartphone ĂŒber einfache Updates hinaus absichern möchte, findet in diesem Ratgeber fĂŒnf sofort umsetzbare Experten-Tipps. SchĂŒtzen Sie Ihre Daten und Apps mit einfachen Schritt-fĂŒr-Schritt-MaĂnahmen wirksam vor unbefugtem Zugriff. 5 SchutzmaĂnahmen fĂŒr Ihr Smartphone gratis sichern
Nutzer neuerer GerĂ€te sollten den aktuellen Oktober-Patch unverzĂŒglich installieren und regelmĂ€Ăige Datensicherungen anlegen. GerĂ€t ein Smartphone durch die Attacke in den Wiederherstellungsmodus, warnen Experten davor, voreilig die Option zum Löschen der Daten zu wĂ€hlen.
Eine Rettung ohne Datenverlust ist ĂŒber eine PC-Verbindung mithilfe des Entwicklerwerkzeugs Android Debug Bridge möglich, verlangt jedoch technisches Fachwissen. Zudem kann es helfen, eine physische SIM-Karte vorĂŒbergehend in ein GerĂ€t ohne Android-Betriebssystem umzusetzen; bei fest integrierten eSIMs gestaltet sich dieser Schritt hingegen schwieriger.
