Android-Spyware: Flying Eagle RAT infiziert über Messenger-Apps
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsbehörden und IT-Analysten haben neue, koordinierte Spyware-Kampagnen identifiziert, die gezielt Android-Nutzer über gängige Messenger-Dienste angreifen. Dabei infizieren Angreifer die Endgeräte potenzieller Opfer mithilfe manipulierter Kontakte. Im Zentrum der Untersuchungen stehen die Schadsoftware-Familien „Flying Eagle Android RAT“ und deren Variante „Night Dragon“, deren Infrastruktur Experten nun weitgehend offenlegen konnten.
Globale Infrastruktur und Verteilung über Telegram
Nach Analysen der Sicherheitsfirmen Hunt.io und NetAskari zirkuliert der Quellcode des sogenannten Flying Eagle Android RAT (Remote Access Trojan) derzeit verstärkt in spezialisierten Telegram-Kanälen wie SQLRCE0 und Yx Technology. Die Experten konnten die Kontrollpanels der Angreifer auf insgesamt 170 Servern weltweit nachverfolgen. Ein Großteil dieser Infrastruktur befindet sich in Hongkong, weitere Standorte wurden in den USA, China, Finnland, Malaysia, Kanada und Japan lokalisiert.
Die technische Identifizierung der Server gelang den Analysten über verschiedene Merkmale: 158 Server wurden über eine spezifische AdminPro-Seite zugeordnet, während 12 weitere über ein Standardzertifikat erkannt wurden. Der Schadcode selbst wird den Berichten zufolge als 388 MB großes Archiv unter dem Namen „???.zip“ verbreitet, wobei für die Bereitstellung häufig Docker-Container genutzt werden.
Ein integrierter „Builder“ ermöglicht es den Hintermännern, die Schadsoftware individuell anzupassen. Dabei können Paketnamen randomisiert sowie der Name der App, das Icon und die Adresse des Befehlsservers (C2) verändert werden. Zur Absicherung der Kommunikation mit den Kontrollservern nutzt die Software eine AES-128-CBC-Verschlüsselung. Sicherheitsforscher ordnen die vorliegenden Proben zudem der bekannten Spyware-Familie SpyNote zu.
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Weitreichende Spionagefunktionen durch Missbrauch von Systemdiensten
Die Funktionalität des Flying Eagle Android RAT stellt eine erhebliche Bedrohung für die Datensicherheit dar. Das Framework erlaubt die Erstellung gefälschter Android-Applikationen, mit denen sensible Informationen entwendet werden können. Hierzu nutzt die Software intensiv die Barrierefreiheitsdienste (Accessibility Services) des Android-Betriebssystems aus.
Durch diese Berechtigungen ist die Spyware in der Lage, Tastatureingaben zu protokollieren (Keylogging), Bildschirmaufnahmen anzufertigen und unbemerkt auf die Kamera zuzugreifen. Damit erhalten Angreifer nahezu vollständige Kontrolle über die Aktivitäten auf dem infizierten Gerät und können private Kommunikation sowie Zugangsdaten in Echtzeit mitlesen.
Die Variante Night Dragon nimmt Banking-Apps ins Visier
Bereits im Juni wurde eine modifizierte Version der Schadsoftware unter dem Namen „Night Dragon“ eingeführt. Diese Variante ist speziell darauf ausgelegt, Passwörter für Banking-Applikationen zu entwenden. Um unentdeckt zu bleiben, verbirgt die App ihr Icon auf dem Startbildschirm und täuscht dem Nutzer stattdessen ein gefälschtes System-Update vor, um weitere Berechtigungen zu erschleichen oder Aktivitäten zu tarnen.
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Aktuelle Daten der Analysten belegen die Aktivität dieser Variante: Auf zwei identifizierten Night-Dragon-Servern zeigte das Kontrollpanel insgesamt 46 verbundene Geräte an, von denen 29 zum Zeitpunkt der Untersuchung aktiv waren.
Sicherheitsexperten raten Android-Nutzern zur besonderen Vorsicht bei unaufgeforderten Kontaktanfragen oder Dateien über Messenger-Dienste. Da die Kampagnen aktiv sind und die Infrastruktur weltweit verteilt ist, bleibt die Bedrohungslage für Mobilgeräte derzeit auf einem hohen Niveau.
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