Android-Transfer-Apps, Sicherheitslücken

Android-Transfer-Apps: Sicherheitslücken betreffen mehr als 12 Milliarden Installationen

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 00:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie dokumentiert acht Schwachstellen in Transfer-Apps; die Hersteller haben inzwischen Korrekturen per Update bereitgestellt.
Ein nächtlicher, schwach beleuchteter Flur in einem modernen Universitätslabor mit kühler, bläulicher Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt.

Forscher der Technischen Universität Graz und des Zentrums für sichere Informationstechnologie Austria (A-SIT) haben gravierende Sicherheitslücken in Datentransfer-Apps von sieben großen Android-Herstellern nachgewiesen.

Betroffen sind Anwendungen von Google, Samsung, Xiaomi, Oppo, Vivo, Huawei und Honor, die zusammen weltweit auf mehr als 12 Milliarden Installationen kommen. Die Ergebnisse der Untersuchung mit dem Titel „Clone2Pwn“ wurden auf dem Fachkongress European Symposium on Research in Computer Security 2026 in Rom vorgestellt.

Geringer Aufwand ermöglicht Zugriff aus der Distanz

Die IT-Sicherheitsforscher zeigten auf, dass Angriffe teils ganz ohne physischen Zugriff auf die Geräte durchgeführt werden konnten. Für die Umsetzung genügte handelsübliche Ausrüstung im Wert von unter 100 Euro beziehungsweise rund 2500 Kronen. Damit gelang es den Experten, Datenübertragungen in geschlossenen Räumen über Distanzen von 20 bis 45 Metern hinweg mitzulesen oder gezielt zu manipulieren.

Im Rahmen der Testreihen definierten die Forscher sechs unterschiedliche Angriffsszenarien. Insgesamt wurden dabei acht Schwachstellen dokumentiert, von denen die Experten fünf als schwerwiegend einstuften. Zu den gefährdeten Informationen zählen sensible Inhalte wie Fotos, Kontakte, SMS-Nachrichten, Anruflisten sowie Gesundheitsdaten und gespeicherte WLAN-Zugangsdaten.

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Manipulation und Einschleusen von Schadsoftware

Sicherheitsprobleme wurden nach Angaben der Forscher in sämtlichen sieben geprüften Anwendungen festgestellt, konkrete Angriffe demonstrierte das Team bei fünf dieser Programme. Bei sechs der sieben untersuchten Apps gelang den Forschern die Umgehung der Sicherheitsmechanismen für die WLAN-Übertragung. In fünf Fällen war es zudem möglich, manipulierte Datenpakete sowie Schadsoftware direkt auf das Zielgerät einzuschleusen.

Die Anfälligkeit variierte zwischen den einzelnen Systemen: Während Samsung Smart Switch und Vivo EasyShare in drei von sechs Angriffsszenarien Lücken aufwiesen, zeigte sich Google Android Switch in einem von sechs Szenarien verwundbar.

Hersteller stellen Sicherheitsupdates bereit

Die betroffenen Hersteller wurden vor der Veröffentlichung der Studie über die Schwachstellen in Kenntnis gesetzt und haben inzwischen entsprechende Aktualisierungen zur Behebung der Probleme bereitgestellt.

Unabhängig von der Veröffentlichung schloss Google im Rahmen seines Android-Sicherheitsupdates für Oktober 2026 insgesamt 25 Schwachstellen, darunter sieben kritische Sicherheitslücken. Samsung behob mit einem eigenen Update laut einem Branchenbericht 62 Sicherheitsaspekte.

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Angesichts der Erkenntnisse raten IT-Sicherheitsexperten Anwendern dazu, bereitgestellte System- und App-Updates unverzüglich einzuspielen. Um Übertragungsrisiken beim Gerätewechsel zu minimieren, wird zudem empfohlen, Daten nicht an öffentlichen Orten und vorzugsweise über eine direkte Kabelverbindung statt über drahtlose Netzwerke zu übertragen.

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