Android-Trojaner: Sieben Familien fangen 7,6 Millionen SMS von Bankkunden ab
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 20:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsforscher haben groĂangelegte Angriffe auf Kunden indischer Finanzinstitute aufgedeckt. Laut einem Bericht des IT-Sicherheitsunternehmens Group-IB vom 28. Oktober 2026 fingen sieben verschiedene Android-Trojaner-Familien insgesamt 7.611.443 SMS ab, darunter vertrauliche Einmalpasswörter (One-Time-Passwords, OTPs).
Tausende infizierte Smartphones und manipulierte APKs
Die Analysen von Group-IB identifizierten die Schadsoftware-Familien cyb3rx, appkjl, godz, d-passive, d-shine, GhostBat/GhostGrab sowie tenxen. Insgesamt wurden mindestens 17.960 Smartphones von Kunden indischer Banken infiziert. Diese Gesamtzahl setzt sich aus 2.364 GerĂ€ten zusammen, die ĂŒber Installations-Benachrichtigungen erfasst wurden, sowie 15.596 weiteren GerĂ€ten, die aus einem offenen Firebase-Speicher ermittelt werden konnten.
Um die Opfer zur Installation der schÀdlichen Android-Pakete (APKs) zu verleiten, nutzten die Angreifer gezielte TÀuschungen. Die digitalen Köder imitierten elf indische Banken sowie zwei offizielle Regierungsprogramme.
Zu den nachgeahmten Marken gehörten unter anderem die Punjab National Bank und die IDFC First Bank. Group-IB stellte fest, dass die manipulierten APKs auf der Entwicklerplattform GitHub gehostet wurden. Nach einer entsprechenden Meldung wurden die betroffenen Nutzerkonten deaktiviert.
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GeschÀftsmodell im Abonnement und gezielte Verschleierung
Parallel dazu dokumentierte das Sicherheitsunternehmen CloudSEK AktivitĂ€ten rund um die Malware-Operation MR ROBOT, die ĂŒber ein Abonnementmodell vertrieben wird. Ein Affiliate-Partner dieser Schadsoftware betrieb ein Administrations-Panel mit rund 154 GerĂ€ten und fing 3.270 Nachrichten ab.
Von diesen GerĂ€ten wurden 149 der 153 erfassten Telefone im Mai registriert. Die Infektionen verteilten sich auf acht Hersteller â ĂŒberwiegend gĂŒnstige Android-Modelle â und erstreckten sich ĂŒber alle vier groĂen indischen Mobilfunknetze. Der aktivste Tag dieser Kampagne war der 25. Juli mit 562 abgefangenen Nachrichten.
CloudSEK zufolge bot eine Storefront auf der Plattform Telegram rund 36 TĂ€uschungs-Apps an. Das Angebot umfasste Nachahmungen von neun Banken sowie gefĂ€lschte Seiten fĂŒr VerkehrsbuĂgelder, die minimale Schein-Zahlungen in Höhe von 9 oder 10 indischen Rupien vorsahen.
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Technisch arbeitet die Schadsoftware mit Verschleierungstaktiken: Sie verzögert ihre bösartigen Aktionen teilweise um mindestens 48 Stunden, blendet App-Icons aus, greift auf verschlĂŒsselte Komponenten zurĂŒck und verwendet fĂŒr jeden Affiliate-Partner eigene Firebase-Datenbanken.
