Android-Übertragungs-Apps, Anwendungen

Android-Übertragungs-Apps: Sieben Anwendungen mit kritischen Sicherheitslücken

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 15:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschende fanden Schwachstellen in sieben Android-Transfer-Apps; die Hersteller stellten Sicherheitsupdates bereit.
Ein moderner Forschungsarbeitsplatz in einem Labor mit einem Netzwerkanalysegerät zur Überwachung digitaler Signale. Illustration mit AI erstellt.

Forschende des Instituts für Informationssicherheit der Technischen Universität Graz und des Zentrums für sichere Informationstechnologie Austria (A-SIT Wien) haben kritische Schwachstellen in weit verbreiteten Android-Übertragungs-Apps aufgedeckt.

Betroffen sind alle sieben von dem Team untersuchten Anwendungen führender Hersteller: Google Switch, Honor Device Clone, Huawei Phone Clone, Oppo Clone Phone, Samsung Smart Switch, Vivo EasyShare und Xiaomi Mi Mover.

Geringer Aufwand für Angreifer im Nahbereich

Wie die Forschenden auf der Sicherheitskonferenz ESORICS 2026 in Rom darlegten, können Angreifer mit vergleichsweise einfachen Mitteln Daten abgreifen. Eine handelsübliche Ausrüstung für unter 100 Euro reiche bereits aus, um sich in die Kommunikation einzuklinken. Voraussetzung dafür ist lediglich der Aufenthalt im selben WLAN-Bereich, was in geschlossenen Räumen typischerweise einer Distanz von 20 bis 45 Metern entspricht.

Über diesen Weg ließen sich während des Synchronisationsvorgangs höchst vertrauliche Informationen auslesen. Dazu zählen persönliche Fotos, Kontaktlisten, SMS-Nachrichten, Gesundheitsdaten sowie gespeicherte Zugangsdaten und WLAN-Passwörter. In einzelnen Fällen war es den IT-Experten zufolge zudem möglich, über manipulierte App-Pakete bösartige Software einzuschleusen, indem legitime Installationsdateien unbemerkt durch Schadcode ersetzt wurden.

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Milliarden Downloads durch Vorinstallation

Die potenzielle Tragweite der Sicherheitslücken ist erheblich. Nach Angaben der Forschenden kommen die sieben untersuchten Programme zusammen auf über 12 Milliarden Downloads. Da viele Hersteller diese Werkzeuge direkt auf ihren Geräten vorinstallieren, ist die Verbreitung immens. Die Downloadzahl ist allerdings nicht mit der Zahl tatsächlich betroffener oder kompromittierter Nutzer gleichzusetzen.

Von den entdeckten Schwachstellen wurden fünf als schwerwiegend eingestuft. Insgesamt zogen die Untersuchungen die Veröffentlichung von sieben Sicherheitshinweisen nach sich.

Hersteller reagieren mit Patches

Vor der Publikation ihrer Analyse hatten die Forschenden die betroffenen Smartphone-Hersteller über die Probleme in Kenntnis gesetzt. Google, Samsung, Xiaomi, Oppo, Vivo, Huawei und Honor haben daraufhin Sicherheitsupdates für ihre jeweiligen Anwendungen bereitgestellt.

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Gleichwohl warnen die Wissenschaftler vor verbleibenden Alltagsrisiken. Als besonders anfällig gilt demnach die Einrichtung neuer Telefone direkt im Fachhandel, da in Verkaufsräumen regelmäßig viele Geräte über offene oder gemeinsam Netze konfiguriert werden.

Verbrauchern wird geraten, vor einem Datentransfer zwingend den Versionsstand der Übertragungs-App auf beiden Smartphones abzugleichen und diese bei Bedarf zu aktualisieren. Teils sei vor dem Wechsel auch ein Update des gesamten mobilen Betriebssystems notwendig, um die Sicherheitslecks vollständig zu schließen.

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