Android und Google-Konten: Automatische Nummernverknüpfung betrifft auch Zweitkonten
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 17:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsforscher schlagen wegen gravierender Risiken im Google-Ökosystem Alarm: Neben kritischen Sicherheitslücken und anfälligen Standardeinstellungen im Webbrowser Chrome sorgt insbesondere die automatisierte Verknüpfung von Mobilfunknummern mit Google-Konten auf Android-Geräten für Verunsicherung. Die Mechanismen gefährden potenziell Nutzerdaten und eröffnen Angreifern weitreichende Zugriffsmöglichkeiten.
Kritische Schwachstellen in Chrome und Edge
Das DFN-CERT stuft eine Sicherheitslücke in Google Chrome, Chromium sowie Microsoft Edge und Edge für Android als kritisch ein. Laut der Warnmeldung DFN-CERT-2026-5784 erlaubt der Fehler aus der Ferne das Ausführen beliebigen Programmcodes ohne vorherige Privilegien, setzt dafür allerdings eine Interaktion der Anwender voraus.
Zudem werden mögliche Auswirkungen auf andere Systemkomponenten befürchtet. Als ebenfalls kritisch gilt die Schwachstelle CVE-2026-110151, die mittlerweile auch in der erweiterten Version Chrome Extended Stable behoben wurde.
Google reagiert mit der Verteilung geschlossener Versionen: Für Linux steht Chrome 155.0.8059.84 bereit, während Windows und macOS mit den Versionen 155.0.8059.84 und 155.0.8059.85 versorgt werden.
Der weltweite Rollout ist für die kommenden Tage und Wochen vorgesehen. Im selben Zeitraum folgt Chrome Extended Stable 152.0.7977.169 für macOS und Windows. Für Mobilgeräte soll Chrome 155.0.8059.84 für Android binnen weniger Tage über Google Play erhältlich sein.
Auch Microsoft aktualisiert seine Software und liefert Edge 155.0.4283.61 für Android sowie 155.0.4283.62 für Windows als Sicherheitsupdates aus. Bei den Linux-Distributionen schloss openSUSE am 19. Oktober 2026 mit einem Update für Chromium unter Leap 16.0 insgesamt zehn Schwachstellen. Für Fedora 44, Fedora 43 sowie EPEL 9 und EPEL 10.2 bis 10.4 testing wurde das Paket chromium-155.0.8059.84-1 stable freigegeben.
Automatische Telefonnummernzuordnung unter Android
Parallel zu den Softwarelücken gerät die automatische Nummernverifikation von Google in die Kritik. Auf Android-Smartphones und Tablets verifiziert Google hinterlegte Telefonnummern eigenständig und weist diese ohne vorherigen Hinweis oder Abfrage sämtlichen auf dem Gerät aktiven Konten zu. Davon betroffen sind nicht nur private Hauptkonten, sondern auch berufliche oder anonym geführte Zweitkonten.
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Google begründet die Praxis mit Sicherheits- und Komfortfunktionen. Die Telefonnummer diene der Kontowiederherstellung, Anmeldevorgängen, Notfallkommunikation sowie Funktionen wie RCS und Quick Share. Zudem helfe die Angabe gemäß den Optionen für personalisierte Dienste bei relevanteren Werbeeinblendungen; ein Verkauf der Daten erfolge laut Unternehmensangaben jedoch nicht.
Aus Berichten von Betroffenen auf Reddit geht hervor, dass Google Play Services hierfür SIM-Kennungen und Gerätedaten im Hintergrund mit dem jeweiligen Mobilfunkanbieter austauscht. Das Phänomen zeigte sich neben Standardgeräten von Xiaomi unter Android 14 und Huawei unter Android 10 auch auf Emulatoren sowie dem auf Privatsphäre ausgerichteten GrapheneOS.
Aufwendige Deaktivierung und Risiken bei der Kontowiederherstellung
Für Anwender gestaltet sich die Trennung schwierig. Laut Sicherheitsanalysten von Kaspersky gibt es kein integriertes Bordmittel, um Mobilfunknummern gezielt einzelnen Profilen zuzuordnen; teilweise aktiviere sich die Funktion sogar eigenständig wieder.
Betroffene können den Automatismus in den Android-Einstellungen im Bereich Google unter Datenschutz und Sicherheit bei der Telefonnummernverifizierung abschalten. Dieser Schritt verhindert jedoch nur künftige Verknüpfungen.
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Bereits zugeordnete Nummern müssen separat über die Kontoverwaltung im Bereich persönliche Daten je Konto manuell gelöscht werden, was spätere Wiederherstellungsprozesse erschweren kann. Wird die Funktion deaktiviert, fallen zudem RCS-Chats in Google Messages weg.
Experten warnen in diesem Zusammenhang davor, dass die SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung durch Angriffe wie SIM-Swapping grundsätzlich gefährdet bleibt; als deutlich sicherere Schutzmaßnahmen gelten Passkeys, Authentifikator-Apps oder externe Hardware-Schlüssel.
