Android unter Druck: NFC-Angriffe steigen um 188 Prozent
Veröffentlicht am: 10.07.2026 um 07:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hacker setzen zunehmend auf KI-generierte Schadsoftware und automatisierte Angriffstools.
Die Bedrohungslage für Android-Nutzer hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschärft. Sicherheitsforscher melden eine regelrechte Flut neuer Angriffsmethoden – von Abo-Modellen für Schadsoftware auf Telegram bis hin zu KI-generierten Banking-Trojanern. Besonders betroffen: Finanzinstitute und deren Kunden.
RedWing: Banking-Trojaner im Abo-Modell
Am 7. Juli 2026 entdeckten Forscher von Zimperium zLabs einen neuen Android-Banking-Trojaner namens RedWing. Das Besondere: Die Schadsoftware wird als Dienstleistung auf Telegram vermietet. Kriminelle können über einen automatisierten Bot verschiedene Abo-Stufen buchen und damit maßgeschneiderte Schadsoftware erstellen.
RedWing, eine Variante der Oblivion-MaaS-Plattform (Malware-as-a-Service), zielt auf 82 Finanzinstitute ab – mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem russischen Markt. Der Trojaner nutzt keine klassischen Sicherheitslücken, sondern setzt auf Social Engineering: Nutzer werden manipuliert, die App manuell zu installieren.
Ist die Schadsoftware erst auf dem Gerät, kann sie:
- Gefälschte Login-Masken einblenden (Phishing-Overlays)
- SMS-Einmalpasswörter abfangen
- Anrufe umleiten
- Fernzugriff per VNC (Virtual Network Computing) ermöglichen
- Tastatureingaben aufzeichnen (Keylogging)
- DDoS-Angriffe starten
RedHook: Systemzugriff auf neuem Niveau
Ein weiterer wiederaufgetauchter Schädling namens RedHook hat seine Fähigkeiten deutlich erweitert. Der Android-RAT (Remote Access Trojan) missbraucht die Barrierefreiheitsdienste des Betriebssystems, um eigenständig die drahtlose Debugging-Funktion zu aktivieren.
Die Zahl der NFC-Angriffe auf Android ist um 188 Prozent gestiegen – Banking-Trojaner wie RedWing und RedHook zielen gezielt auf Ihre Kontodaten. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie sich mit wenigen Einstellungen effektiv schützen. Jetzt kostenlosen Schutz-Report anfordern
Dank Code aus dem Shizuku-Projekt erlangt die Malware Shell-Berechtigungen (uid 2000) und kann über 50 verschiedene Befehle von einem Kommando-Server ausführen. Ursprünglich auf Vietnam beschränkt, zielt RedHook nun auch auf Nutzer in Indonesien.
Um auf dem Gerät zu überleben, setzt der Trojaner auf raffinierte Tricks:
- Ein-Pixel-Aktivitäten, die für Nutzer unsichtbar sind
- Stumme Audio-Wiedergabe, um den Prozess aktiv zu halten
- „Gegenseitige Wiederbelebung" – startet sich neu, wenn der Prozess beendet wird
KI-gesteuerte Angriffe und NFC-Ausbeutung
Die Integration künstlicher Intelligenz in die Malware-Entwicklung wird messbar. Im ersten Halbjahr 2026 dokumentierte ESET mit PromptSpy den ersten Android-Schädling, der gezielt Gemini-KI-Funktionen nutzt. Gleichzeitig haben sich „ClickFix"-Angriffe – eine Social-Engineering-Methode – innerhalb weniger Monate verdoppelt.
Elastic Security Labs identifizierte eine Kampagne namens REF6045, die mit ClickFix Banking- und Kryptowährungsnutzer in Mexiko angreift. Die verwendete SCMBANKER-Malware täuscht gefälschte CAPTCHA-Seiten vor, um Nutzer zur Installation der Schadsoftware zu bewegen. Teile des Codes wurden offenbar von großen Sprachmodellen (LLMs) generiert.
Parallel dazu steigen Angriffe auf kontaktloses Bezahlen dramatisch. Laut Kaspersky nahmen NFC-basierte Attacken auf Android-Geräte zwischen Januar und April 2026 um 188 Prozent zu – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 35.600 solcher Angriffe wurden blockiert. Die Malware-Familien SuperCard X, PhantomCard und NGate sind besonders aktiv. Schwerpunkt ist Russland, doch die Angriffe greifen auch auf Lateinamerika und Europa über.
KI-generierte Malware wie PromptSpy umgeht herkömmliche Schutzprogramme – und Google zwingt Sie zu 24 Stunden Wartezeit beim Sideloading. Unser Report liefert eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um trotzdem sicher Apps zu installieren und Banking-Trojaner zu erkennen. Schritt-für-Schritt-Anleitung jetzt sichern
Google zieht die Bremse
Als Reaktion auf die zunehmenden Gefahren durch manuell installierte Apps hat Google neue Schutzmaßnahmen eingeführt. Seit Kurzem gilt eine obligatorische 24-stündige Wartezeit für Nutzer, die Apps von nicht verifizierten Entwicklern sideloaden möchten. Diese Verzögerung soll den Sicherheitssystemen Zeit geben, potenziell schädliche Pakete zu identifizieren, bevor sie auf dem Gerät landen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
