Angst, Depression

Angst und Depression: Basilikum-Extrakt senkt Werte stärker als Placebo

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 17:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer vierwöchigen Untersuchung gingen Depressions- und Angstwerte mit Basilikum-Extrakt stärker zurück; geringe Teilnehmerzahl begrenzt die Aussagekraft.
Frische Basilikumblätter auf einer dunklen Steinoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

In der Begleitbehandlung von psychischen Erkrankungen rücken pflanzliche Zubereitungen zunehmend in das Blickfeld der klinischen Forschung. Eine im Fachjournal Brain and Behavior erschienene Untersuchung analysierte das Potenzial eines hydroalkoholischen Basilikum-Extrakts als adjuvante Therapie bei Personen, die unter einer Major Depression und gleichzeitig unter klinisch relevanter Angst leiden.

Die Ergebnisse deuten auf eine stärkere Symptomminderung im Vergleich zu einer alleinigen Standardbehandlung hin, weisen jedoch methodische Besonderheiten auf.

Studiendesign und beobachtete Effekte auf Symptomwerte

An der Untersuchung nahmen 60 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren teil, bei denen eine Major Depression sowie klinisch relevante Angstsymptome diagnostiziert worden waren.

Über einen Behandlungszeitraum von vier Wochen erhielten alle Teilnehmenden das standardmäßige Antidepressivum Sertralin, einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), der unter anderem unter dem Handelsnamen Zoloft bekannt ist.

Eine Gruppe bekam zusätzlich einen aus getrockneten Blättern hergestellten, zu 70 Prozent hydroalkoholischen Basilikum-Extrakt-Sirup, während die Kontrollgruppe ein Placebo einnahm.

Hinsichtlich der Dosierung des verabreichten Sirups weisen Berichte über die Untersuchung allerdings uneinheitliche Angaben auf: Während teilweise von 5 Milligramm Sirup die Rede ist, nennen andere Quellen 5 Milliliter Sirup mit einem Gehalt von 1.100 Milligramm Extrakt.

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Nach vier Wochen verzeichnete die Verum-Gruppe deutlichere Rückgänge auf den standardisierten Bewertungsskalen. Im Durchschnitt sanken die Depressionswerte unter der Gabe des Basilikum-Extrakts um 18 Punkte, verglichen mit einer Reduktion um 11 Punkte in der Placebo-Gruppe. Bei den Angstmessungen verringerte sich der Wert in der Basilikum-Gruppe im Schnitt um 20 Punkte, während die Kontrollgruppe einen Rückgang um 10 Punkte aufwies.

Methodische Einschränkungen und Verträglichkeit

Für die statistische Endauswertung lagen die Daten von 27 Teilnehmenden aus der Basilikum-Gruppe und 30 Teilnehmenden aus der Placebo-Gruppe vor. In der Interventionsgruppe brachen drei Personen die Studie vorzeitig ab, was unter anderem auf aufgetretene leichte Magen-Darm-Beschwerden zurückgeführt wurde.

Neben der geringen Fallzahl schränkt der methodische Aufbau die Aussagekraft der Resultate ein. Die Studie wurde lediglich einfach verblindet durchgeführt. Da pflanzliche Sirupe oft ein charakteristisches Aroma aufweisen, bestand die Möglichkeit, dass der Eigengeschmack des Extrakts den beteiligten Probanden Hinweise auf ihre Gruppenzugehörigkeit lieferte und dadurch Erwartungseffekte verstärkte.

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Wissenschaftliche Einordnung und Grenzen der Anwendung

Die Studienautoren heben hervor, dass der untersuchte Extrakt keinesfalls als Ersatz für etablierte Psychopharmaka oder Psychotherapie verstanden werden darf. Zudem lassen sich die Beobachtungen nicht auf den Verzehr von haushaltsüblichem Küchenbasilikum übertragen, da ausschließlich ein spezifisch hergestellter Trockenblattextrakt Gegenstand der Prüfung war.

In der phytotherapeutischen Praxis hängt die Wirksamkeit von Vielstoffgemischen maßgeblich von Reinheit, Anbaubedingungen und Auszugsverfahren ab. Fachleute weisen in diesem Zusammenhang regelmäßig darauf hin, dass auch pflanzliche Begleitpräparate Wechselwirkungen mit einer bestehenden Langzeitmedikation auslösen können und vor einer Anwendung eine sorgfältige ärztliche Abstimmung erfordern.

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de | wissenschaft | 70410100 |