Anthropic, Milliarden

Anthropic: 1,31 Milliarden Euro Vergleich mit irischen Schriftstellern

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-Firma Anthropic zahlt 1,31 Milliarden Euro an irische Schriftsteller wegen Nutzung raubkopierter Werke für das KI-Training.

Anthropic einigt sich mit Autoren: Milliardenvergleich zu Urheberrechten
Ein aufgeschlagenes Buch auf einem modernen Schreibtisch vor einem verschwommenen Serverraum als Symbol für KI und Urheberrecht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das KI-Unternehmen Anthropic hat eine weitreichende Einigung mit irischen Schriftstellern erzielt, um Vorwürfe wegen massiver Urheberrechtsverletzungen beizulegen. Der Vergleich sieht Zahlungen in einer Gesamthöhe von 1,31 Milliarden Euro vor. Hintergrund der rechtlichen Auseinandersetzung ist die Nutzung geschützter Datenbestände aus der Plattform Library Genesis (LibGen) für das Training von Modellen der künstlichen Intelligenz.

Gerichtliche Bestätigung des Milliardenvergleichs

Die zuständige Richterin Araceli Martínez-Olguín erteilte in diesen Tagen die endgültige Genehmigung für den Vergleich in der Rechtssache Bartz gegen Anthropic. Das Gesamtvolumen der Einigung wird mit 1,5 Milliarden US-Dollar angegeben. Die juristische Entscheidung betrifft die unbefugte Verwendung von rund 500.000 urheberrechtlich geschützten Werken, welche das Unternehmen von Plattformen wie Library Genesis und Pirate Library Mirror bezogen haben soll.

Im Rahmen der Vereinbarung wurde eine Entschädigung von etwa 3.000 US-Dollar pro Titel festgesetzt. Branchenbeobachter wiesen darauf hin, dass dieser Betrag etwa dem Vierfachen des gesetzlichen Mindestbetrags für eine vorsätzliche Urheberrechtsverletzung entspricht. Ein wesentlicher Bestandteil der gerichtlichen Auflage ist zudem die Verpflichtung für Anthropic, die betroffenen raubkopierten Datensätze vollständig zu vernichten.

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Hohe Beteiligung betroffener Rechteinhaber

Die Resonanz auf das Vergleichsangebot unter den Autoren und Verlagen ist außerordentlich hoch. Berichten zufolge haben bereits 91,3 % bis 92 % der berechtigten Rechteinhaber entsprechende Ansprüche geltend gemacht. Die Irish Writers' Union begleitet das Verfahren aktiv und berät irische Autoren bei der Abwicklung ihrer Forderungen.

Die Auswirkungen des Vergleichs lassen sich am Beispiel großer Verlagshäuser verdeutlichen. So befinden sich allein vom Verlag Bloomsbury 14.087 Titel in den beanstandeten Datensätzen. Dies entspricht einem Entschädigungsvolumen von über 42 Millionen US-Dollar vor Abzug möglicher Gebühren.

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Konsequenzen für die KI-Branche

Die Einigung markiert einen bedeutenden Wendepunkt im Umgang mit geistigem Eigentum im Zeitalter generativer KI. Anthropic hatte für die Entwicklung seiner Sprachmodelle umfangreiches Material von Plattformen heruntergeladen, die für die Bereitstellung von Raubkopien bekannt sind. Die nun gerichtlich bestätigte finanzielle Kompensation sowie die angeordnete Löschung der Trainingsdaten unterstreichen die steigenden rechtlichen Anforderungen an Technologieunternehmen.

Während die Irish Writers' Union die Vereinbarung als wichtigen Schritt zur Sicherung der Autorenrechte wertet, verdeutlicht die Summe von 1,31 Milliarden Euro die wirtschaftlichen Risiken bei der Verwendung nicht lizenzierter Datenquellen. Die Einigung in der Sache Bartz gegen Anthropic gilt als eines der bisher umfangreichsten Verfahren dieser Art und könnte Signalwirkung für weitere schwebende Urheberrechtsstreitigkeiten in der Branche haben.

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