Antibiotika-Resistenzen: RKI und BfArM starten neues Online-Tool für Ärzte
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut fĂĽr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellen Fachkreisen ein neues digitales Instrument zur VerfĂĽgung, das detaillierte Einblicke in die Resistenzlage in Deutschland bietet.
Die Anwendung greift auf Daten der RKI-Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) zurück, welche Erkenntnisse sowohl aus ambulanten als auch aus stationären Gesundheitseinrichtungen bündelt. Das Vorhaben ist als Teil des Projekts AntibioResDE entstanden, wie unter anderem aus Berichten des RKI vom 6. Oktober 2026 hervorgeht.
Differenzierte Daten und WHO-Klassifikation
Kern der Anwendung ist die Abbildung von Resistenzanteilen relevanter Kombinationen aus Erregern und Antibiotika. Um eine verlässliche Informationsgrundlage für die Praxis sicherzustellen, werden die zugrundeliegenden Daten jährlich aktualisiert.
Behandelnde Ärztinnen und Ärzte können innerhalb des Programms spezifisch nach Erregern sowie Wirkstoffen filtern. Zur Einordnung der Substanzen greift das Online-Tool auf das AWaRe-Schema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück.
Diese Klassifikation unterteilt Antibiotika in die Segmente Access, Watch und Reserve. Anhand dieser Kategorien werden Wirkstoffe nach ihrer Einsatzempfehlung und dem jeweiligen Resistenzrisiko bewertet, wodurch ein gezielter Einsatz unterstĂĽtzt werden soll.
Die Resistenzlage unterscheidet sich regional — und die Therapieauswahl wird damit zur Entscheidung mit Datenbedarf. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie sich für den Fachkreis-Zugang registrieren, den Berufsnachweis vorbereiten und die Erreger-Wirkstoff-Filter für Ihre Verordnung nutzen. Kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
UnterstĂĽtzung bei der Therapieauswahl
Das primäre Ziel des Angebots besteht darin, das medizinische Personal bei der Therapieauswahl zu begleiten und einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika im Versorgungsalltag zu fördern. Dies betonten Fachmedien in Berichten vom 7. Oktober 2026. Da das System auf breiten surveillance-gestützten Daten aus Krankenhäusern und Arztpraxen in ganz Deutschland aufbaut, liefert es konkrete Anhaltspunkte über das regionale und überregionale Vorkommen von Resistenzen gegenüber bestimmten Wirkstoffklassen.
Registrierung und Zugangskriterien fĂĽr Fachgruppen
Die Nutzung des Portals ist Fachkreisen vorbehalten und an formale Voraussetzungen gekoppelt. Um Zugriff auf die Auswertungen zu erhalten, mĂĽssen sich Interessierte vorab registrieren.
Access, Watch, Reserve — das WHO-AWaRe-Schema ordnet Antibiotika nach Einsatzempfehlung und Resistenzrisiko. Wer die Kategorien im Alltag sicher anwenden will, braucht eine kompakte Einordnung. Der Leitfaden erklärt die drei Segmente und zeigt, wie Sie sie mit regionalen Resistenzdaten zu einer gezielteren Therapieentscheidung verbinden. WHO-AWaRe kompakt erklärt — Leitfaden sichern
Berechtigt sind neben Ärztinnen und Ärzten auch Studierende der Medizin, Angehörige von Gesundheitsfachberufen sowie Beschäftigte in politischen Organisationen und Institutionen des Gesundheitswesens. Für einzelne Berufsgruppen ist im Zuge der Anmeldung zudem ein gesonderter Berufsnachweis erforderlich.
