Apotheken-Telemedizin ab Juli: Neue Regeln für chronisch Kranke
06.07.2026 - 03:30:33 | boerse-global.de
Für ein neues orales Präparat haben sich bereits Patienten auf Wartelisten setzen lassen. Der Wirkstoff könnte eine echte Alternative zu den bisher dominierenden Spritzen wie Ozempic werden.
Milliarden-Investment in Pharma-Standort Dessau
Die Pharma-Industrie reagiert auf den Hype. In Dessau-Roßlau fließen über 100 Millionen Euro in die Produktion von Botulinumtoxin. Zwar wird der Wirkstoff primär für neurologische und ästhetische Behandlungen genutzt – das Investment zeigt aber: Spezialisierte Produktionsstandorte in Ostdeutschland werden immer wichtiger, um die globale Nachfrage zu bedienen.
„Natural Ozempic“: Warum Gelatine-Wasser keine Lösung ist
Soziale Medien sind voll von fragwürdigen Abnehm-Tipps. Aktuell kursiert ein Trend namens „Natural Ozempic“ – ein Getränk aus heißem Wasser und Gelatine. Die Idee: Gelatine soll ein Sättigungsgefühl auslösen.
Fachleute warnen: Wissenschaftliche Belege für eine signifikante Gewichtsabnahme gibt es nicht. Eine Vergleichbarkeit mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid sei nicht gegeben. Zudem drohen Verdauungsprobleme bei empfindlichen Personen. Die Abgrenzung zwischen geprüften Medikamenten und Hausmitteln bleibt eine zentrale Herausforderung.
Apotheken starten Videosprechstunden
Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Regeln für die Arzneimittelversorgung. Apotheken dürfen jetzt bundesweit assistierte Telemedizin anbieten. Das bedeutet: Strukturierte Ersteinschätzungen und Videosprechstunden mit Ärzten finden direkt in den Apothekenräumen statt.
Besonders für chronische Patienten ist der richtige Umgang mit Medikamenten entscheidend, um Langzeitfolgen zu vermeiden. Wie Sie beispielsweise erhöhte Blutzuckerwerte mit einfachen 3-Minuten-Übungen im Alltag verbessern können, erfahren Sie in diesem Ratgeber. 7 einfache Diabetes-Übungen kostenlos herunterladen
Das Angebot richtet sich besonders an Senioren ohne eigenes Endgerät und an Menschen auf dem Land. Nach dem digitalen Arztgespräch können E-Rezepte sofort eingelöst werden. Zudem wurde das Impfangebot auf alle Totimpfstoffe wie Tetanus oder FSME ausgeweitet.
Für chronisch kranke Patienten zwischen 18 und 74 Jahren gibt es eine weitere Entlastung: Die notwendigen Arztbesuche wurden auf ein halbjährliches Intervall reduziert. Das soll die Praxen spürbar entlasten.
Krankenkassen: Warken plant Milliardeneinsparung
Gesundheitsministerin Nina Warken will die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um rund 1,4 Milliarden Euro entlasten. Ein Kernpunkt: Die Zuschüsse für Bürgergeld-Bezieher sollen bis 2031 jährlich um 750 Millionen Euro steigen.
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Trotz dieser Maßnahmen drohen Engpässe in der Psychotherapie. Branchenvertreter warnen: Durch geplante Reformen und Budgetierungen könnten bis zu 30 Prozent der Therapieplätze wegfallen. Besonders betroffen wären gesetzlich Versicherte und chronisch Kranke.
Der Konsolidierungskurs bei den Kassen setzt sich fort. Die IKK Brandenburg und Berlin wird bereits im Oktober 2026 mit der IKK gesund plus fusionieren. Für einen Teil der Versicherten sinkt dadurch der Zusatzbeitrag.
