Apothekenfixum, Euro

Apothekenfixum steigt ab Juli: 9,00 Euro fĂŒr inhabergefĂŒhrte Betriebe

07.06.2026 - 07:30:32 | boerse-global.de

ABDA-Positionspapier sieht Apotheken stĂ€rker in PrĂ€vention und Medikationsmanagement. Fixum steigt, doch Branche fordert nachhaltige VergĂŒtung.

Apotheken fordern mehr Kompetenzen im deutschen Gesundheitssystem
Apothekenfixum - Eine Ă€ltere Frau spricht mit einem Apotheker in einer Apotheke, der ein Tablet mit Medikationsdaten zeigt. 07.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Ein Positionspapier der ABDA sieht eine aktivere Rolle in der PrimĂ€rversorgung vor – inklusive Medikationsmanagement und PrĂ€vention.

Die Apothekerkammer Nordrhein und der Apothekerverband Nordrhein unterstĂŒtzen die PlĂ€ne. Die Region zĂ€hlt aktuell 1.893 Apotheken, die statistisch fĂŒr jeweils 5.135 Menschen zustĂ€ndig sind. Schon in der Grippesaison 2025/2026 zeigte sich die Bereitschaft: Rund 44.000 Impfungen fĂŒhrten Apotheken in Nordrhein durch – fast doppelt so viele wie in der Vorjahresperiode.

ePA als SchlĂŒssel fĂŒr bessere Medikationsanalysen

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Seit dem 15. Januar 2025 ist die elektronische Patientenakte (ePA) flĂ€chendeckend eingefĂŒhrt. Experten sehen darin einen Meilenstein fĂŒr die Polymedikationsanalyse. Erstmals liegen alle Medikationsdaten digital an einem Ort vor. Apotheker und Ärzte können Wechselwirkungen und Risiken bei Mehrfachmedikation effizienter erkennen.

Die Gematik fordert eine patientenzentrierte Sicht. HausĂ€rzte begrĂŒĂŸen die digitale Akte grundsĂ€tzlich, verlangen aber klare Regeln zu Verantwortlichkeiten und Zugriffsrechten beim Medikationsmanagement.

Höheres Fixum – aber reicht das?

Das Bundeskabinett beschloss Anfang Juni 2026 eine Erhöhung des Apothekenfixums. Zum 1. Juli steigt es auf 9,00 Euro, zum 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro. Bundesgesundheitsministerium und Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz sehen darin ein wichtiges Signal fĂŒr inhabergefĂŒhrte Apotheken.

Branchenvertreter wie Mathias Arnold und Dr. Jens-Andreas MĂŒnch aus Sachsen-Anhalt widersprechen. Nach ĂŒber einem Jahrzehnt ohne Anpassung gleiche die Erhöhung die gestiegenen Kosten nicht aus. Sie fordern eine nachhaltige VergĂŒtung fĂŒr zusĂ€tzliche Leistungen in PrĂ€vention und Medikationsmanagement.

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Ärzte blockieren – wer darf was?

Die PlĂ€ne stoßen auf harte Kritik der Ärzteschaft. BundesĂ€rztekammer und KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung lehnen die Konzepte als Fehlsteuerung ab. Sie warnen vor einer Fragmentierung der Versorgung und KompetenzĂŒberschreitung, falls Apotheker diagnostische Aufgaben ĂŒbernehmen oder verschreibungspflichtige Medikamente ohne Arztkontakt abgeben.

Professor Dr. Oliver Scherf-Clavel von der LMU MĂŒnchen verweist auf etablierte Modelle im Ausland. In Großbritannien oder Nordamerika praktizieren Apotheker lĂ€ngst das „Independent Prescribing“. Die deutsche Ärzteschaft beharrt dagegen auf der strikten Trennung von Diagnose und Arzneimittelabgabe. Die KBV kritisiert zudem die finanzielle Schieflage: WĂ€hrend Apotheken Honorarsteigerungen erhielten, wĂŒrden andere Sektoren gekĂŒrzt.

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