Gericht, KlimaneutralitÀt

Gericht zweifelt an KlimaneutralitÀt der Apple Watch

03.06.2025 - 13:47:01

Apple bewirbt einige seiner Produkte als klimaneutral. Auf eine Klage der Deutschen Umwelthilfe hin befasst sich das Landgericht Frankfurt mit der Frage. Die Richter Ă€ußern erhebliche Zweifel.

  • Die Deutsche Umwelthilfe zweifelt an der angeblichen KlimaneutralitĂ€t der Apple Watch.  - Foto: Andrej Sokolow/dpa

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  • Die Deutsche Umwelthilfe zweifelt an der angeblichen KlimaneutralitĂ€t der Apple Watch.  - Foto: Katharina Kusche/dpa/dpa-tmn

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Die Deutsche Umwelthilfe zweifelt an der angeblichen KlimaneutralitÀt der Apple Watch.  - Foto: Andrej Sokolow/dpaDie Deutsche Umwelthilfe zweifelt an der angeblichen KlimaneutralitÀt der Apple Watch.  - Foto: Katharina Kusche/dpa/dpa-tmn

Im Prozess um Apples Smartwatch hat das Landgericht Frankfurt Zweifel an dem Werbeversprechen der KlimaneutralitĂ€t erkennen lassen. Die Deutsche Umwelthilfe hat den US-Konzern wegen irrefĂŒhrender Werbung auf Unterlassung dieser Aussage verklagt und am ersten Verhandlungstag zumindest einen Etappenerfolg erreicht.

Apple bewirbt mehrere Modelle seiner Apple Watch seit 2023 als «CO2-neutral». Die große Masse der Emissionen werde bereits bei Herstellung und Transport vermieden und ein «kleiner Rest» ĂŒber naturbasierte Kompensationsprojekte ausgeglichen, heißt es in den entsprechenden Anzeigen. 

Im Prozess musste das Unternehmen einrĂ€umen, dass bei einem Kompensationsprojekt in Paraguay erst 25 Prozent langfristig fĂŒr den genannten Zweck gesichert sind. Einzelne FlĂ€chen der Eukalyptus-Plantagen sind demnach nur bis zum Jahr 2029 verpachtet. Die Vorsitzende Richterin gab zu erkennen, dass dies der Kammer nicht ausreiche. Eine Entscheidung soll am 26. August verkĂŒndet werden. 

Mehrere hundert Jahre?

Die Kammer schloss sich in dem RechtsgesprĂ€ch aber auch nicht der Umwelthilfe an. Der Verein hĂ€lt fĂŒr Waldprojekte eine Laufzeit von mehreren hundert Jahren fĂŒr notwendig, um freigesetztes CO2 tatsĂ€chlich langfristig zu binden. Das Gericht meint hingegen, dass von den Verbrauchern ein Zeitraum bis 2045 oder 2050 erwartet werde.

Laut Umwelthilfe-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer JĂŒrgen Resch wird das Plantagenholz alle 14 Jahre abgeholzt und vorwiegend verbrannt, so dass es keinen positiven Klimaeffekt gebe. In einer Mitteilung hĂ€lt der Verein dem Unternehmen «dreistes Greenwashing und VerbrauchertĂ€uschung» vor. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir obsiegen werden», sagte Resch nach der Verhandlung. «Was wir auf jeden Fall brauchen, ist eine klare Information des Verbrauchers, dass er sich eine Vorstellung machen kann.» 

Apple hÀlt an Aussage fest

Apple hĂ€lt trotz der Kritik an den Aussagen zur CO2-NeutralitĂ€t der Apple Watch fest und verteidigt sie. Ein Sprecher erklĂ€rt: «Unsere CO2-neutralen Produkte sind das Ergebnis branchenfĂŒhrender Innovationen in den Bereichen sauberer Energie und kohlenstoffarmen Designs, die die Emissionen deutlich senken. Gleichzeitig investieren wir in sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlte naturbasierte Projekte.» Die Klagen der DUH erschwerten die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen.

@ dpa.de