Apple-Chips: Hardware-Fehler macht 17,3% aller iPhones angreifbar
29.06.2026 - 02:23:13 | boerse-global.de
Ein Hardware-Fehler in Ă€lteren Apple-Chips macht Millionen iPhones, iPads und Watches angreifbar â ein Software-Update kann das Problem nicht beheben.
Die Sicherheitsfirma Paradigm Shift hat eine gravierende Schwachstelle in der SecureROM mehrerer Apple-Chip-Generationen entdeckt. Die als âusbliter8" bezeichnete LĂŒcke betrifft die A12- und A13-Bionic-Prozessoren sowie die S4- und S5-Chips der Wearable-Sparte. Da der Fehler in der Hardware selbst steckt, ist er nachtrĂ€glich nicht zu schlieĂen.
Welche GerÀte sind betroffen?
Die Liste der verwundbaren GerĂ€te ist lang. Bei den iPhones sind es das XR, XS und XS Max, die gesamte iPhone-11-Reihe sowie das iPhone SE der zweiten Generation. Auch mehrere iPads sind betroffen: das iPad der achten und neunten Generation, das iPad Air der dritten Generation, das iPad mini der fĂŒnften Generation sowie bestimmte iPad-Pro-Modelle aus den Jahren 2018 und 2019.
Hinzu kommen die Apple Watch Series 4 und 5, die erste Generation der Apple Watch SE, die zweite Generation des Apple TV 4K, der HomePod mini und das Apple Studio Display. Sicherheitsexperten schÀtzen, dass rund 17,3 Prozent aller aktuell genutzten iPhones von dem Hardware-Fehler betroffen sind.
Warum ein Software-Update nicht helfen kann
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Die Schwachstelle sitzt im BootROM â jenem Teil des Prozessors, der beim Starten als erstes ausgefĂŒhrt wird. Da dieser Speicherbereich schreibgeschĂŒtzt ist, lassen sich die darin enthaltenen Befehle nach Verlassen des Werks nicht mehr verĂ€ndern. Apple kann also kein digitales Patch nachreichen, um die LĂŒcke zu schlieĂen.
Die gute Nachricht: Ein Angriff erfordert physischen Zugriff auf das GerĂ€t. Massenhafte Fernangriffe sind damit ausgeschlossen. Allerdings ermöglicht die LĂŒcke einen permanenten Jailbreak â das GerĂ€t lĂ€sst sich dauerhaft entsperren und manipulieren.
Was bedeutet das fĂŒr Nutzer und Entwickler?
FĂŒr sicherheitsbewusste Anwender empfiehlt Paradigm Shift den Umstieg auf neuere Hardware mit aktuellen Chip-Architekturen, die nicht von der LĂŒcke betroffen sind.
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FĂŒr die Spieleindustrie und App-Entwickler stellt der permanente Jailbreak ein ernstes Problem dar. Systeme zum Kopierschutz und zur Betrugserkennung, die auf die IntegritĂ€t des GerĂ€ts vertrauen, laufen ins Leere. Branchenexperten raten daher zu einer Verlagerung der SicherheitsprĂŒfungen auf die Serverseite â als primĂ€re Vertrauensbasis statt des lokalen GerĂ€ts.
Die Bedeutung des Fundes unterstreicht auch der Marktwert solcher Schwachstellen: FĂŒr vergleichbare Hardware-LĂŒcken zahlen Sicherheitsforscher und Unternehmen PrĂ€mien von bis zu einer halben Million Euro. Dass der Fehler nicht patchtbar ist, macht ihn besonders wertvoll â die Notwendigkeit des physischen Zugriffs bleibt jedoch die entscheidende HĂŒrde fĂŒr einen massenhaften Missbrauch.
