Apple, OpenAI

Apple klagt gegen OpenAI: Industriespionage und 400 Abwerbungen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 06:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple einigt sich mit US-Kunden über irreführende KI-Werbung und reicht parallel Klage gegen OpenAI wegen Abwerbung ein.

Apple zahlt 250 Mio. Dollar Vergleich wegen KI-Werbeversprechen
Ein modernes Smartphone auf einem dunklen Schreibtisch, das Verbrauchertechnologie und finanzrechtliche Entwicklungen repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein US-Gericht hat einem Vergleich über 250 Millionen Dollar vorläufig zugestimmt – Apple soll Kunden entschädigen, die auf versprochene KI-Funktionen vergeblich warteten.

Irreführendes Marketing um Apple Intelligence

Der Rechtsstreit dreht sich um Vorwürfe, Apple habe mit „sofort verfügbaren“ KI-Funktionen für bestimmte iPhone-Modelle geworben, obwohl diese zum Zeitpunkt der Vermarktung noch gar nicht ausgeliefert waren. Konkret geht es um Siri-KI und andere Apple-Intelligence-Features, die erst Monate später per Software-Update kamen. Kritiker bemängelten, dass Werbematerialien nicht klar zwischen bereits verfügbaren und erst geplanten Funktionen unterschieden.

Der ursprünglich im Mai 2026 ausgehandelte Vergleich richtet sich an US-Bürger, die zwischen dem 10. Juni 2024 und dem 29. März 2025 ein iPhone 15 Pro oder iPhone 16 gekauft haben. Pro Gerät winken Zahlungen zwischen 25 und 95 Dollar. Eine spezielle Webseite zur Abwicklung der Ansprüche ist noch nicht online, die Auszahlungen sollen in den kommenden Monaten erfolgen.

Schwere Vorwürfe gegen OpenAI

Parallel zum Verbrauchervergleich geht Apple juristisch in die Offensive. Am 10. Juli 2026 reichte der Konzern eine Klage gegen OpenAI ein – Vorwurf: systematische Industriespionage. Apple behauptet, OpenAI habe mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter abgeworben, darunter hochrangige Führungskräfte, um die eigene Hardware-Sparte aufzubauen.

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Namentlich genannt werden Tang Tan, Chef der Hardware-Sparte bei OpenAI und früherer Apple-Vizepräsident, sowie der Ex-Ingenieur Chang Liu. Laut Klage sollen dabei unter anderem eine spezielle Metallveredelungstechnik sowie sensible Hardware-Daten abgeflossen sein. OpenAI, das 2025 das Hardware-Startup io Products von Jony Ive für 6,5 Milliarden Dollar übernommen hatte, weist die Vorwürfe zurück. Branchenbeobachter sehen in dem Verfahren eine mögliche Belastung für die geplanten Börsenpläne von OpenAI – ein IPO wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.

Welle von KI-Klagen erschüttert die Tech-Branche

Der 250-Millionen-Vergleich ist nur ein Mosaikstein in einer ganzen Serie von Rechtsstreitigkeiten um Künstliche Intelligenz. In einem separaten Verfahren vor einem kalifornischen Bundesgericht verklagen die Autoren Grady Hendrix und Jennifer Roberson Apple wegen der Nutzung von Raubkopien aus dem Books3-Datensatz zum Training der KI-Modelle OpenELM und Foundation Language Models.

Erst kürzlich hatte ein Gericht in Nordkalifornien einen 1,5-Milliarden-Dollar-Vergleich mit dem KI-Unternehmen Anthropic gebilligt. Damals ging es um die Nutzung Hunderttausender illegal kopierter Bücher fürs KI-Training. Die Entscheidung legte eine Entschädigung von rund 3.000 Dollar pro Buch fest, bestätigte aber grundsätzlich die Legalität des Trainings auf legal erworbenem Material.

Weitere Baustellen: Kartellrecht, Betrug und neue Produkte

Doch Apples juristische Agenda ist damit längst nicht abgeschlossen:

  • Kartellverfahren: Der Konzern hat offenbar erste Gespräche mit dem US-Justizministerium über einen Vergleich im wegweisenden Kartellrechtsstreit um das iPhone-Ökosystem aufgenommen. Die Klage läuft seit März 2024.
  • Internationale Vergleiche: Für den 15. September 2026 ist in Toronto eine Anhörung zur Finalisierung eines 1,25-Millionen-Dollar-Vergleichs angesetzt. Betroffen sind kanadische Kunden, die durch Drittanbieter-Geschenkkarten-Betrug über iTunes und den App Store Geld verloren haben.
  • Software-Neuheiten: Erst am 23. Juli 2026 veröffentlichte Apple die zweite öffentliche Beta von iOS 27. Das Update bringt unter anderem einen Einführungsbildschirm und erweiterte Sprachoptionen für die Siri-KI – der finale Release ist für den 14. September 2026 geplant.
  • Neues Finanzierungsmodell: Am 28. Juli 2026 startet in den USA das Programm „Apple Upgrade“. Unterstützt vom Finanzdienstleister Klarna, bietet es 24-monatige Ratenpläne für iPhones und Apple Watches sowie 36 Monate für iPads und Macs.
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Und auch die Face-ID-Technologie bleibt ein juristischer Dauerbrenner: In Illinois läuft eine weitere Sammelklage, in der Apple vorgeworfen wird, biometrische Daten ohne ausreichende Information und Zustimmung der Nutzer gescannt zu haben.

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