Apple-Lieferkrise: Speicherpreise um 80% gestiegen, iPhone knapp
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 08:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Technologiekonzern Apple bereitet sich auf die kommende iPhone-Produktionssaison vor, sieht sich jedoch mit erheblichen Engpässen in der Lieferkette konfrontiert. Insbesondere Kapazitätsbeschränkungen bei der 3nm-Fertigung des Partners TSMC sowie massiv steigende Preise für Speicherchips belasten die Aussichten für das laufende Jahr.
Apple-CEO Tim Cook warnte am 31. Juli 2026 davor, dass die Nachfrage nach dem iPhone, dem iPad und dem Mac das verfügbare Angebot im Septemberquartal übersteigen werde. Bestehende Lagerbestände würden das Wachstum in diesem Zeitraum begrenzen. Cook betonte dabei, dass es sich nicht um ein Problem einzelner Partner oder Zulieferer handle, sondern um eine außergewöhnlich starke Nachfrage seitens der Konsumenten. Dennoch zeichnet sich eine Verschärfung der Chipknappheit ab, die trotz aktueller Rekordzahlen die Auslieferungen stören könnte.
Rekordergebnisse im dritten Quartal
Das am 27. Juni 2026 beendete dritte Geschäftsquartal verlief für den Konzern finanziell erfolgreich. Apple wies einen Umsatz von 109,4 Milliarden US-Dollar aus, was einer Steigerung von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der iPhone-Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 54,25 Milliarden US-Dollar, während der Mac-Bereich ein Plus von 29 Prozent auf 10,35 Milliarden US-Dollar verzeichnete. Das Dienstleistungsgeschäft (Services) steuerte 30,74 Milliarden US-Dollar bei.
Die Bruttomarge lag bei 50,1 Prozent, begünstigt durch Zollrückerstattungen in Höhe von zwei Prozentpunkten. Der Gewinn pro Aktie belief sich auf 2,02 US-Dollar. Trotz dieser starken Kennzahlen reagierten die Anleger vorsichtig: Die Aktie gab nachbörslich um 6 Prozent nach, nachdem die Umsatzprognose für das vierte Quartal mit 9 bis 11 Prozent hinter den Markterwartungen von 12 Prozent zurückgeblieben war.
Herausforderungen im Speichermarkt
Ein zentrales Problem stellen die Kosten für Speicherkomponenten dar. Cook sprach in diesem Zusammenhang von einer „Hundertjahrflut“ bei den Speicherpreisen. Die Preise für Standard-DRAM-Chips sind im ersten Halbjahr 2026 um über 80 Prozent gestiegen. Um diesen Engpässen zu begegnen, hat Apple seine Komponentenlager fast verdoppelt – von 5,7 Milliarden US-Dollar im September auf zuletzt 11,1 Milliarden US-Dollar.
Während Apple mit komplexen Lieferketten und steigenden Hardware-Preisen kämpft, sollten Nutzer die Bedienung ihres Geräts voll im Griff haben. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen, die Apple-Welt besser zu verstehen und alle Fachbegriffe sicher zu beherrschen. 53 iPhone-Begriffe jetzt gratis im Lexikon entdecken
CFO Kevan Parekh rechnet mit einer weiteren Zunahme der Lieferengpässe. Apple versucht derzeit, die steigenden Kosten durch den Rückgriff auf Lagerbestände und Einsparungen in anderen Bereichen zu kompensieren. Cook forderte zudem eine Diversifizierung der Anbieterstruktur über die drei großen Produzenten Samsung, SK hynix und Micron hinaus. In diesem Zusammenhang wurden die chinesischen Hersteller CXMT und YMTC genannt. Dies stößt jedoch auf politischen Widerstand: US-Senator Chuck Schumer forderte Apple auf, keine Chips dieser Unternehmen zu beziehen, und verlangte eine Stellungnahme bis zum 21. August 2026.
Strategische Verschiebungen und neue Hardware
Die Abhängigkeit von externen Chiplieferanten wie Qualcomm scheint indes abzunehmen. Der Halbleiterhersteller Qualcomm geht davon aus, dass sein Anteil an iPhone-Komponenten beim kommenden Modell unter 20 Prozent fallen wird. Berichten zufolge testet Apple für das iPhone 18 Pro und Ultra bereits ein eigenes Modem mit dem Codenamen „Ganymede“, das auf dem C2-Chip basiert und bei TSMC im 4nm-Verfahren gefertigt wird.
Angesichts der technischen Neuerungen beim iPhone 18 verlieren selbst erfahrene Nutzer oft den Überblick über die Apple-Fachsprache. Sichern Sie sich dieses kostenlose PDF-Lexikon, das Ihnen 53 wichtige Begriffe verständlich und ohne Technik-Blabla erklärt. Kostenloses iPhone-Lexikon hier herunterladen
Regional zeigt sich ein gemischtes Bild. Während Apple in Indien Rekordumsätze im Juni-Quartal erzielte, gingen die iPhone-Lieferungen dort aufgrund des Speichermangels erstmals seit vier Jahren um 3 Prozent zurück. In China stieg der Umsatz zwar um 22,4 Prozent auf 18,82 Milliarden US-Dollar, verfehlte damit jedoch die Analystenprognosen.
Für die kommenden Monate deuten sich Preiserhöhungen an. Während das neue MacBook Neo bereits im Juni für 699 US-Dollar eingeführt wurde, wird spekuliert, dass das iPhone 18 bis zu 200 US-Dollar teurer werden könnte als das Vorgängermodell. Parallel dazu steht ein Führungswechsel an: Tim Cook wird am 1. September 2026 von seinem Amt als CEO zurücktreten. Sein Nachfolger wird John Ternus.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
