Apple-Siri-Klage, Gericht

Apple-Siri-Klage: 250-Millionen-Dollar-Vergleich genehmigt

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 18:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gericht genehmigt Vergleich zu verspÀteten Siri-Funktionen, wÀhrend ein separater Rechtsstreit um einen kritischen iPhone-Exploit anhÀlt.

Apple zahlt 250 Mio. Dollar: Siri-Vergleich und Sicherheitsstreit
Ein modernes Smartphone auf einem eleganten Schreibtisch in einem professionellen BĂŒroambiente. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein US-amerikanisches Gericht hat am 26. Juli 2026 einen Vergleich in Höhe von 250 Millionen US-Dollar in einer Sammelklage gegen Apple genehmigt. WĂ€hrend das Verfahren um verzögerte Funktionen des Sprachassistenten Siri und der Plattform Apple Intelligence damit eine wesentliche Phase abschließt, bleibt die rechtliche Auseinandersetzung um die Veröffentlichung einer kritischen SicherheitslĂŒcke fĂŒr iPhones und die Apple Watch weiterhin hĂ€ngig.

Vergleichszahlungen fĂŒr Verzögerungen bei Siri-Funktionen

Der genehmigte Vergleich ĂŒber 250 Millionen US-Dollar resultiert aus VorwĂŒrfen, Apple habe versprochene Funktionen fĂŒr Siri und Apple Intelligence nicht rechtzeitig bereitgestellt. Richter Noel Wise hatte bereits am 8. Juli 2026 eine vorlĂ€ufige Genehmigung fĂŒr diese Einigung erteilt. Im Zentrum der Klage standen US-amerikanische KĂ€ufer der iPhone-Modelle 15 Pro und 15 Pro Max sowie der gesamten iPhone-16-Serie (16e, 16, 16 Plus, 16 Pro und 16 Pro Max).

Berechtigt fĂŒr eine EntschĂ€digung sind Kunden, die eines dieser GerĂ€te im Zeitraum zwischen dem 10. Juni 2024 und dem 29. MĂ€rz 2025 erworben haben. Apple wurde dazu verpflichtet, bis zum 31. August 2026 eine Website fĂŒr die Einreichung von AnsprĂŒchen zu starten. SchĂ€tzungen zufolge können betroffene Nutzer mit einer Auszahlung von mindestens 25 US-Dollar pro GerĂ€t rechnen. Sollten weniger AnsprĂŒche geltend gemacht werden als erwartet, könnte dieser Betrag auf bis zu 95 US-Dollar steigen. Eine endgĂŒltige Anhörung zur BestĂ€tigung des Vergleichs hat Richter Wise fĂŒr den 29. September 2027 anberaumt.

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Gerichtliche VerfĂŒgung gegen Sicherheitsforscher

Parallel zu den EntschĂ€digungszahlungen beschĂ€ftigt ein Streit um geistiges Eigentum und Sicherheitsforschung die Justiz. Am 23. Juli 2026 erließ Richterin Victoria Marie Calvert eine einstweilige VerfĂŒgung gegen das Unternehmen Paradigm Shift Technology und den Ingenieur Mario Del Gaudio. Die Anordnung sieht vor, dass sĂ€mtliche Materialien im Zusammenhang mit dem sogenannten „usbliter8“-Exploit gelöscht werden mĂŒssen. Dies umfasst den veröffentlichten Artikel zum Exploit sowie den dazugehörigen Programmcode.

Hintergrund ist eine Klage des Unternehmens Magnet Forensics. Dieses behauptet, dass der usbliter8-Exploit auf GeschĂ€ftsgeheimnissen basiere, die aus einem internen Projekt mit dem Namen „MSG“ stammen sollen. Magnet Forensics wirft Mario Del Gaudio vor, diese Informationen veruntreut zu haben. Del Gaudio war zwischen November 2023 und November 2024 als Ingenieur fĂŒr das Unternehmen tĂ€tig. Paradigm Shift Technology hatte den Exploit am 18. Juni 2026 veröffentlicht und dabei eine vorangegangene Unterlassungsaufforderung von Magnet Forensics ignoriert.

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Technische Details des usbliter8-Exploits

Der usbliter8-Exploit gilt als kritisch, da er eine Schwachstelle im BootROM der Apple-Chips A12, A13, S4 und S5 ausnutzt. Betroffen sind unter anderem das iPhone XS, das iPhone XR, das iPhone 11 und das iPhone SE der zweiten Generation sowie die Apple Watch der Serien 4 und 5.

Technisch gesehen ist die SicherheitslĂŒcke deshalb bedeutsam, weil sie hardwarenah im BootROM verankert ist und somit nicht durch ein herkömmliches iOS-Update von Apple gepatcht werden kann. FĂŒr eine Ausnutzung der Schwachstelle ist jedoch ein physischer Zugriff auf das jeweilige GerĂ€t erforderlich. Magnet Forensics fordert neben der Entfernung des Codes auch Schadensersatz und die dauerhafte Unterbindung einer weiteren Verbreitung der Forschungsergebnisse. WĂ€hrend Apple die finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr Siri-Nutzer bereits eingeleitet hat, bleibt abzuwarten, wie das Gericht im Fall der Sicherheitsforschung endgĂŒltig entscheiden wird.

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