Apple vor Gericht: 21 Millionen Briten fordern Entschädigung für iPhone-Drosselung
21.06.2026 - 11:55:10 | boerse-global.de
Von regulatorischen Angriffen in Europa über neue Reparaturgesetze in den USA bis hin zu einer Sicherheitslücke in den beliebten Beats-Kopfhörern – die Herausforderungen für den iPhone-Hersteller wachsen.
Rechtsstreit um gedrosselte iPhones erreicht London
Ein historischer Fall beschäftigt ab Ende Juni 2026 das britische Competition Appeal Tribunal. Die Klage wirft Apple vor, durch gezielte Software-Updates die Leistung älterer iPhone-Modelle künstlich gedrosselt zu haben. Konkret geht es um die Serien iPhone 6s und iPhone 7. Der Vorwurf: Apple habe die Performance verschlechtert, um schwächelnde Akkus zu kaschieren – ohne die Nutzer ausreichend zu informieren.
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Der Kläger Justin Gutmann fordert für rund 21 Millionen betroffene Briten eine Entschädigung von bis zu 956 Millionen Pfund. Apple weist die Vorwürfe zurück. Allerdings hatte der Konzern bereits Anfang des Jahres einen ähnlichen Rechtsstreit in den USA mit einer Zahlung von 500 Millionen Dollar beigelegt. Das dürfte die Erwartungen der britischen Kläger beflügeln.
Italien ermittelt wegen iCloud-Zwang
Nur wenige Tage zuvor, am 19. Juni 2026, leitete die italienische Wettbewerbsbehörde ein Verfahren gegen Apple ein. Diesmal geht es um den Digital Markets Act (DMA). Die Regulierer werfen Apple vor, iPhone-Backups unrechtmäßig an den hauseigenen iCloud-Dienst zu binden. Konkurrenten wie Google Drive oder OneDrive hätten so keine faire Chance.
Sollte Italien Apple als schuldig befinden, droht eine saftige Strafe: Bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes wären möglich. Für einen Konzern mit Apples Umsatzdimensionen – zum Vergleich: SAP kommt auf rund 30 Milliarden Euro – wäre das ein schmerzhafter Schlag.
Reparatur-Gesetze zwingen Apple zum Umdenken
In den USA zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab. Colorado hat ein Gesetz verabschiedet, das ab Januar 2026 Software-Sperren für Ersatzteile von Drittanbietern verbietet. Kalifornien geht noch weiter: Hersteller müssen Ersatzteile, Werkzeuge und Diagnose-Informationen für mehrere Jahre bereitstellen. Pro Verstoß drohen täglich 1.000 Dollar Strafe.
Aktuelle Analysen des iPhone 16 zeigen, dass Apple bereits reagiert hat. Das neue Modell verfügt über elektrisch lösbaren Kleber für den Akku und einen verbesserten Reparatur-Assistenten in iOS 18. Doch die Praxis des sogenannten "Parts Pairing" – bei dem Ersatzteile softwaretechnisch an das Gerät gebunden werden – bleibt umstritten.
Überraschende Details förderte ein unabhängiger Test im Juni 2026 zutage: In bestimmten MacBook Pro Modellen steckt ein Deckelwinkelsensor im Scharnier. Nach einem Display-Tausch müssen Techniker diesen Sensor mit proprietärer Software neu kalibrieren. Forscher vermuten, dass der Sensor nicht nur für die Displaysteuerung, sondern auch für die Lautsprecher-Kalibrierung genutzt wird.
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Sicherheitslücke in Beats-Kopfhörern geschlossen
Am 16. Juni 2026 veröffentlichte Apple ein dringendes Firmware-Update für seine Beats Studio Buds. Die Sicherheitslücke CVE-2025-20701 hatte einen CVSS-Score von 8,8 – die Einstufung "hochkritisch". Entdeckt wurde die Schwachstelle von Forschern der deutschen ERNW GmbH, die sie auf der Sicherheitskonferenz TROOPERS 2025 vorstellten.
Das Problem lag im Bluetooth-Audio-Software-Development-Kit von Airoha. Ein Angreifer in Bluetooth-Reichweite hätte das Mikrofon von noch nicht gekoppelten Kopfhörern im Suchmodus abhören können. Das Update 1B211 installiert sich automatisch auf verbundenen Geräten und schließt die Lücke.
Indische Behörden prüfen Apple-Zulieferer
Auch in der Lieferkette gibt es Probleme. Ende Mai 2026 leiteten Gesundheitsbehörden im indischen Distrikt Hosur Ermittlungen gegen eine iPhone-Komponentenfabrik von Tata ein. Hintergrund sind Beschwerden von Bauern über verunreinigtes Abwasser. Erste Tests Anfang Juni fanden E. coli-Bakterien in Wasserproben aus umliegenden Feldern. Klinische Hauterkrankungen wurden bislang nicht bestätigt, die Untersuchungen laufen jedoch weiter.
