Apple zahlt 17 Milliarden Dollar Steuern in Irland – 40% weltweit
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 02:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apple hat im Geschäftsjahr bis September 2025 rund 17,1 Milliarden US-Dollar an Steuern in Irland entrichtet. Das entspricht etwa 40 Prozent der weltweiten Steuerzahlungen des Konzerns von insgesamt 43,2 Milliarden US-Dollar, wie aus Zahlen hervorgeht, über die die Irish Times berichtete.
Nachzahlung nach EU-Urteil prägt die Bilanz
Ein wesentlicher Teil der Summe geht auf eine Nachzahlung von 13 Milliarden Euro zurück, die infolge des EU-Urteils von 2024 fällig wurde. Die Europäische Kommission hatte darin festgestellt, dass Irland Apple unrechtmäßige Steuervorteile gewährt hatte.
Nach Angaben des Irish Examiner beliefen sich die in Irland gezahlten Steuern im Geschäftsjahr 2024/25 auf 17,08 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 14,59 Milliarden Euro, wovon 12,29 Milliarden US-Dollar unmittelbar aus dem EU-Steuerfall stammten.
Irland selbst hatte laut einem Bericht von thenextweb.com im Jahr 2025 fast 14,25 Milliarden Euro aus dem Treuhandkonto erhalten, das im Zusammenhang mit dem EU-Verfahren eingerichtet worden war.
Hohe Umsätze und Gewinne am irischen Standort
Apple erwirtschaftete am irischen Standort im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 213,6 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn vor Steuern von 34,6 Milliarden US-Dollar. Damit entfallen laut undercodenews.com rund 25 Prozent des weltweiten Vorsteuergewinns von Apple auf das Land.
Die 17,1 Milliarden Dollar, die Apple an Irland zahlte, zeigen, wie stark Konzernstrukturen die Steuerlast beeinflussen. Für Anleger wird es wichtiger, solche Risiken zu verstehen – unser Report liefert die nötige Einordnung. Jetzt kostenlosen Steuer-Report anfordern
Gleichzeitig beschäftigt der Konzern in Irland vergleichsweise wenige Menschen: Der Irish Times zufolge waren es 5.575 Mitarbeiter. Der reguläre Körperschaftsteuersatz in Irland liegt bei 12,5 Prozent, wie cryptobriefing.com berichtete.
Zusätzlich zur regulären Steuerlast zahlte Apple laut cryptobriefing.com weitere 1,4 Milliarden US-Dollar im Rahmen der globalen Mindeststeuer.
Vergleich mit anderen Standorten
Zum Vergleich: In Deutschland zahlte Apple nach Angaben von undercodenews.com 153 Millionen US-Dollar an Steuern und beschäftigte dort 4.089 Mitarbeiter. Die Diskrepanz zwischen den Summen in Irland und Deutschland verdeutlicht, wie stark Apples Konzernstruktur auf den irischen Standort als zentralen steuerlichen Umschlagplatz ausgerichtet ist – ein Umstand, der durch das EU-Verfahren erst öffentlich in dieser Detailtiefe sichtbar wurde.
Regulatorisches Umfeld in Bewegung
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Parallel zu den Diskussionen über die Steuerpraxis des Konzerns bewegt sich auch das regulatorische Umfeld für Apples App-Ökosystem. Die EU-Kommission begrüßte kürzlich neue App-Provisionen von Apple in einer Spanne von 5 bis 26 Prozent, wie biggo.com berichtete. Dies deutet auf eine breitere Anpassung der Geschäftspraktiken des Unternehmens an europäische regulatorische Vorgaben hin, die über die reine Steuerfrage hinausgeht.
Die veröffentlichten Zahlen zeigen insgesamt, dass Irland für Apple nicht nur steuerlich, sondern auch operativ und gewinntechnisch eine zentrale Rolle innerhalb der globalen Konzernstruktur einnimmt – auch wenn die Beschäftigtenzahl vor Ort im Verhältnis zu Umsatz und Gewinn gering ausfällt.
