Apps, Rezept

Apps auf Rezept: Jeder FĂŒnfte hat schon eine digitale Anwendung erhalten

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 12:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bitkom-Daten zeigen geringe Einlösung trotz Bekanntheit; Anbieter melden GeschÀftssorgen, wÀhrend viele weitere Anwendungen planen.
Ein minimalistischer, heller Behandlungsraum in einer Arztpraxis mit sauberem Holztisch und medizinischen Unterlagen. Illustration mit AI erstellt.

In Deutschland hat mittlerweile jeder fĂŒnfte BĂŒrger eine digitale Gesundheitsanwendung verordnet bekommen, wĂ€hrend gleichzeitig weiterhin ein hoher Informationsbedarf besteht. Dies geht aus einer Studie des Digitalverbands Bitkom hervor, ĂŒber die am 30. Oktober 2026 berichtet wurde.

FĂŒr die Erhebung befragte der Verband zwischen den Kalenderwochen 35 und 39 des Jahres 2026 insgesamt 1.132 Personen ab 16 Jahren in einer reprĂ€sentativen Untersuchung.

Demnach kennen 56% der Befragten die sogenannte App auf Rezept. WÀhrend 20% bereits eine entsprechende Verschreibung erhalten haben, lösten 15% diese auch tatsÀchlich ein. Weitere 36% gaben an, bisher lediglich von diesen digitalen Anwendungen gehört zu haben.

Informationsdefizite und Vorbehalte bremsen die Nutzung

Die Ergebnisse verdeutlichen ein geteiltes Bild bei den Erwartungen der Patienten. So erklĂ€rten 44% der Befragten, eine App nutzen zu wollen, um Wartezeiten zu ĂŒberbrĂŒcken, und 33% sehen in den Anwendungen eine generelle Erleichterung.

Gleichzeitig wĂŒnschen sich 49% mehr Informationen durch das Ă€rztliche Personal. Vorbehalte bleiben jedoch verbreitet: 41% der Umfrageteilnehmer sehen keinen konkreten Nutzen in den digitalen Gesundheitsanwendungen, wĂ€hrend 27% angaben, deren Nutzen schlicht nicht zu verstehen.

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Bitkom-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Rohleder betonte in diesem Zusammenhang, dass Mediziner einen besseren Überblick ĂŒber die verfĂŒgbaren Lösungen benötigten. Zudem mĂŒsse der gesamte Prozess von der Ă€rztlichen Verordnung bis hin zur tatsĂ€chlichen Nutzung fĂŒr Patienten einfach gestaltet sein.

Angespannte Lage aufseiten der App-Entwickler

Neben den BĂŒrgern befragte der Branchenverband zwischen den Kalenderwochen 23 und 27 des Jahres 2026 auch 34 Unternehmen in einer nicht reprĂ€sentativen Erhebung zur wirtschaftlichen Situation. Dabei meldeten 85% der befragten Anbieter eine verschlechterte GeschĂ€ftslage in den vergangenen zwei Jahren.

Zudem bewerteten 76% der Unternehmen die Investitionssicherheit als gering oder sehr gering. Dennoch zeigt sich die Branche innovationsbereit: 50% der befragten Entwickler planen, in den kommenden 24 Monaten weitere Apps auf den Markt zu bringen.

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Forderung nach Einbindung der Apotheken

ErgĂ€nzend zur Rolle der Arztpraxen forderte ABDA-PrĂ€sident Thomas Preis in der Publikation „IMPULSE“ der AOK Rheinland/Hamburg aus dem Oktober 2026, die Apotheken stĂ€rker in die digitale Infrastruktur einzubinden.

Die Apotheken vor Ort sollten ins Zentrum der PrimĂ€rversorgung gerĂŒckt und als feste Anlaufstelle fĂŒr die elektronische Patientenakte sowie digitale Gesundheitsanwendungen etabliert werden. Ohne ein begleitendes, systematisches Medikationsmanagement bleibe die gesundheitliche Versorgung der BĂŒrger laut Preis lĂŒckenhaft.

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