Arterielle, Thrombosen

Arterielle Thrombosen: Neuer Signalweg ohne Blutungsrisiko entdeckt

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher der HHU Düsseldorf entdecken Signalweg zur Thrombose-Hemmung ohne erhöhtes Blutungsrisiko. Studie in Science Advances veröffentlicht.

Neuer Signalweg gegen Thrombosen: Düsseldorfer Forscher mit Durchbruch
Wissenschaftler bei der Untersuchung eines digitalen Modells von Blutgefäßen in einem modernen Forschungslabor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der medizinischen Forschung wurden im Juli 2026 signifikante Fortschritte bei der Behandlung und Prävention arterieller Thrombosen erzielt. Ein Team der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) veröffentlichte am 23. Juli 2026 eine Studie in der Fachzeitschrift Science Advances, die einen bisher unbekannten Signalweg beschreibt. Diese Entdeckung könnte die Grundlage für Therapien bilden, die das Risiko von Blutgerinnseln senken, ohne die bei herkömmlichen Medikamenten gefürchtete Nebenwirkung erhöhter Blutungsneigungen hervorzurufen.

Wirkmechanismus über den S1P-Rezeptor 1

Die am 23. Juli 2026 vorgestellten Ergebnisse konzentrieren sich auf das Molekül Sphingosin-1-phosphat (S1P) und dessen Interaktion mit den Gefäßwänden. Demnach aktiviert S1P über den spezifischen S1P-Rezeptor 1 die Produktion von Thrombomodulin direkt in den Wänden der Blutgefäße. Thrombomodulin ist ein körpereigenes Protein, das die Blutgerinnung reguliert und der Bildung von Thromben entgegenwirkt.

Im Rahmen der Untersuchung konnten die Wissenschaftler im Mausmodell demonstrieren, dass eine gezielte Hemmung arterieller Thrombosen über diesen Signalweg möglich ist. Ein entscheidender Vorteil gegenüber aktuellen Antikoagulanzien liegt darin, dass bei dieser Methode kein gesteigertes Blutungsrisiko beobachtet wurde. Dies stellt einen potenziellen Durchbruch für die klinische Anwendung dar, da die Balance zwischen wirksamer Gerinnungshemmung und dem Schutz vor inneren Blutungen eine der größten Herausforderungen in der Kardiologie bleibt.

Korrelation bei Patienten und internationale Zusammenarbeit

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Die Validität des neu entdeckten Signalwegs wurde nicht nur in Laborversuchen, sondern auch durch klinische Daten gestützt. Im Rahmen der am 23. Juli 2026 publizierten Arbeit untersuchten die Forscher Daten von 74 Patienten. Dabei stellten sie fest, dass ein höherer S1P-Spiegel im Blut signifikant mit einer niedrigeren Gerinnungsaktivität korrelierte. Diese Beobachtung unterstreicht die Relevanz des Mechanismus für den menschlichen Organismus und deutet darauf hin, dass S1P als natürlicher Regulator der Thrombosegefährdung fungiert.

Die Studie wurde unter der Leitung der Düsseldorfer Institutionen HHU und UKD durchgeführt. Es handelte sich dabei um ein internationales Forschungsprojekt, an dem zudem Experten der Universität Wien, der Universität Oldenburg sowie des Imperial College London beteiligt waren. Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung sind unter der DOI 10.1126/sciadv.aea9826 für die Fachöffentlichkeit zugänglich.

Potenzial für die Behandlung von Herzinfarkt und Schlaganfall

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Hinsichtlich der praktischen Anwendung sehen die beteiligten Wissenschaftler in ihren Erkenntnissen vom Juli 2026 großes Potenzial für die Primär- und Sekundärprävention schwerer kardiovaskulärer Ereignisse. Der identifizierte Signalweg könnte insbesondere bei Hochrisikopatienten zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen genutzt werden.

Darüber hinaus ergeben sich laut der Studie Einsatzmöglichkeiten in der Akutmedizin. Bei Patienten mit einem akuten Herzinfarkt könnte eine gezielte Beeinflussung des S1P-Signalwegs dazu beitragen, die thrombotischen Prozesse schnell und sicher zu kontrollieren. Da die Hemmung der Gerinnung ohne die Gefahr schwerer Blutungen erfolgt, könnte dies die therapeutischen Optionen in der Notfallmedizin erheblich erweitern. Die Forscher betonten in ihrer Veröffentlichung, dass dieser Ansatz eine vielversprechende Strategie darstellt, um die Sicherheit und Effektivität der Thromboseprophylaxe bei gefährdeten Patientengruppen künftig zu verbessern.

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