Arthrose, Frauen

Arthrose: Bei über 48% der Frauen ab 65 Jahren diagnostiziert

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

September-Fortbildungen vermitteln PTA Wissen zu Arthrose, Rheuma und Biologika. Zudem rücken CAR-T-Zellen und Adipositastherapien in den Fokus.

Apotheken-Fortbildungen: Neue Ansätze bei Arthrose und Rheuma
Regal mit Medikamentenpackungen in einer modernen Apotheke, unscharfer Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

In der pharmazeutischen Beratung gewinnen differenzierte Behandlungsansätze für Gelenkerkrankungen zunehmend an Bedeutung. Angesichts einer alternden Bevölkerung und neuer therapeutischer Möglichkeiten erweitern Apothekenfachkräfte im September ihr Wissen durch spezialisierte Fortbildungsprogramme. Diese adressieren die klinischen Unterschiede zwischen degenerativen und entzündlichen Erkrankungen sowie innovative biotechnologische Ansätze.

Herausforderungen in der Arthrosetherapie und Diagnostik

Die Prävalenz von Gelenkerkrankungen in Deutschland unterstreicht den hohen Beratungsbedarf in der Apotheke. Daten des Robert Koch-Instituts verdeutlichen die Betroffenheit: Bei Personen ab 65 Jahren leiden 48,1 % der Frauen und 31,2 % der Männer an Arthrose.

Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis (RA), die etwa 1 % der Bevölkerung betrifft und bei Frauen dreimal häufiger auftritt, ist die Arthrose oft nicht durch spezifische Laborwerte nachweisbar. Bei der rheumatoiden Arthritis hingegen stützt sich die Diagnose auf Parameter wie ACPA/CCP-Antikörper, das C-reaktive Protein (CRP) sowie Zytokine wie IL-1, IL-6 und TNF-alpha.

Aktuelle Fachfortbildungen für pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) legen im September den Schwerpunkt auf die Unterscheidung dieser Krankheitsbilder, zu denen auch neuropathische Schmerzen zählen.

Neben der medikamentösen Therapie wird die Bedeutung der Basistherapie hervorgehoben. Diese umfasst gelenkschonende Bewegung, Gewichtsreduktion und eine mediterrane Ernährung, bei der Fleischkonsum auf maximal einmal pro Woche begrenzt und Fisch zweimal wöchentlich empfohlen wird.

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Erweiterte medikamentöse und pflanzliche Behandlungsoptionen

Das Spektrum der Therapieoptionen reicht von frei verkäuflichen Präparaten bis hin zu hochspezialisierten Biologika. In der Selbstmedikation kommen häufig nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen in der Dosierung von 400 mg zum Einsatz, während höhere Dosen ab 600 mg der Verschreibungspflicht unterliegen.

Ergänzend werden topische NSAR und Glucocorticoide eingesetzt, wobei letztere bei intraartikulärer Anwendung maximal viermal pro Jahr verabreicht werden sollten.

Für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis stehen krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) wie Methotrexat oder Leflunomid sowie moderne Biologika zur Verfügung. Zu diesen zählen TNF-Hemmer, IL-6-Antagonisten und JAK-Inhibitoren.

Im Bereich der Phytotherapie werden laut Fachinformationen Wirkstoffe wie Teufelskralle mit einer Tagesdosis von 4,5 g Droge oder Weidenrinde mit 240 mg Salicin empfohlen. Auch Hagebutte, Weihrauch und Curcumin sowie Enzympräparate mit Bromelain und Trypsin finden als ergänzende Optionen Anwendung.

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Innovative Forschungsansätze in der Rheumatologie

Die medizinische Forschung liefert neue Impulse für die Behandlung therapierefraktärer Erkrankungen. Eine im August vorgestellte Phase-1-COMPARE-Studie der Charité untersuchte den Einsatz von CD19-CAR-T-Zellen (Mivocabtagene autoleucel) bei Patienten mit schwerer rheumatoider Arthritis.

Erste Ergebnisse bei sechs Probanden im Alter zwischen 31 und 69 Jahren zeigten einen deutlichen Rückgang der Krankheitsaktivität. Drei Patienten befanden sich bis zu zwölf Monate ohne weitere Medikation in Remission. Die Autoantikörper sanken um mehr als 90 %, während schützende Antikörper erhalten blieben.

Parallel dazu belegen Studien des Unternehmens Lilly die Wirksamkeit von Kombinationstherapien bei Psoriasis-Arthritis. In den Phase-3b-Studien TOGETHER-PsO und TOGETHER-PsA wurde die Kombination aus Ixekizumab und Tirzepatid untersucht.

Nach 52 Wochen erreichten deutlich mehr Patienten eine vollständige Hautaufklärung und eine signifikante Verbesserung der Gelenkbeschwerden im Vergleich zur Monotherapie. Zudem wurden positive Effekte auf Stoffwechselparameter wie Blutdruck und Cholesterinspiegel beobachtet.

Beratungskompetenz jenseits von Entzündungsprozessen

Das Fortbildungsangebot für Apothekenpersonal im September umfasst über die Rheumatologie hinausgehende Themen. Während für PTA Lernmodule zu Vitamin D, Mineralstoffen und Sodbrennen bereitstehen, fokussieren sich pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) auf die gesundheitlichen Risiken durch die Asiatische Tigermücke, die Viren wie Dengue oder Chikungunya übertragen kann.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Adipositas-Patienten. Ab dem 1. September ist eine Semaglutid-Tablette in Deutschland verfügbar, was die Debatte um die Erstattung von Adipositas-Therapien neu belebt.

Fachgesellschaften weisen in diesem Zusammenhang auf bestehende Versorgungslücken hin und fordern die Umsetzung strukturierter Behandlungsprogramme. Ergänzend dazu gewinnen präventive Angebote wie zertifizierte Rückenkräftigungskurse an Bedeutung, die von Krankenkassen zur Vorbeugung von Osteoporose und Arthrose gefördert werden können.

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