Arthrose-Therapie: PRP-Injektion verzögert künstliche Gelenke
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 00:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Im Zentrum steht die PRP-Therapie – eine Eigenblutbehandlung, die operative Eingriffe wie künstliche Gelenke hinauszögern soll.
So wirkt die Eigenblut-Therapie
Bei der PRP-Therapie (Autologous Conditioned Plasma) werden die körpereigenen Heilungskräfte aktiviert. Der Arzt entnimmt dem Patienten eine geringe Menge Blut und zentrifugiert es. Das gewonnene Plasma ist reich an Blutplättchen, die Wachstumsfaktoren und entzündungshemmende Stoffe freisetzen.
Üblich sind drei bis vier Injektionen im wöchentlichen Abstand. Das Verfahren gilt als risikoarm – schließlich handelt es sich um körpereigenes Material. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) empfiehlt die Therapie seit Juli 2024 in ihrer Leitlinie zur Kniearthrose.
Besonders bei Hüftarthrose (Coxarthrose) gilt die Injektion als wichtige Säule der konservativen Behandlung – neben Physiotherapie, Bewegung und Gewichtsanpassung. Ziel: Anlaufschmerz und Bewegungseinschränkungen lindern.
Hürde bei der Finanzierung
Trotz klinischer Anerkennung bleibt ein Problem: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Patienten müssen die PRP-Therapie als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst bezahlen.
Wer trotz Physiotherapie unter Knieschmerzen leidet, kann mit PRP-Eigenblut die OP hinauszögern. Der Ratgeber zeigt in 3 Schritten, wie Sie die IGeL beantragen, den richtigen Arzt finden und die Wirkung verlängern. Jetzt kostenlosen PRP-Ratgeber anfordern
Derweil steigen die Ausgaben im Gesundheitswesen deutlich. Laut Heilmittel-Report 2026 gaben die Krankenkassen 2024 rund 13,3 Milliarden Euro für Heilmittel aus – 2015 waren es noch 6,1 Milliarden. Ein Professor der Hochschule für Gesundheit in Bochum fordert deshalb mehr Transparenz bei Behandlungsergebnissen und eine höhere akademische Qualifikation in der Physiotherapie.
Parallel dazu konzentriert die Gesundheitspolitik die stationäre Versorgung bei Hüft- und Knieprothesen. Nordrhein-Westfalen treibt Strukturreformen voran, um Eingriffe in größeren Zentren zu bündeln.
Zukunft: Injektionen mit Langzeitwirkung
Die Forschung entwickelt sich rasant weiter. Wissenschaftler der Universität Colorado stellten 2026 zwei innovative Ansätze vor: Eine Injektion, die Wirkstoffe über Monate kontrolliert freisetzt, und ein Biomaterial-Kit, das Stammzellen zur Knorpelregeneration anlockt. Erste Tests am Menschen sind für 2028 geplant.
Angst vor dem künstlichen Gelenk? Die PRP-Therapie ist eine risikoarme Alternative – doch die Kasse zahlt nicht. Erfahren Sie, wie Sie die Kosten als IGeL selbst tragen und trotzdem sparen. IGeL-Plan für PRP jetzt sichern
Eine Studie der Stanford University zeigte zudem, dass die Hemmung bestimmter Enzyme die Knorpelregeneration fördern kann. Und an der Uniklinik Halle testen Forscher den kombinierten Einsatz von Operationsrobotern und Datenbrillen – für präzisere Eingriffe in der Zukunft.
Die Arthrose-Behandlung wandelt sich: weg vom reinen Gelenkersatz, hin zu einer Kombination aus biologischen Verfahren, optimierter konservativer Therapie und hochspezialisierter Chirurgie.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
