Arthrose, Millionen

Arthrose: Zehn Millionen profitieren von 3D-Druck-Prothesen

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Biobasierte 3D-Druck-Prothesen und Apps zur Verordnung revolutionieren die Behandlung von Arthrose in Deutschland.

Arthrose-Therapie: 3D-Druck-Prothesen und digitale Innovationen
Nahaufnahme einer modernen Prothesen-Komponente in einem Labor mit digitaler Planungssoftware auf einem Bildschirm. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an Arthrose. Die medizinische Forschung reagiert mit einem breiten Spektrum an Innovationen – von biobasierten Prothesen über digitale Diagnostik bis hin zu robotergestützten Operationen.

Nachhaltige Prothesen aus dem 3D-Druck

Ein Forschungskonsortium aus Fraunhofer IPA, Tecnaro und DOI ortho-innovativ hat im Projekt NaRo-3D ein neues Herstellungsverfahren für Prothesenschäfte entwickelt. Die Basis: biobasierte Werkstoffe im 3D-Druck.

In Testreihen überzeugten zwei Compounds besonders: ein Biopolyester mit 78 Prozent biobasiertem Kohlenstoff sowie ein vollständig biobasiertes Biopolyamid. Parallel dazu entstand eine virtuelle Plattform zur Schaftplanung. Sie nutzt Daten aus MRT, Laserscannern und Ultraschall, um mittels Finiter-Elemente-Methode (FEM) eine präzise Passform zu berechnen. Ziel ist es, Sanitätshäusern den Zugang zu diesen digitalen Werkzeugen und den neuen Materialien zu ermöglichen.

Digitale Verordnung per App

Die Digitalisierung erfasst auch den bürokratischen Weg. Ein Projekt zur elektronischen Hilfsmittelverordnung wird derzeit auf fast alle Bereiche ausgeweitet – zunächst ohne Sehhilfen, Hörhilfen und Pflegehilfsmittel. Sieben große Krankenkassen mit rund 34 Millionen Versicherten sind beteiligt. Die Einführung läuft über Modellregionen, unter anderem in Bayern. Versicherte können ihre Verordnungen per App direkt an Sanitätshäuser senden.

Auch bei der Früherkennung hilft Software. Das Uniklinikum Erlangen bietet ein kostenloses Online-Tool für Menschen mit Verdacht auf rheumatische Erkrankungen. Es erfasst Symptome strukturiert und erstellt eine Übersicht für das Arztgespräch. Das Projekt ist Teil eines EU-weiten Vorhabens und wird von Patientenorganisationen unterstützt.

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Robotik im OP und regenerative Verfahren

Bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß gewinnen spezialisierte operative Verfahren an Bedeutung. Robotik-assistierte Implantationen versprechen höhere Präzision beim Einsetzen künstlicher Gelenke. Minimalinvasive Techniken, etwa bei Hüfttotalendoprothesen, verkürzen die Genesungszeit. Berichte über Patienten, die für solche Eingriffe weite Reisen auf sich nehmen, zeigen den Bedarf an schnellen OP-Terminen – besonders wenn lokale Systeme lange Wartezeiten haben.

Seit etwa zehn bis fünfzehn Jahren wird die Therapie mit plättchenreichem Plasma (PRP) bei Kniearthrose eingesetzt. Dabei wird Eigenblut zentrifugiert und das Plasma ins Gelenk injiziert, um Entzündungen zu hemmen und die Knorpelreparatur zu unterstützen. Ein Orthopäde warnt jedoch: Die Wirksamkeit variiert individuell, und unsachgemäße Durchführung kann schaden.

Selbst Jahrzehnte nach schweren Verletzungen helfen mikrochirurgische Lappenplastiken. Erfolgreiche Rekonstruktionen bei chronischen Entzündungen am Kniegelenk zeigen, dass hochspezialisierte Verfahren die Mobilität wiederherstellen können.

Bewährtes und neue Forschung

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Bei Handgelenksarthrose bleibt die Kombination aus konservativen Therapien und ergonomischen Hilfsmitteln zentral. Neben klassischen Injektionen mit Hyaluronsäure oder Kortison empfehlen Ärzte oft begleitend naturheilkundliche Ansätze wie Teufelskralle oder Omega-3-Fettsäuren.

Klinische Studien untersuchen zudem den Einfluss der Ernährung. Eine Untersuchung zu Lachsprotein-Hydrolysat über 56 Tage deutet auf positive Effekte auf den Hämoglobinwert und die Körperzusammensetzung hin – das könnte indirekt die Belastbarkeit von Patienten mit Gelenkproblemen verbessern. Und in der Glaukom-Forschung wurde die Rekrutierung für eine Zulassungsstudie eines neuen Mikro-Implantats abgeschlossen – ein weiterer Beleg für die fortschreitende Materialentwicklung in der Medizintechnik.

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