Arzneimittel, Wirkstoffe

Arzneimittel: Bis zu 90 Prozent neuer Wirkstoffe lösen sich schlecht in Wasser

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwer lösliche Wirkstoffe fördern die Nachfrage nach TrÀgerstoffen; zugleich werden Videosprechstunden und einfachere DiGA-Rezepte diskutiert.

Pharmazeutische Hilfsstoffe und digitale Apothekenversorgung im Wandel
Moderne pharmazeutische Laborausstattung aus Edelstahl in einer sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle FachbeitrĂ€ge und Branchenanalysen beleuchten die wachsende Bedeutung moderner pharmazeutischer Hilfsstoffe fĂŒr die therapeutische Wirksamkeit von Arzneimitteln. Gleichzeitig stehen erweiterte Versorgungsangebote und digitale Schnittstellen in Vor-Ort-Apotheken im Fokus gesundheitspolitischer Diskussionen.

Hilfsstoffe und Formulierungstechnologien fĂŒr anspruchsvolle Wirkstoffe

Ein wesentlicher Treiber fĂŒr Weiterentwicklungen in der Galenik ist die physikochemische Beschaffenheit neuer Substanzen. Laut einem Bericht des Marktforschungsunternehmens IndexBox vom 8. Oktober 2026 weisen schĂ€tzungsweise 70 bis 90 Prozent der neuen chemischen Wirkstoffe in der Entwicklung eine schlechte Wasserlöslichkeit auf.

IndexBox prognostiziert fĂŒr den globalen Markt pharmazeutischer TrĂ€gerstoffe im Zeitraum von 2026 bis 2035 ein jĂ€hrliches Wachstum von 5,8 Prozent, womit der Marktindex bezogen auf das Basisjahr 2025 einen Wert von 158 erreichen soll.

Auf feste orale Darreichungsformen entfallen dabei geschĂ€tzte 45 Prozent des Marktes, wĂ€hrend Formulierungsentwicklung 20 Prozent und Auftragsfertigung 15 Prozent ausmachen. Begrenzte KapazitĂ€ten fĂŒr die Gute Herstellungspraxis (GMP) sowie regulatorische HĂŒrden dĂ€mpfen die Entwicklung jedoch.

In einem weiteren Bericht vom 9. Oktober 2026 bezifferte IndexBox das durchschnittliche jĂ€hrliche Wachstum des Marktes fĂŒr Lösungsvermittler bis 2035 auf 6,2 Prozent bei einem angestrebten Marktindex von 182. Insbesondere fĂŒr Wirkstoffe der Biopharmazeutischen Klassifizierungssysteme (BCS) der Klassen II und IV wird ein Marktanteil von 45 Prozent und ein jĂ€hrliches Wachstum von 6,8 Prozent erwartet, wobei lipidbasierte Systeme und polymere Feststoffdispersionen an Bedeutung gewinnen.

Passend zu diesen Anforderungen arbeiten Fette Compacting und Sotax ab dem 9. Oktober 2026 strategisch zusammen, um Hersteller oraler fester Darreichungsformen durch die VerknĂŒpfung von Tablettier-, Prozess- und Analytikentwicklung zu unterstĂŒtzen.

Anzeige

Wer sich mit der Wirksamkeit von Arzneimitteln und modernen Wirkstoffen befasst, sollte auch die Bedeutung der persönlichen Diagnostik nicht unterschĂ€tzen. Dieser kostenlose Report erklĂ€rt verstĂ€ndlich, welche Werte wirklich wichtig sind und wie Sie Ihre Vitalstoff-Werte richtig deuten. Was verraten Ihre Blutwerte wirklich? Jetzt kostenlos prĂŒfen

Spezialisierte Hilfsstoffe ĂŒbernehmen dabei gezielte Aufgaben: Polysorbat 20 kapselt als Tensid hydrophobe Wirkstoffe in Mizellen ein und verhindert Aggregation, PolyacrylsĂ€ureharze ermöglichen magensaftresistente ÜberzĂŒge, und Cholesterin stabilisiert Lipid-Nanopartikel, um NukleinsĂ€uren wie Boten-RNA vor vorzeitigem Abbau zu schĂŒtzen.

Pharmakogenetik und Diagnostik im Fokus

Neben den TrÀgerstoffen beeinflussen auch patientenindividuelle Faktoren die Wirksamkeit. Fachberichte vom 9. Oktober 2026 heben hervor, dass Enzyme wie CYP2D6 und CYP2C19 die Verarbeitung von Psychopharmaka steuern.

Pharmakogenetische Tests könnten Fehl- oder Überdosierungen verringern, werden jedoch durch Vorgaben des Gendiagnostikgesetzes, uneinheitliche Erstattungswege und fehlende Leitlinien gebremst.

Anzeige

Besonders bei der Einnahme mehrerer Medikamente ist eine genaue Kenntnis der Wirkstoffe entscheidend, um gefĂ€hrliche Wechselwirkungen oder Schwindel zu vermeiden. Ein unabhĂ€ngiger Medizinexperte enthĂŒllt in diesem Gratis-Report, welche Mittel im Alter plötzlich riskant werden können. Über 180 riskante Wirkstoffe entdecken – zum kostenlosen Ratgeber

Eine Befragung psychiatrischer Patienten zeigte, dass fast alle Befragten von verkĂŒrzten Liegezeiten durch Tests ausgingen; die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft lag bei 120 Euro und die akzeptierte Wartezeit bei 16 Tagen. WĂ€hrend die Arbeitsgruppe DPWG bereits Empfehlungen zu Antipsychotika herausgab, steht eine Leitlinie des Konsortiums CPIC noch aus.

Telemedizin und digitale Versorgungswege vor Ort

Parallel zur pharmazeutischen Technologie wandeln sich die Dienstleistungen in den Offizinen. Wie Berichte vom 9. Oktober 2026 darlegen, vereinbarten der Apothekerverband Nordrhein und die KassenĂ€rztliche Vereinigung Nordrhein, Ă€rztliche Online-Videosprechstunden direkt in Apotheken anzubieten. Das geplante Pilotprojekt nutzt die bestehende digitale Infrastruktur der Nummer 116 117, die im Bereitschaftsdienst bereits seit 2022 existiert, ohne dass zusĂ€tzliche Technik fĂŒr teilnehmende Apotheken vorgeschrieben ist.

Auf dem TI-Summit in Leipzig forderten Vertreter aus Praxen und Apotheken ein neues RollenverstĂ€ndnis bei pharmazeutischen Dienstleistungen, da RĂŒckmeldungen aus Arztpraxen bislang oft spĂ€rlich ausfielen.

Zudem fordern Hersteller Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) Erleichterungen bei der Rezeptabwicklung: Laut Berichten vom 10. Oktober 2026 werden rund 90 Prozent der DiGA Àrztlich verordnet, doch Wartezeiten von 10 bis 14 Tagen auf Freischaltcodes hemmen die Versorgung, weshalb eine direkte Einlösung in Apotheken diskutiert wird.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70288527 |