Asiatische, Tigermücke

Asiatische Tigermücke: Invasive Art breitet sich in Deutschland aus

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 13:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trockenheit reduziert heimische Mücken, doch die Asiatische Tigermücke etabliert sich weiter. Das West-Nil-Virus tritt vermehrt in Ostdeutschland auf.

Trockenheit bremst heimische Mücken, Tigermücke breitet sich aus
Modernes Wohnzimmer bei Sonnenuntergang mit einem Mückenschutzgerät auf einem Tisch vor einem Fenster mit Fliegengitter. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Mückensaison 2026 fällt dank Trockenheit bislang glimpflicher aus als befürchtet. Doch die Ausbreitung invasiver Arten wie der Asiatischen Tigermücke hält Behörden und Forscher auf Trab. Während heimische Stechmücken unter dem fehlenden Regen leiden, steigt das Risiko durch tropische Krankheitsüberträger.

Trockenheit entzieht Mücken die Brutstätten

Die extreme Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands bremst die Vermehrung heimischer Mückenarten. Biologe Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erklärt: Fehlende Pfützen bedeuten fehlende Brutstätten. Historische Tiefstände an Gewässern wie dem Bodensee machen das Ausmaß deutlich. Doch Entwarnung wäre verfrüht – der Klimawandel verlängert die Aktivitätszeiten der Insekten spürbar.

Der Mückenatlas dokumentiert den Wandel. Zwischen 2012 und 2025 analysierten Forscher rund 550.000 Exemplare. Bis Ende Juli 2026 gingen bereits über 40.000 weitere Einsendungen ein. Besonders die Asiatische Tigermücke breitet sich aus: In Dresden bildet sie seit zwei Jahren eine stabile Population, aus Nordrhein-Westfalen kommen zunehmend Meldungen.

West-Nil-Virus: Infektionen konzentrieren sich im Osten

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert eine Häufung von West-Nil-Virus-Infektionen in Ostdeutschland. Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen stehen im Fokus. Im Vorjahr zählte das RKI vier Fälle, für 2026 liegt bis zum 29. Juli bereits eine weitere Infektion vor. Rund 20 Prozent der Infizierten entwickeln grippeähnliche Symptome.

In Rheinland-Pfalz wurde im Kreis Germersheim der erste autochthone West-Nil-Fall des Jahres dokumentiert – also eine Ansteckung ohne Reisebezug. Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollten deshalb mindestens 14 Tage nach der Rückkehr konsequent Mückenschutz nutzen. Neben dem West-Nil-Virus kann die Tigermücke auch Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen.

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Was im Kampf gegen Insekten wirklich hilft

Nicht jede Mücke ist gleich – und nicht jede Methode wirkt gegen jede Art. Fruchtfliegen lockt gärendes organisches Material an, Trauermücken fühlen sich in feuchter Pflanzenerde wohl. Wer die Plagegeister loswerden will, sollte gezielt vorgehen:

  • Fliegengitter und verschlossene Lebensmittel bilden die Basis jeder Abwehr.
  • UV-Licht-Fallen mit Klebepads arbeiten chemiefrei und helfen gegen Trauermücken und Fruchtfliegen. Bei größeren Fliegenarten stoßen sie an ihre Grenzen.
  • Biologische Mittel wie Neemöl, Nematoden oder das Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) bekämpfen Larven direkt in der Pflanzenerde.
  • Hausmittel aus Apfelessig, Zucker und Spülmittel reduzieren Frucht- und Schmeißfliegen zuverlässig.

Forscher wie Leslie B. Vosshall von der Rockefeller University untersuchen zudem ungeklärte Verhaltensweisen von Stechmücken – etwa das Heben der Hinterbeine zur Wahrnehmung von Luftströmungen. Solche Erkenntnisse könnten künftig präzisere Abwehrtechnologien ermöglichen.

Vorsicht vor Kollateralschäden

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West-Nil-Virus-Infektionen nehmen in Ostdeutschland zu – und die Tigermücke kann auch Dengue- und Zika-Viren übertragen. Wer seinen Garten mückensicher machen will, findet hier die wirksamsten Mittel gegen Larven – von BTI bis Nematoden. Leitfaden gegen Mückenlarven jetzt sichern

Beim Einsatz von Insektenvernichtern im Außenbereich ist Zurückhaltung geboten. UV-Fallen töten auch Nützlinge – und Mücken sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette für Vögel, Fledermäuse und Amphibien.

Der Naturschutzbund (NABU) weist parallel auf ein anderes Problem hin: Jährlich sterben in Deutschland schätzungsweise 100 Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasflächen. Wirksame Markierungen sind senkrechte Linien mit mindestens 5 mm Breite im Abstand von maximal 10 cm – oder waagerechte Linien mit mindestens 3 mm Breite im Abstand von maximal 3 cm. Orange zeigt dabei die höchste Signalwirkung.

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