Asos-Sicherheitsvorfall, Push-Nachrichten

Asos-Sicherheitsvorfall: Push-Nachrichten alarmieren 17 Millionen Kunden

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 22:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Unbefugte erreichten externe Kommunikationsplattformen; mögliche Folgen für Kundendaten bleiben unklar, während die Asos-Aktie mehr als zehn Prozent verlor.

Asos untersucht Sicherheitsvorfall nach manipulierten Push-Nachrichten
Dunkler, minimalistischer Serverraum mit symmetrischen Metallschränken und blauen Statusleuchten in einer Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der britische Online-Modehändler Asos untersucht einen Sicherheitsvorfall rund um sein Benachrichtigungssystem. Nach offiziellen Angaben des Unternehmens verschafften sich Unbefugte Zugriff auf Plattformen von Drittanbietern, die für die Kundenkommunikation eingesetzt werden. Dabei könnten Namen sowie Kontaktdaten von Kunden betroffen sein. Zuvor hatten zahlreiche Nutzer manipulierte Benachrichtigungen auf ihren Mobilgeräten erhalten, die vor angeblich gestohlenen Daten warnten.

Manipulierte Push-Nachrichten auf Nutzer-Smartphones

Der Vorfall wurde öffentlich, als Tausende Kunden weltweit unerwartete Push-Nachrichten über die App des Unternehmens erhielten. Unter dem Titel, dass das Unternehmen gehackt worden sei, behaupteten die Absender, die Cloud-Umgebung des Dienstleisters Snowflake sei kompromittiert worden.

In den Nachrichten, die unter anderem Smartphone-Nutzer in Großbritannien erreichten, drohten die unbekannten Akteure mit einer Veröffentlichung von Daten und verlinkten auf einen Telegram-Kanal einer Gruppe namens Xuanye Group.

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Diese Gruppe behauptete zwar, Kundendaten entwendet zu haben, lieferte dafür bislang jedoch weder Belege noch konkrete Angaben zum Umfang. Der betroffene Cloud-Anbieter Snowflake wies die Darstellungen zurück und erklärte, bisher keinerlei Kompromittierung der eigenen Plattform festgestellt zu haben. Auch Asos bestätigte weder einen Einbruch in die genannte Cloud-Infrastruktur noch eine konkrete Zahl möglicher Betroffener.

Fachleute für Cybersicherheit wiesen zudem darauf hin, dass der Versand solcher Push-Nachrichten lediglich den Zugriff auf ein separates Benachrichtigungssystem erfordert und nicht zwingend auf einen Einbruch in zentrale Datenbanken hindeutet. Im Jahr 2024 hatte Google Mandiant bereits eine breit angelegte Kampagne gegen Snowflake-Daten von mindestens 165 Kunden dokumentiert.

Passwörter laut Unternehmen sicher, Aktie unter Druck

Asos betonte, dass Zahlungsdaten und Passwörter nach derzeitigem Kenntnisstand vermutlich nicht betroffen sind. Die Anwendung zeigte den Nutzern umgehend eine Warnmeldung an, dem in der Benachrichtigung platzierten externen Link unter keinen Umständen zu folgen.

Um weiteren Missbrauch zu verhindern, schränkte das Unternehmen den Zugriff auf die betroffenen Benachrichtigungsplattformen ein und leitete Untersuchungen gemeinsam mit externen Sicherheitsberatern und Behörden ein.

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Der laufende Geschäftsbetrieb war von dem Vorfall nicht beeinträchtigt. Sowohl die Webseite als auch die App funktionierten ohne Unterbrechung weiter.

Mögliche wirtschaftliche Auswirkungen des Vorfalls konnte das Unternehmen, das laut der Nachrichtenagentur PA weltweit 17 Millionen Kunden zählt, bisher nicht beziffern. An den Finanzmärkten sorgte der Vorfall dennoch für Verunsicherung: Die Aktie von Asos verlor am Dienstagmorgen mehr als 10 Prozent an Wert.

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