Augengesundheit, Beschwerdefreien

Augengesundheit: 29 Prozent der Beschwerdefreien zeigen Auffälligkeiten

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 10:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Screenings von Mister Spex und Skleo Health fanden bei 29 Prozent der symptomfreien Teilnehmenden abklärungsbedürftige Befunde.

Mister Spex-Report: Viele beschwerdefreie Menschen zeigen Augenauffälligkeiten
Ein minimalistischer, heller Untersuchungsraum in einer modernen Praxis mit sanftem Tageslicht und neutraler Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Viele Beeinträchtigungen des Sehvermögens entwickeln sich schleichend und bleiben von Betroffenen über lange Zeit unbemerkt. Welche Risiken das Ausbleiben regelmäßiger Kontrollen birgt, verdeutlicht der anlässlich des Welttags des Sehens vorgelegte Augengesundheits-Report 2026 des Brillenanbieters Mister Spex und des Unternehmens Skleo Health.

Die Auswertung zeigt, dass selbst bei Personen ohne akute Symptome ein beachtlicher Teil Auffälligkeiten aufweist, die einer fachärztlichen Abklärung bedürfen.

Hohe Quote an Auffälligkeiten bei Beschwerdefreien

Grundlage des gemeinsamen Reports von Mister Spex und Skleo Health bilden 13.986 Screenings, die in über 60 deutschen Stores vorgenommen wurden. Die Ergebnisse belegen eine deutliche Diskrepanz zwischen subjektiver Wahrnehmung und messbarem Befund: Bei 29 Prozent der Teilnehmenden, die sich selbst als beschwerdefrei einstuften, stellten die Untersuchungen abklärungsbedürftige Auffälligkeiten fest. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen stieg dieser Anteil sogar auf 61 Prozent.

Über das gesamte Teilnehmerfeld hinweg lag bei 14 Prozent der untersuchten Personen mindestens eine klinische Auffälligkeit vor. Die Häufigkeit korrelierte dabei stark mit dem Lebensalter.

Während in der Gruppe der 18- bis 40-Jährigen lediglich 5 Prozent betroffen waren, kletterte der Wert bei den 41- bis 60-Jährigen auf 15 Prozent und erreichte bei den über 60-Jährigen 41 Prozent.

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Seltene Facharztbesuche und methodische Grenzen

Der Report offenbart zugleich ein verbreitetes Versäumnis bei der Vorsorge. Insgesamt 81 Prozent der Teilnehmenden gaben an, seit mehr als zwei Jahren keinen Augenarzt aufgesucht zu haben oder noch nie bei einer fachärztlichen Untersuchung gewesen zu sein.

Gleichzeitig weisen die Urheber der Erhebung auf die Grenzen der Methodik hin: Ein solches Screening kann eine umfassende augenärztliche Diagnose nicht ersetzen. Zudem sei bei der Interpretation der Zahlen eine mögliche Selbstselektion der teilnehmenden Kundschaft zu berücksichtigen.

Wissenschaftliche Befunde stützen die Notwendigkeit von Kontrollen

Dass Beschwerdefreiheit keine Garantie für intakte Augengesundheit bietet, deckt sich mit weiteren fachlichen Erhebungen. Eine prospektive monozentrische Studie von 2026 mit Teilnehmenden an Kataraktuntersuchungen ergab, dass 22 Prozent klinische Merkmale aufwiesen, ohne Beschwerden zu verspüren, während umgekehrt 21 Prozent über Beschwerden klagten, ohne dass klinische Befunde vorlagen. Bei 45 Prozent der asymptomatischen Teilnehmenden wurden eine verkürzte Tränenfilmaufreißzeit oder eine Anfärbung der Augenoberfläche festgestellt.

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Standardisierte Fragebögen allein besitzen nach Einschätzung von Fachleuten nur eine begrenzte Aussagekraft. Treten Symptome wie eine einseitige Rötung in Verbindung mit einer Sehverschlechterung und Lichtempfindlichkeit auf, raten Experten zu einer dringenden augenärztlichen Abklärung. Vorsorgeangebote können zwar erste Hinweise liefern, die definitive Beurteilung bleibt jedoch der ophthalmologischen Praxis vorbehalten.

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