Augenkrankheiten, Bonner

Augenkrankheiten: Bonner KI-Chatbot erfasst Symptome zwischen Arztterminen

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bonner Forschende prüfen digitale Symptomabfragen zwischen Arztterminen; vor einem Einsatz in der Routineversorgung sind weitere wissenschaftliche Prüfungen nötig.
Ein modernes, minimalistisches Behandlungszimmer in einer Augenklinik mit einem Spaltlampenmikroskop bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Betreuung von Menschen mit chronischen Augenkrankheiten erfordert eine regelmäßige Beobachtung, doch zwischen den Kontrollterminen in der Praxis oder Klinik entstehen oft Informationslücken. Forschende an der Universitäts-Augenklinik Bonn untersuchen daher den Einsatz eines digitalen Chatbots auf Basis künstlicher Intelligenz.

Das System soll Betroffene in den Phasen zwischen regulären Arztbesuchen systematisch zu ihren Symptomen und ihrer Lebensqualität befragen. Ziel des wissenschaftlichen Ansatzes ist eine engmaschigere Überwachung von Krankheitsverläufen sowie eine patientenzentriertere Versorgung.

Systematische Erfassung von Patientenerfahrungen im Alltag

Im Mittelpunkt des Bonner Vorhabens steht die Erfassung sogenannter Patient-Reported Outcome Measures (PROMs). Dabei handelt es sich um strukturierte Rückmeldungen von Erkrankten über wenn eigenen Gesundheitszustand, funktionelle Einschränkungen im Alltag und ihr persönliches Wohlbefinden.

Der digitale Chatbot soll diese Angaben kontinuierlich zusammentragen, anstatt sich lediglich auf Momentaufnahmen während der klinischen Untersuchungen vor Ort zu stützen.

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Durch die regelmäßige Abfrage zwischen den Terminen können Veränderungen im Krankheitsverlauf früher sichtbar werden. Für das Behandlungsteam bietet eine solche kontinuierliche Datengrundlage die Möglichkeit, Therapien noch gezielter auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abzustimmen. Dies soll dazu beitragen, subjektive Beschwerden und die im Alltag empfundene Belastung verlässlicher in die klinische Versorgung einzubinden.

Weiterentwicklung zu einer sprachgesteuerten Schnittstelle

Die Forschungsaktivitäten an der Universitäts-Augenklinik Bonn beschränken sich nicht auf reine Textabfragen. Vorgesehen ist eine Weiterentwicklung des Vorhabens zu einem sprachgesteuerten System.

Über eine solche Schnittstelle sollen Betroffene ihre Beschwerden künftig mündlich schildern können. Die künstliche Intelligenz hat dabei die Aufgabe, die gesprochenen Angaben strukturiert zu erfassen und für die wissenschaftliche Auswertung aufzubereiten.

Ein rein sprachbasierter Dialog könnte bestehende Hürden bei der Bedienung digitaler Systeme minimieren, was insbesondere für sehbehinderte und ältere Patientengruppen eine zentrale Rolle für die Zugänglichkeit spielt.

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Wissenschaftliche Schritte bis zur Routineversorgung

Vorgestellt wurde das Forschungsvorhaben von PD Dr. Jan H. Terheyden von der Universitäts-Augenklinik Bonn, wie aus einem Bericht vom 31. Oktober 2026 hervorgeht. Der Wissenschaftler machte deutlich, dass vor einer möglichen Übernahme in die reguläre Routineversorgung noch weitere wissenschaftliche Schritte erforderlich sind, um die Methodik eingehend zu prüfen.

Der aktuelle Beitrag knüpft zudem an ein Gespräch mit Prof. Sabine Wöhlke über das Thema PROMs an. Die systematische Erhebung der Patientenperspektive gewinnt in der Versorgungsforschung zunehmend an Relevanz, da sie medizinische Befunde um die unmittelbare Lebenswirklichkeit der Betroffenen ergänzt.

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