Ausschreibung in Aachen: CSI sucht bis 31. Januar 2027 Medizintechnik-Projekte
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 19:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aachen prĂ€sentiert aktuelle Forschungsergebnisse und neue Initiativen zur Weiterentwicklung der personalisierten Medizintechnik, wĂ€hrend in Spanien moderne Diagnosewerkzeuge fĂŒr Herzerkrankungen unmittelbar in die primĂ€rĂ€rztliche Versorgung eingebunden werden. Beide Entwicklungen verdeutlichen den Trend, hochspezialisierte Technologien und datengestĂŒtzte Verfahren fĂŒr eine zielgerichtete Patientenversorgung nutzbar zu machen.
Innovationspartnerschaften in der Region Aachen
Im Rahmen des regionalen Projekts Care for Sustainable Innovation (CSI) lĂ€uft seit dem 1. Oktober 2026 bis zum 31. Januar 2027 eine Ausschreibung fĂŒr Innovationspartnerschaften. Gesucht werden umsetzungsorientierte Vorhaben mit realistischem Verwertungs- und Förderpotenzial, welche die digitale und nachhaltige Transformation der Gesundheitswirtschaft voranbringen.
Die Bewerbung steht Konsortien aus mindestens zwei Partnern offen, von denen mindestens ein etablierter Akteur vertreten sein muss. Voraussetzung ist ein regionaler Bezug zur Wirtschaftsregion Aachen, die neben der Stadt und der StĂ€dteRegion Aachen auch die Kreise Euskirchen, DĂŒren und Heinsberg umfasst.
Angesprochen sind Forschungseinrichtungen, UniversitĂ€tskliniken, technologieorientierte Unternehmen sowie hochschulnahe GrĂŒnderteams. AusgewĂ€hlte Projekte erhalten eine individuelle Begleitung bis spĂ€testens Ende 2027. Das Vorhaben wird ĂŒber den Förderaufruf Regio.NRW â Transformation aus Mitteln des EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE) sowie des nordrhein-westfĂ€lischen Wirtschaftsministeriums finanziert.
Die Initiative baut auf einer langjÀhrigen medizintechnischen Entwicklung am Standort auf. Bereits Anfang der 1990er Jahre begann in Aachen im Rahmen der Promotion von Dr. Thorsten Sieà die Entwicklung der IMPELLA-Herzpumpe, mit der 1999 die erste Patientin behandelt wurde.
Am 1. Oktober 2026 informierte sich zudem NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes an der Uniklinik RWTH Aachen ĂŒber aktuelle Fortschritte in der roboterassistierten Chirurgie.
Zudem ĂŒbernahm Univ.-Prof. Dr. med. Christiane Kuhl, Direktorin der Klinik fĂŒr Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der Uniklinik RWTH Aachen, Anfang Oktober 2026 die PrĂ€sidentschaft der European Society of Breast Imaging (EUSOBI).
Neue Diagnosewerkzeuge in spanischen Hausarztpraxen
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Parallel dazu treibt das Hospital ClĂnico Universitario de Valladolid in Spanien neue Diagnosekonzepte voran, um kardiologische AbklĂ€rungen direkt in den Hausarztpraxen zu verankern. Eine softwarebasierte, kĂŒnstliche Intelligenz fĂŒr die Echokardiografie soll dort ĂŒber ein einfaches Ampelsystem in GrĂŒn oder Rot anzeigen, ob der Verdacht auf eine behandlungsbedĂŒrftige Kardiopathie vorliegt.
ErgĂ€nzend wird eine HausĂ€rztin in der DurchfĂŒhrung von Echokardiografien geschult, um bei Anzeichen von Vorhofflimmern und dem damit einhergehenden Risiko fĂŒr Embolien oder SchlaganfĂ€lle rasch Befunde zu erheben.
Ziel des spanischen Vorhabens ist es, unnötige Ăberweisungen in spezialisierte Kliniken zu reduzieren und Wartezeiten abzubauen. Nach offiziellen Angaben standen in der autonomen Gemeinschaft Castilla y LeĂłn Ende Juni 10.073 Patienten auf den Wartelisten der Kardiologie. FĂŒr eine Facharztkonsultation betrug die durchschnittliche Wartezeit 70 Tage, fĂŒr eine Ultraschalluntersuchung des Herzens im Schnitt 109 Tage.
Fortschritte bei KI-gestĂŒtzter Kardiologie
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Wissenschaftliche Studien unterstreichen zeitgleich das Potenzial automatisierter Diagnosehilfen. Im Fachjournal PLOS Digital Health veröffentlichte Untersuchungen zeigen unter anderem, dass das System Amylo-Detect elektronische Patientenakten anhand von 50 Routineparametern analysieren kann, um kardiale Amyloidose frĂŒhzeitig zu erkennen.
Bei der externen Validierung am UniversitÀtsklinikum Essen erreichte das Screening-Werkzeug eine ZuverlÀssigkeit von 0,91 (FlÀche unter der Kurve, AUC).
Ein weiteres Modell namens ECG-SMART AI Score stufte in einer Untersuchung mit 363 ambulanten Patienten Standard-12-Kanal-EKGs ein, wobei ein mittleres oder hohes Risikoprofil signifikant mit dem Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit assoziiert war.
Auf dem XXIX. Kongress fĂŒr Fortschritte bei Herzinsuffizienz und Myokardiopathien, der vom 10. bis 11. Oktober 2026 auf Ibiza stattfindet, beraten Fachleute ĂŒber diese bildgebenden Verfahren sowie ĂŒber zielgerichtete Therapien.

