Autonome, Lieferfahrzeuge

Autonome Lieferfahrzeuge: Neolix startet Level-4-Tests in Tokio

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 16:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neolix erprobt autonome Lieferfahrzeuge auf Level 4, während Rakuten den Dienst in Toyosu auf mehr als 50.000 Haushalte erweitert.

Neolix startet L4-Tests in Tokio, Rakuten baut Lieferdienst aus
Ein minimalistischer, leerer Logistik-Verteilerraum in einem modernen Industriegebäude in Tokio bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

In der japanischen Hauptstadt hat die Erprobung hochautomatisierter Logistiklösungen eine neue Stufe erreicht. Das Unternehmen Neolix hat im Tokyo Ryutsu Center (TRC) in Heiwajima ein geschlossenes Validierungstestprogramm auf Level-4-Niveau (L4) eingeleitet. Damit wird erstmals ein Testlauf dieser technologischen Stufe für autonome Lieferfahrzeuge in Japan durchgeführt.

Ausbau der Testflotte und technische Spezifikationen

Das Programm startete mit einer ersten Tranche von Fahrzeugen, die bereits Ende August am Teststandort eintrafen. Geplant ist eine Aufstockung der Flotte auf insgesamt zehn Einheiten. Neolix setzt im Rahmen der Validierung zwei unterschiedliche Fahrzeugmodelle ein, um verschiedene Logistikanforderungen abzudecken.

Das Modell Xolra 3 verfügt über eine Ladekapazität von 3 Kubikmetern und ist für eine maximale Traglast von 520 Kilogramm ausgelegt. Ergänzt wird die Flotte durch das größere Modell Xolra 6, das mit einem Volumen von 6 Kubikmetern und einer Nutzlast zwischen 1.000 und 1.130 Kilogramm auch für schwerere Transporte konzipiert ist.

Ein wesentlicher Bestandteil der technologischen Ausstattung ist die sogenannte Map-light-Technologie. Diese soll die Kosten für das Mapping sowie die Implementierung der Systeme um bis zu 90 Prozent senken und damit die Wirtschaftlichkeit der autonomen Zustellung erhöhen.

Das Unternehmen greift dabei auf eine breite internationale Erfahrung zurück. Aktuell betreibt der Anbieter rund 27.000 Fahrzeuge in mehr als 320 Städten und über 15 Ländern. Die kumulierte Fahrleistung der weltweiten Flotte beläuft sich auf etwa 230 Millionen Kilometer.

Rakuten erweitert autonomen Lieferdienst in der Bucht von Tokio

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Während in Tokio das erste L4-Validierungsprogramm für Lieferfahrzeuge läuft und Rakuten seine autonome Zustellflotte auf über 50.000 Haushalte in der Bucht-Region ausweitet, stellt sich für DACH-Logistiker die Frage nach dem eigenen Fahrplan. Der kostenlose Leitfaden bündelt die übertragbaren Hebel — von Fahrzeugklassen über Mapping-Kosten bis zum Testaufbau. Praxis-Leitfaden autonome Zustellung jetzt anfordern

Parallel zu den neuen Testreihen von Neolix treibt der Konzern Rakuten die kommerzielle Nutzung autonomer Zustellsysteme voran. Das Unternehmen weitete am heutigen 10. September seinen Dienst für die unbemannte Auslieferung auf den Stadtteil Toyosu aus. Die Erweiterung umfasst die Bezirke Toyosu 1 bis 5 sowie Teile des 6. Bezirks.

Durch diesen Schritt können in Toyosu rund 17.000 Haushalte erreicht werden, wobei 62 neue spezifische Lieferziele in den Netzplan aufgenommen wurden. In der gesamten Bucht-Region, welche die Bezirke Chuo und Koto umfasst, deckt der Service nun insgesamt mehr als 50.000 Haushalte ab. Das Angebot wurde zudem um 14 neue Partnerläden in Toyosu ergänzt, womit das Gesamtsortiment auf über 9.500 Artikel aus nunmehr 44 Geschäften anwächst.

Betriebliche Details und regionale Entwicklung

Der von Rakuten betriebene Dienst ist bereits seit November 2024 in den Stadtteilen Harumi, Tsukishima, Kachidoki und Tsukuda aktiv. Die Zustellungen erfolgen täglich in einem Zeitfenster zwischen 10:00 und 21:00 Uhr.

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Steigende Personalkosten in der Zustellung und Mapping-Aufwände bremsen viele Flottenprojekte, bevor sie starten. Die in Tokio eingesetzte Map-light-Technologie soll Mapping- und Deployment-Kosten um bis zu 90 Prozent senken — ein Hebel, den auch europäische Planungen prüfen sollten. Der Leitfaden vergleicht Mapping-Ansätze und zeigt, welche Einsparungen realistisch sind. Kostenvergleich Mapping-Technologien jetzt sichern

Für die Nutzung des Dienstes wird eine Liefergebühr von 100 Yen inklusive Steuern erhoben. Insgesamt stehen den Kunden mittlerweile 254 definierte Zielpunkte zur Verfügung.

Rakuten, das an der Tokioter Börse im Segment TSE Prime gelistet ist, setzt mit dieser Expansion auf eine Verdichtung der autonomen Logistikstruktur in dicht besiedelten urbanen Räumen. Die Kombination aus den L4-Validierungstests durch Neolix und der praktischen Anwendungserweiterung durch Rakuten unterstreicht die wachsende Bedeutung automatisierter Systeme zur Bewältigung der Zustellungsherausforderungen in japanischen Metropolen.

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