Autonomer Shuttle: Efteling startet kostenlosen Dienst ab 12. August
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 08:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer niederlĂ€ndische Freizeitpark Efteling setzt ab sofort auf einen kostenlosen, autonom fahrenden Shuttle-Service. Seit dem 12. August bringt die neue Linie 7 GĂ€ste zwischen dem Haupteingang und den parkeigenen UnterkĂŒnften hin und her â ohne Fahrer am Steuer.
Es ist erst das zweite Mal, dass ein selbstfahrender Bus in den Niederlanden auf öffentlichen StraĂen operieren darf. Zuvor war dies nur am Flughafen Rotterdam Den Haag der Fall. Am 10. August wurde das Projekt mit einer offiziellen Zeremonie gestartet, an der Vertreter der Provinz Nordbrabant und verschiedener MobilitĂ€tspartner teilnahmen.
Rund sechs Kilometer durch Mischverkehr
Die neue Shuttle-Linie verbindet die Bushaltestelle Europalaan am Haupteingang mit mehreren Unterkunftsstandorten. Die Strecke umfasst rund sechs Kilometer und bedient das Efteling Wonder Hotel, die Villa Pardoes sowie die Feriendorfer Efteling Loonsche Land und Efteling Bosrijk. Auch der Parkplatz P4 wird angefahren, bevor der Bus zum zentralen Verkehrsknotenpunkt zurĂŒckkehrt.
Der Shuttle fĂ€hrt im regulĂ€ren Mischverkehr und soll die sogenannte letzte Meile fĂŒr GĂ€ste verbessern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Die Nutzung ist kostenlos, der Bus ist rollstuhlgerecht und bietet mindestens 20 FahrgĂ€sten Platz.
WÀhrend der achtwöchigen Pilotphase verkehrt die Linie 7 von Mittwoch bis Sonntag. Die Betriebszeiten liegen zwischen 8:00 und 12:00 Uhr sowie von 16:30 bis 19:00 Uhr.
Hightech-Bus mit Sicherheitsfahrer
Zum Einsatz kommt ein Karsan Autonomous e-ATAK mit autonomer Fahrtechnik der Stufe 4. Das System stammt vom Unternehmen ADASTEC, die Flottenmanagement-Software liefert Applied Autonomy. Der Bus wurde von der niederlĂ€ndischen StraĂenverkehrsbehörde RDW umfassend geprĂŒft und fĂŒr den Einsatz auf öffentlichen StraĂen zugelassen.
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Obwohl der Bus die Strecke eigenstĂ€ndig bewĂ€ltigen kann, schreibt das Sicherheitskonzept vor, dass ein qualifizierter Fahrer des Verkehrsbetreibers Arriva im Fahrzeug bleibt und bei Bedarf eingreifen kann. ZusĂ€tzlich ist ein zweites Besatzungsmitglied an Bord, das die Fahrzeugdaten in Echtzeit ĂŒberwacht.
Technisch ist der Bus ein rollendes Rechenzentrum: Sensoren und Computer nehmen die Umgebung permanent auf. ĂuĂerlich gleicht er jedoch einem gewöhnlichen Arriva-Stadtbus â nur mit spezieller Resort-Beschriftung.
EuropÀisches Forschungsprojekt als Grundlage
Hinter dem Pilotprojekt steht ein breites BĂŒndnis aus Dutch Automated Mobility (DAM), Arriva und der Provinz Nordbrabant. Weitere Partner sind die Gemeinde Loon op Zand, das regionale MobilitĂ€tsprogramm SmartwayZ.NL und der Versicherer AON.
Das Projekt ist eine praktische Anwendung des europĂ€ischen Forschungsvorhabens SINFONICA, das im September 2022 startete. Es untersucht, wie automatisierter öffentlicher Nahverkehr auch fĂŒr vulnerable Gruppen zugĂ€nglich bleiben und sich in die digitale Reiseplanung integrieren lĂ€sst.
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Die Provinz Nordbrabant sieht in autonomen Bussen einen festen Bestandteil des kĂŒnftigen Nahverkehrs. Der Test am Efteling liefert wertvolle Daten zur Fahrgasterfahrung und zum Betriebsablauf â in einem Umfeld, das sowohl private ResortflĂ€chen als auch öffentliche Infrastruktur umfasst.
Bereits im Mai hatte das niederlĂ€ndische Infrastrukturministerium betont, dass automatisierter Verkehr einen grundlegenden Wandel der nationalen MobilitĂ€t einleite. Nach Abschluss der achtwöchigen Testphase wollen die Partner die gesammelten Daten auswerten und ĂŒber eine dauerhafte autonome Shuttle-Verbindung am Efteling entscheiden.
