BĂ€ume impfen, um seltene Pilze anzusiedeln
08.08.2024 - 12:40:13Seltene und zum Teil stark bedrohte Pilzarten sollen wieder im Nationalpark Bayerischer Wald angesiedelt werden. Dazu werden derzeit BĂ€ume mit diesen Pilzen geimpft, wie die Uni Bayreuth und der Nationalpark mitteilten.
Und das funktioniert so: Die im Labor gezĂŒchteten Pilze werden mithilfe von HolzdĂŒbeln in vorgebohrte Löcher der WirtsbĂ€ume gesetzt. 400 Fichten, Buchen und Tannen sollen so geimpft werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstĂŒtzt das Projekt finanziell und spricht von echtem Neuland: Erstmals wĂŒrden gezielte ArtenschutzmaĂnahmen fĂŒr seltene Pilze in der Praxis erprobt, sagte DBU-GeneralsekretĂ€r Alexander Bonde laut Mitteilung. Trotz der wichtigen Funktion von Pilzen in Waldökosystemen gebe es dazu bisher fast keine Erfahrungen.
Rosenduft und filigrane Fruchtkörper
«Ich bin sicher, dass wir in spĂ€testens zwei Jahren erste Fruchtkörper entdecken werden», sagte Mykologe Peter Karasch vom Nationalpark Bayerischer Wald. Die Wichtigkeit des Projekts fĂŒr den Artenschutz sei groĂ. «Von der Bedeutung her kann man das durchaus mit der Auswilderung der Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden vergleichen.»
Zu den Pilzen, die im Nationalpark angesiedelt werden sollen, gehört etwa der Duftende Feuerschwamm, dessen Fruchtkörper nach Rosen riecht. Der Ăstige Stachelbart hat einen besonders filigranen Fruchtkörper. Die geimpften BĂ€ume werden in den kommenden Jahren regelmĂ€Ăig ĂŒberprĂŒft, um zu sehen, wie schnell sich die Pilzarten ausbreiten können und welche Bedingungen vorherrschen.





