BAföG-Reform, Wohnpauschale

BAföG-Reform: Wohnpauschale steigt auf 440 Euro ab Wintersemester

02.06.2026 - 05:30:14 | boerse-global.de

Die geplante BAföG-Erhöhung der Wohnpauschale auf 440 Euro steht wegen Finanzierungsstreitigkeiten in der Koalition auf der Kippe.

BAföG-Reform: Wohnpauschale steigt auf 440 Euro ab Wintersemester - Bild: ĂŒber boerse-global.de
BAföG-Reform: Wohnpauschale steigt auf 440 Euro ab Wintersemester - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Zwischen CDU/CSU und SPD gibt es unterschiedliche Auffassungen zur Finanzierbarkeit und zum Zeitplan. Dabei liegen die fachlichen PlÀne seit Ende 2025 vor.

Wohnpauschale soll auf 440 Euro steigen

Kern der Reform ist eine deutliche Anhebung der Wohnkostenpauschale. Studierende, die nicht bei ihren Eltern leben, sollen ab dem Wintersemester 2026/27 statt 380 Euro dann 440 Euro erhalten. In den Jahren 2027 und 2028 ist zudem eine Angleichung des Grundbedarfs von derzeit 475 Euro an das Niveau der staatlichen Grundsicherung (563 Euro) geplant.

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Der Referentenentwurf fĂŒr das 30. BAföG-Änderungsgesetz liegt seit dem 1. Dezember 2025 beim Bundesfinanzministerium. Das Bildungsministerium will den Entwurf Ende Juli im Kabinett verabschieden. Nur so könnten die Änderungen rechtzeitig zum Wintersemester in Kraft treten.

Aktuell betrĂ€gt der Höchstsatz fĂŒr auswĂ€rts wohnende Studierende 855 Euro. Mit KrankenversicherungszuschlĂ€gen sind es 992 Euro.

BĂ€r stellt Reform infrage

Trotz der im April 2026 verkĂŒndeten Finanzierungseinigung sind Zweifel an der Umsetzung laut geworden. Bundesbildungsministerin Dorothee BĂ€r (CSU) verweist auf SparzwĂ€nge im Bundeshaushalt. Die UnterstĂŒtzung in den Regierungsfraktionen habe nachgelassen.

BĂ€r betont die privilegierte Lage der Studierenden: Es gebe keine StudiengebĂŒhren. Nebenjobs seien zumutbar.

Die SPD reagiert verĂ€rgert. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar pocht auf die Einhaltung des Koalitionsvertrags. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) habe die Mittel bereits in den Haushaltseckwerten berĂŒcksichtigt.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellt das Vorhaben unter Finanzierungsvorbehalt. Unionsfraktionschef Jens Spahn kritisierte im Mai eine weitere Erhöhung staatlicher Leistungen.

Aus dem CDU-SozialflĂŒgel kommt dagegen Widerspruch. Einsparungen zulasten des Bildungssystems seien falsch. Die Opposition aus GrĂŒnen und Linken fordert eine schnelle Entlastung der Studierenden.

Studierende zahlen 53 Prozent fĂŒrs Wohnen

Die Diskussion findet vor einem angespannten wirtschaftlichen Hintergrund statt. Laut Statistischem Bundesamt geben Studierende durchschnittlich 53 Prozent ihres Einkommens fĂŒrs Wohnen aus. Die durchschnittliche WG-Miete liegt laut Moses Mendelssohn Institut bei 512 Euro.

In Ballungszentren sieht es noch dramatischer aus: Berlin 650 Euro, MĂŒnchen 800 Euro. Die aktuelle Wohnkostenpauschale von 380 Euro deckt das bei weitem nicht.

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Die Zahlen zeigen die PrekaritÀt: Rund 75 Prozent der auswÀrts wohnenden Studierenden gelten als armutsgefÀhrdet. In der Gesamtbevölkerung sind es etwa 14 Prozent. Bereits zwei Drittel der Studierenden jobben nebenher, wie das Deutsche Studierendenwerk und der fzs berichten.

Die Erwerbsquote der 20- bis 24-JĂ€hrigen liegt bei 56 Prozent – ein deutlicher Anstieg seit 2015.

FĂŒr 2026 werden die Kosten der Reform auf rund 1,6 Milliarden Euro geschĂ€tzt. 2024 bezogen etwa 613.000 Personen BAföG. Die Entscheidung gilt als richtungsweisend fĂŒr die bildungspolitische PrioritĂ€tensetzung der Koalition.

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