Erste weibliche MedizinnobelpreistrÀgerin: Gerty Coris Kampf um Anerkennung als Wissenschaftlerin / Neue Folge des gesundheit-hören-Podcasts Siege der Medizin
14.08.2024 - 09:30:03Gerty Theresa Cori gilt als eine der gröĂten Biochemikerinnen im 20. Jahrhundert, sie wurde fĂŒr ihre Forschungen weltberĂŒhmt, erhielt als erste Frau weltweit den Nobelpreis fĂŒr Medizin - und dennoch waren ihr Leben und ihre Arbeit in einer mĂ€nnerdominierten Wissenschaft ein einziger Kampf um Anerkennung. Auch wenn Cori als Wissenschaftlerin in ihrer Zeit unter den abstrusesten Nachteilen zu kĂ€mpfen hatte, lieĂ sie sich dennoch nicht unterkriegen - viel zu groĂ waren ihre Begeisterung fĂŒr die Forschung und ihr Wissensdrang.
In der neuen Folge von Siege der Medizin, dem erfolgreichen medizinhistorischen Podcastformat von gesundheit-hören aus dem Wort & Bild Verlag, erzĂ€hlt Schauspielerin Andrea Sawatzki als Host des Podcasts die erstaunliche Geschichte der Medizinforscherin Forscherin Gerty Cori. Experte in dieser Folge von Siege der Medizin ist Professor Michael Bauer, Direktor der Klinik fĂŒr AnĂ€sthesiologie und Intensivmedizin, daneben auch noch Sprecher des Forschungszentrums Sepsis und Infektionsmedizin seiner Klinik.
Schon als Kind zeigt Gertrude Theresa Radnitz, so ihr MĂ€dchenname, groĂes Interesse und Neugier fĂŒr Anatomie, fĂŒr die Funktionen des Körpers. Ermuntert durch ihren Onkel, einen angesehenen Kinderarzt, studiert sie ab 1914 an der Deutschen UniversitĂ€t in Prag Medizin. In der damaligen Zeit war das tatsĂ€chlich noch eine kleine Sensation, denn offiziell war Frauen dieses Studium erst seit 1900 erlaubt. An der Uni lernt Gerty ihren Studienkollegen Carl Ferdinand Cori kennen, 1920, kurz nach Abschluss ihres Studiums, heiraten die beiden. Carl fasziniert Gertys Hingabe an die Wissenschaft, er ist ĂŒberglĂŒcklich, diese auĂergewöhnliche Frau gefunden zu haben. SpĂ€ter ziehen die beiden nach Ăsterreich, ein paar Jahre spĂ€ter in die USA - weil die Coris hoffen, dort an bessere Jobs in der Medizinforschung zu kommen, und weil Gerty aus einer jĂŒdischen Familie stammt und der Antisemitismus in Ăsterreich immer stĂ€rker wird.
Doch auch in den USA hat das Ehepaar mit massiven Vorbehalten gegenĂŒber einer Frau als erfolgreicher Wissenschaftlerin zu kĂ€mpfen. 1929 gelingt Gerty Cori ihre gröĂte Entdeckung: Gemeinsam mit Carl und dem argentinischen Forscher Bernardo Alberto Houssay beschreibt sie den Kreislauf von Glucose - also Zucker - und MilchsĂ€ure in den Muskeln, der heute als Cori-Zyklus bekannt ist. "In dieser Forschungsgruppe war Gerty Cori wohl diejenige, die besonders geschickt war mit der Entwicklung analytischer Methoden rund um Glucose und Glykogenstoffwechsel", sagt Professor Michael Bauer.
Nach der Veröffentlichung bekommt Carl - und nur er - mehrere sehr gute Angebote fĂŒr Forschungsstellen an verschiedenen US-UniversitĂ€ten. Bei einem VorstellungsgesprĂ€ch wird ihm mitgeteilt, es sei "un-amerikanisch", wenn ein Ehepaar zusammenarbeite. Carl Cori, der bedingungslos zu seiner Frau steht, muss viele Angebote ablehnen, bis sich schlieĂlich mit der Washington University School of Medicine in St. Louis ein Kompromiss aushandeln lĂ€sst: Carl wird Leiter der Pharmakologischen Abteilung, seine Frau wird als Forschungsstipendiatin eingestellt - zum einem symbolischen Gehalt, das ein Zehntel des Gehalts von Carl Cori betrĂ€gt.
Trotz aller wissenschaftlicher Erfolge dauert es bis 1943, bis Gerty Cori endlich zur "auĂerordentlichen Professorin" ernannt wird. Doch erst als die groĂe Wissenschaftlerin 1947 gemeinsam mit ihrem Mann Carl und dem Forschungskollegen Houssay den Nobelpreis gewinnt, wird ihr der Rang einer ordentlichen Professur zuerkannt. Gerty Cori ist - nach Marie Curie und ihrer Tochter IrĂšne Joliot-Curie - erst die dritte Frau, die mit einem Nobelpreis in Naturwissenschaften ausgezeichnet ist. Und sie ist die erste TrĂ€gerin des Medizinnobelpreises. Ăbrigens: Bisher wurde der Nobelpreis fĂŒr Medizin 223 Mal verliehen. Doch nur 13 der Ausgezeichneten, knapp sechs Prozent, sind Frauen. Auch wenn Gerty Coris Geschichte viele Jahrzehnte zurĂŒckliegt und sich auch im Wissenschaftsbereich bezĂŒglich Geschlechtergerechtigkeit viel verĂ€ndert hat, sieht Professor Michael Bauer doch nach wie vor groĂen Handlungsbedarf - weil "statistisch betrachtet doch immer noch eine UnterreprĂ€sentation von Frauen zumindest in den FĂŒhrungspositionen oder auch bei den Professuren besteht".
Siege der Medizin auf einen Blick
Der Podcast dreht sich um die gröĂten medizinischen Errungenschaften und die Persönlichkeiten, die sie vorantrieben - in der ersten und zweiten Staffel spannend und plastisch erzĂ€hlt von Ulrich Noethen, ab der dritten Staffel von Schauspielerin Andrea Sawatzki. Neben Expert:innen lassen die ErzĂ€hler:innen die Geschichte selbst zu Wort kommen und nehmen die Hörer:innen mit auf eine Zeitreise in die jeweiligen Situationen und Orte der medizinhistorischen Meilensteine. Mit hörspielartigen Dialogen, Expert:innenstimmen sowie einem herausragenden, sparsam eingesetzten Sounddesign aus Musik und reduzierten GerĂ€uscheffekten verbindet der Podcast Informationsvermittlung mit GĂ€nsehaut beim Zuhören und macht aus Medizingeschichte ein besonderes Hörerlebnis. Das kommt bei den Hörer:innen an: Mit bislang fast 950.000 Downloads und Streams und einer Top-Platzierung in den Apple-Charts der Gesundheitspodcasts gehört das Format zu den Publikumslieblingen.
Siege der Medizin kommt alle vierzehn Tage neu von gesundheit-hören, dem Audio-Angebot der Apotheken Umschau. Kostenlos abrufbar ist Siege der Medizin auch ĂŒberall sonst, wo es Podcasts gibt, z.B. bei Spotify oder Apple Podcasts.
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