Bankbetrug per Nachricht: Freiburger Polizei zählt 750 Meldungen seit Jahresbeginn
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 00:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betrüger kontaktieren potenzielle Opfer zunehmend über elektronische Nachrichten, um sich als angebliche Bankangestellte auszugeben und an sensible Daten oder direkte Geldüberweisungen zu gelangen. Vor dieser veränderten Vorgehensweise warnt die Kantonspolizei Freiburg.
Während Kriminelle früher meist direkt anriefen, erfolgt der Erstkontakt mittlerweile verstärkt über Textnachrichten oder E-Mails, bevor die Täter die Betroffenen telefonisch manipulieren oder Kuriere zur Abholung von Wertsachen entsenden.
Wie aus den aktuellen Erhebungen der Kantonspolizei Freiburg hervorgeht, erbeuteten Täter in der vergangenen Woche bei vier Opfern im Alter zwischen 56 und 89 Jahren einen Betrag von über CHF 90'000. Die Masche ist Teil einer anhaltenden Serie: Seit Anfang 2026 verzeichnete die Behörde rund 750 Meldungen über falsche Polizisten und Bankangestellte.
In 130 Fällen waren die Kriminellen erfolgreich. Der Gesamtschaden beläuft sich seither auf knapp CHF 800'000 an Bargeld sowie Schmuck und Wertgegenstände im Wert von mehreren Zehntausend Franken.
Ermittlungserfolge und Festnahmen im September
Den Freiburger Ermittlern gelangen im September 2026 mehrere Fahndungserfolge gegen die Netzwerke. Die Kantonspolizei Freiburg ermittelte drei mutmassliche Täter im Alter von 18 bis 26 Jahren mit französischer Staatsangehörigkeit. Am 21. September 2026 nahmen Einsatzkräfte einen 24-jährigen Kurier in Bulle fest, als dieser Geld bei einer 73-jährigen Frau abholen wollte.
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Am 23. September 2026 wurde zudem ein 18-Jähriger ermittelt, der mit einem Vorfall in Châtel-St-Denis aus dem April 2026 in Verbindung steht; damals war ein 72-jähriger Mann geschädigt worden, indem Täter Karten-Chips erbeuteten und an Bancomaten mehrere tausend Franken abhoben.
Im Zuge der Vernehmungen gestand der 18-Jährige drei Fälle, während ein 26-jähriger Tatverdächtiger rund zehn Taten in Westschweizer Kantonen einräumte. Der Schaden dieser Taten beläuft sich auf über CHF 100'000 Bargeld sowie Schmuck und Uhren im Wert von mehreren Zehntausend Franken.
Laut Polizeiangaben wurden zwei im Wallis verhaftete Männer nach ihren Geständnissen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Es gibt zudem Hinweise auf zwei weitere, bislang unbekannte Beteiligte, die als Fahrer und Auftraggeber fungierten.
Ähnliche Vorfälle über Landesgrenzen hinweg
Auch Dienststellen in Deutschland und Österreich registrieren derzeit vergleichbare Betrugsmuster mit angeblichen Bankmitarbeitern. Nach Angaben der Kriminalpolizei Darmstadt betrogen falsche Bankmitarbeiter am 8. Oktober 2026 eine 89-jährige Frau in Ober-Ramstadt (Rohrbach) telefonisch um ihre EC-Karte und Bargeld.
Ein Komplize holte die Karte zwischen 17 und 19 Uhr an der Haustür ab, woraufhin Abbuchungen erfolgten. Die Kriminalpolizei Darmstadt bittet unter der Telefonnummer 06151/969-0 um Hinweise auf den Abholer, der möglicherweise mit einem weissen BMW mit Münchner Kennzeichen unterwegs war.
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Die Polizei Heinsberg berichtete von einer 68-jährigen Frau, die am 10. Oktober 2026 von einem angeblichen Bankangestellten kontaktiert wurde. Unter dem Vorwand einer unberechtigten Auslandsüberweisung veranlasste er sie zu einer angeblichen Stornierungsüberweisung von fast 10.000 Euro auf ein unbekanntes Konto.
Die für den 12. Oktober 2026 zugesagte Rückbuchung blieb aus. Am selben Tag meldete die Polizei Ibbenbüren einen Fall, bei dem ein 55-jähriger Mann nach der Ankündigung einer Kontosperrung sein Limit erhöhen und eine Summe im fünfstelligen Eurobetrag transferieren sollte. Auch hier blieb die versprochene Rückerstattung aus.
In Österreich schilderte die Landespolizei Tirol das Vorgehen nach einer Phishing-SMS, die eine 34-jährige Frau am 7. Oktober 2026 erhalten hatte. Am 12. Oktober 2026 verlangte ein Anrufer unter dem Deckmantel von Sicherheitsmassnahmen eine Überweisung, was zu einem Schaden im mittleren vierstelligen Eurobereich führte.
Zudem berichtete die Landespolizei Salzburg über einen Fall vom vorangegangenen Freitag, bei dem eine 83-jährige Frau im Pinzgau durch drei freigegebene Transaktionen um insgesamt 45.000 Euro gebracht wurde.
