Banken-Haftung, Philippinen

Banken-Haftung: Philippinen zwingen zu Betrugsschutz ab Juni

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Gerichte und Aufsichtsbehörden verschärfen die Haftung von Banken für unautorisierte Transaktionen und Betrugsfälle.

Banken haften: Neue Regeln bei unautorisierten Kontozugriffen
Digitale Sicherheitsoberfläche auf einem Tablet in einer modernen Bankfiliale, symbolisiert Schutz vor Finanzbetrug. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Internationale Aufsichtsbehörden und Gerichte zwingen Banken zunehmend zur Verantwortung bei unautorisierten Kontozugriffen. Die Philippinen, die USA und Südkorea treiben den Wandel voran.

Philippinen: Banken müssen Betrugsopfer entschädigen

Seit dem 25. Juni 2026 sind philippinische Geschäftsbanken gesetzlich verpflichtet, Opfer unautorisierter Online-Transaktionen zu entschädigen. Grundlage ist der Anti-Financial Account Scamming Act (AFASA). Die Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) hat klargestellt: Wer es versäumt, Sicherheitsmaßnahmen wie Multi-Faktor-Authentifizierung oder Verhaltensanalyse-Systeme zu implementieren, darf Verluste nicht mehr auf Fahrlässigkeit der Kunden schieben.

Die philippinische Polizei hat bereits über 500 Betrugsanzeigen nach dem neuen Gesetz gestellt. Die BSP kann bei Verstößen sogar Banklizenzen entziehen. Betroffene können bis zu umgerechnet rund 170.000 Euro über die zentrale Schlichtungsstelle fordern. Neben MFA erwarten die Aufseher nun auch Geolokalisierungs-Monitoring und Blacklist-Prüfungen.

USA: Milliardenklage gegen Zelle-Betreiber darf fortgesetzt werden

Ein Richter am New Yorker Supreme Court hat den Antrag auf Abweisung einer Milliardenklage gegen Early Warning Services, den Betreiber des Zahlungsnetzwerks Zelle, abgelehnt. Die Klage der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James wirft dem Unternehmen vor, zwischen 2019 und 2022 keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen gegen weitverbreiteten Betrug getroffen zu haben.

Das Gericht lässt nun die Vorwürfe zum Design und zur Vermarktung der Plattform zu. Zwar hatte die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB eine ähnliche Bundesuntersuchung im März 2025 eingestellt – doch die Bundesstaaten schließen die Lücke zunehmend. Der Vorwurf: Der Betreiber habe schnelles Wachstum über Verbrauchersicherheit gestellt.

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Südkorea: Neue Schutzmechanismen für Reisende

Die südkoreanische Finanzaufsicht FSS hat Reisende vor den Risiken des Kartenbetrugs im Ausland gewarnt. Besonders tückisch: Wird die PIN durch Skimming oder versteckte Kameras an Geldautomaten ausgespäht, ist eine Entschädigung oft schwer durchsetzbar.

Mehrere Institute wie KB Kookmin und Hyundai Card bieten daher bereits Dienste an, die Inlandszahlungen während Reisen blockieren. Hana und Shinhan Bank wollen Ende Juli 2026 nachziehen. Die FSS empfiehlt zudem, Transaktionsbenachrichtigungen über Push-Dienste oder Messaging-Apps statt klassischer SMS zu empfangen – das sei sicherer.

Gerichte definieren Haftungsgrenzen neu

Auch in anderen Regionen zeichnen sich wegweisende Urteile ab:

  • Uganda: Vor dem High Court verklagt das Logistikunternehmen EPA Carriers die UBA Uganda. Vorwurf: Umgerechnet rund 240.000 Euro sollen durch unautorisierte Abbuchungen von einem Firmenkonto verschwunden sein. Die Bank bestreitet die Vorwürfe.
  • Indien: Der Karnataka High Court stellte klar: Banken dürfen irrtümliche Überweisungen nicht ohne Zustimmung des Empfängers oder gerichtliche Anordnung rückgängig machen. In einem anderen Fall verurteilte eine Verbraucherkommission die South Indian Bank zur Zahlung von umgerechnet rund 170 Euro – die Bank hatte eine Kontoführungsgebühr verhängt, die durch ihre eigene SMS-Gebühr ausgelöst worden war.
  • China: Ein Gericht in Henan verurteilte eine Bank zur Auszahlung eines Sparbuchs von 1999 mit einem Saldo von umgerechnet rund 4.600 Euro. Die Bank hatte argumentiert, System-Updates hätten den Datensatz gelöscht. Das Gericht wies dies zurück: Für Datenverluste bei Systemmigrationen sei allein das Institut verantwortlich.
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