Bankentarif: Arbeitgeber lehnen Verdis Forderung nach 20 freien Tagen ab
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 18:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Arbeitgeber des privaten Bankgewerbes haben bei den Tarifgesprächen in Berlin weitergehende Forderungen nach Schutzregelungen beim Einsatz künstlicher Intelligenz sowie neuen Arbeitszeitmodellen pauschal zurückgewiesen.
Wie aus Berichten hervorgeht, lehnt die Bankenseite sowohl einen verschärften Kündigungsschutz als auch tarifvertragliche Vorgaben für unternehmensinterne Transformationsprozesse ab. Die Institute wollen sich stattdessen auf klassische Gehaltsfragen konzentrieren.
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Thomas A. Lange, warnte davor, dass die gewerkschaftlichen Forderungen den Realitätsbezug verlieren und zu einer Überlastung führen könnten. Für anstehende Transformationsprozesse benötigten die Geldhäuser keine tarifliche Nachhilfe. Zudem stießen die geforderten Arbeitszeitregelungen bei den Vertretern der Institute auf deutliches Unverständnis.
Streit über Entlastungstage und Gehaltsplus
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) verlangt für die Beschäftigten der Branche unter anderem verbindliche KI-Regeln, eine festgeschriebene Personalplanung und Qualifizierungsmaßnahmen sowie strengere Schutzregeln vor dem Hintergrund des zunehmenden Einsatzes von Automatisierungstechnologien.
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Zur Begründung verweist Verdi darauf, dass künstliche Intelligenz die Arbeitsabläufe verdichte. Aus diesem Grund fordert die Organisation das Recht, Gehaltsanteile in bis zu 20 zusätzliche freie Tage im Jahr umzuwandeln. Auf diese Weise solle jeder Angestellte zusätzlich zu den regulären sechs Wochen Jahresurlaub bis zu vier Wochen Freizeit hinzukaufen können.
Die Arbeitgeber halten dagegen, dass ein solches einseitiges Recht auf 20 freie Tage einer Arbeitszeitverkürzung von fast 10% entspreche. Bei einer Umsetzung könnten Beschäftigte knapp drei Monate und damit rund ein Viertel des Jahres dem Arbeitsplatz fernbleiben. Da ein personeller Ersatz unwahrscheinlich sei, würde die anfallende Mehrarbeit bei den verbleibenden Kollegen verbleiben.
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Auch beim Entgelt liegen die Positionen weit auseinander. Verdi fordert in der aktuellen Tarifrunde ein Gehaltsplus von +6% bei einer Laufzeit von 12 Monaten, das auch auf Mitarbeiter oberhalb der regulären Tarifschalen angewendet werden soll.
Die Arbeitgeberseite stuft dieses Verlangen als deutlich zu hoch ein. Die konkurrierende Gewerkschaft DBV fordert unterdessen eine Anhebung um +9,5% bei einer Laufzeit von 24 Monaten und würde sich bei der Freizeitkomponente mit zwei Wochen begnügen.
Verhandlungen werden im November fortgesetzt
Zuletzt hatten sich die Tarifparteien des privaten Bankgewerbes im Jahr 2024 auf ein Lohnplus von +10,5% bei einer Gesamtlaufzeit von 28 Monaten geeinigt. Nach dem Auftakt in Berlin ist die Fortsetzung der aktuellen Verhandlungsrunde für den 02.11.2026 in Frankfurt am Main angesetzt. Eine dritte Verhandlungsrunde soll am 23.11.2026 erneut in Berlin stattfinden.
