Banking-Apps: ING und Revolut sperren ältere Smartphones aus
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Anforderungen an Smartphones für Banking-Apps steigen deutlich – ältere Geräte fallen zunehmend aus dem Raster. Banken und Finanzdienstleister reagieren damit auf wachsende Sicherheitsrisiken.
ING erhöht Hürden für Banking-App
Die ING hat ihre technischen Anforderungen für die mobile Banking-App vorgezogen. Seit Anfang August gelten Android 11 oder iOS 16 als Mindestvoraussetzung – ursprünglich war der Umstieg erst für den 15. September geplant. Betroffen sind vor allem ältere Geräte wie das iPhone 7 oder die erste Generation des iPhone SE. Branchendaten zufolge erfüllen rund 83 Prozent der aktiven Android-Geräte bereits den neuen Standard.
Auch andere Anbieter ziehen nach. Revolut hat am 7. August die sogenannten Google-Play-Integritätsprüfungen eingeführt. Diese Maßnahme blockiert Nutzer des datenschutzorientierten Betriebssystems GrapheneOS beim Login. Revolut begründet den Schritt mit Sicherheitsbedenken – obwohl die App weiterhin Android 9 unterstützt.
WhatsApp senkt Kompatibilität
Selbst Kommunikationsplattformen, die häufig für finanzielle Abstimmungen genutzt werden, passen ihre Systemanforderungen an. WhatsApp wird ab dem 8. September 2026 die Unterstützung für Android 5.0 und 5.1 einstellen. Die neuen Mindestanforderungen: Android 6.0 und iOS 15.1. Davon betroffen sind unter anderem die iPhone-5-Serie sowie ältere Samsung-Galaxy- und Motorola-Geräte.
Neue Sicherheitsfunktionen im Banking
Parallel zu den strengeren Software-Vorgaben kommen neue Schutzmechanismen auf den Markt. Die ING hat am 8. August eine Funktion freigeschaltet, mit der Kunden die PIN-Codes neu ausgestellter Bankkarten direkt in der App einsehen können. Geschützt wird die Funktion durch die bestehenden Biometrie- oder Passcode-Ebenen der App – das verhindert etwa neugierige Blicke über die Schulter.
Auf der Hardwareseite hat STMicroelectronics das Sicherheitselement ST54M vorgestellt. Es setzt auf quantenresistente Kryptografie (PQC) und soll Smartphones sowie Fahrzeugsysteme gegen künftige Entschlüsselungstechniken absichern. Die Technologie basiert auf der ARM-Cortex-M35P-Architektur und unterstützt moderne Standards wie ML-KEM und ML-DSA.
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Indien reguliert digitale Kredit-Eintreibung
Auch die Regulierung schreitet voran – mit klaren Grenzen für digitale Eingriffe. Die indische Zentralbank hat neue Regeln für die Kreditrückzahlung erlassen, die ab dem 1. Januar 2027 gelten. Sie verbieten die Belästigung von Kreditnehmern und beschränken die Kommunikation zur Eintreibung auf den Zeitraum zwischen 8 und 19 Uhr.
Besonders bemerkenswert: die Vorgaben zur Fernsperrung von Geräten. Finanzinstitute dürfen ein Gerät nur dann remote sperren, wenn eine Zahlung mindestens 30 Tage überfällig ist. Eine vollständige Sperrung ist erst nach 60 Tagen Verzug erlaubt. Begleicht der Kreditnehmer seine Schulden, muss der Zugang innerhalb einer Stunde wiederhergestellt sein – andernfalls droht eine Strafe von 250 Rupien pro Stunde.
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Digitale Zahlungsnetze wachsen
Die Verbreitung standardisierter Zahlungs- und Rechnungsnetzwerke nimmt weiter zu. In Finnland verzeichnete das Staatsschatzkammer einen Anstieg der Transaktionen über das Peppol-Netzwerk um 60,6 Prozent zwischen 2024 und 2025. Die Zentralregierung hatte das Netzwerk am 1. April 2024 übernommen.
Im B2B-Bereich haben Conferma Pay und Boost Payment Solutions ihre Partnerschaft ausgeweitet, um virtuelle Kartenzahlungen weiter zu automatisieren. Conferma Pay arbeitet mit 75 Emittenten zusammen und generiert virtuelle Karten in rund 100 Währungen, während Boost in 47 Ländern aktiv ist.
Und auch die Integration von Finanzfunktionen in mobile Geldbörsen schreitet voran: Das Clarion Hotel Post in Norwegen – Teil der Strawberry-Gruppe – ist das erste Hotel außerhalb Nordamerikas, das Zimmerschlüssel in der Apple Wallet anbietet. Gäste können damit per iPhone oder Apple Watch Zimmer sowie Gemeinschaftsbereiche wie Fitnessstudio und Pool öffnen. Die Technik stammt von ASSA ABLOY Global Solutions und Zaplox.
