Banking-Apps: Singapur schafft PayNow-Spitznamen ab 6. Juni
05.06.2026 - 06:34:01 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie der Keynova Group aus dem ersten Halbjahr 2026. WĂ€hrend die GeldhĂ€user grundsĂ€tzlich mehr Vertrauen genieĂen als Fintech-Konkurrenten, hinken sie bei den digitalen Kontrollmöglichkeiten hinterher.
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Gerade einmal 30 Prozent der untersuchten 17 gröĂten US-Retailbanken bieten ihren Kunden Optionen, um Art und HĂ€ufigkeit von Marketing-Kommunikation zu steuern. Dabei fordern digitale Nutzer zunehmend feingranulare Einstellungen â ein klarer Widerspruch zur aktuellen Praxis.
Wer vorne liegt â und wer hinten
JPMorgan Chase sticht als Vorreiter hervor. Die Bank setzt auf separate Bildschirme fĂŒr Datenschutz- und Marketing-Einstellungen und erlaubt Anpassungen in vier verschiedenen Marketing-Kategorien. Eine Funktion, die in der Branche bislang selten ist.
Doch nicht nur beim Datenschutz gibt es Nachholbedarf. Der digitale Onboarding-Prozess zeigt ebenfalls SchwĂ€chen: Zwar nutzen 76 Prozent der Banken Fortschrittsbalken, um Kunden durch AntrĂ€ge zu fĂŒhren. Doch Live-Telefon-Support bieten nur 59 Prozent, Live-Chat-Funktionen sogar lediglich 35 Prozent.
Auch die Transparenz bei der Datennutzung ist ausbaufÀhig. WÀhrend 66 Prozent der Institute erklÀren, wie sie Telefonnummern verwenden, tun dies nur 40 Prozent bei E-Mail-Adressen.
Neue Technologien gegen Betrug
Die wachsenden Datenschutz-Anforderungen treiben gleichzeitig Innovationen voran. Anfang Juni integrierte HID Global seine Authentifizierungs- und Risikomanagement-Tools nativ in die Temenos Digital Banking Platform. Das ermöglicht passwortloses Einloggen und Echtzeit-Risikobewertungen â ein wichtiger Schritt zur ErfĂŒllung von Regulierungen wie PSD2.
Parallel dazu schloss die Plattform Eltropy Partnerschaften mit Illuma, IDgo und Pindrop. Ziel: Mehr als 750 Kreditgenossenschaften und Community-Banken in den USA mit passiver Sprachbiometrie und gerÀtebasierter Authentifizierung auszustatten. Der Hintergrund: KI-gesteuerter Betrug und Deepfakes nehmen rasant zu.
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Internationale Regulierungs-Welle
Singapur geht einen drastischen Schritt: Ab dem 6. Juni 2026 werden PayNow-Spitznamen abgeschafft. Der Grund: IdentitĂ€tsdiebstahl hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. KĂŒnftig sehen Sender nur noch ausgewĂ€hlte Zeichen des registrierten Kontonamens â statt eines frei wĂ€hlbaren Spitznamens.
Indien setzt auf Vorbeugung: Die Zentralbank RBI verbietet ab dem 1. Juli 2026 sogenannte âDark Patternsâ in Banking-Apps â also Design-Tricks, die Nutzer zu bestimmten Entscheidungen manipulieren sollen. Und ab dem 13. Mai 2027 tritt das Digital Personal Data Protection Act (DPDPA) vollstĂ€ndig in Kraft.
KI: Fluch und Segen zugleich
Die rasante Verbreitung KĂŒnstlicher Intelligenz im Finanzsektor schafft neue Herausforderungen. Eine umfrage von ArvatoConnect unter 1.000 FĂŒhrungskrĂ€ften zeigt: 77 Prozent glauben, dass ihre eigenen KI-Strategien gefĂ€hrdete Kunden schĂ€digen könnten. Besonders die VerschĂ€rfung von Bias und digitaler Ausgrenzung bereitet Sorgen. 85 Prozent der Unternehmen haben KI-Implementierungen wegen fehlender regulatorischer Klarheit verschoben.
Der Veeam Data and AI Trust Gap Report untermauert diese Skepsis: Nur 7 Prozent der Organisationen fĂŒhlen sich vollstĂ€ndig auf KI vorbereitet. Obwohl 88 Prozent KI-Agenten testen, berichten 95 Prozent von datenbedingten Verzögerungen. Und ein Ă€hnlich hoher Prozentsatz rĂ€umt ein, dass âShadow AIâ-Systeme auĂerhalb der genehmigten Parameter operieren.
Die Botschaft ist klar: Wer im digitalen Banking bestehen will, muss Datenschutz nicht nur versprechen, sondern auch technisch umsetzen. Sonst droht der Vertrauensverlust â und das ausgerechnet in einer Branche, die vom Vertrauen ihrer Kunden lebt.
